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Schweizer Konsumenten wollen Reparatur-Label

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Eine landesweite Umfrage, die von der Allianz der Konsumentenschutzorganisationen (ACSI, Konsumentenschutz, FRC) durchgeführt wurde, zeigt eine breite Unterstützung (98%) für ein Label, das die Reparierbarkeit von Elektrogeräten bewertet. Die Schweizer Konsumenten wollen Produkte, die länger halten und besser reparierbar sind, auch wenn sie dafür mehr bezahlen müssen. Die Forderungen der Konsumenten werden nun dem Parlament in Bern vorgelegt.
Ja, wir wollen auch ein Kennzeichnungssystem, das die Reparierbarkeit von Elektro- und Haushaltsgeräten bewertet. Das sagt die überwältigende Mehrheit der 2'665 Schweizer Konsumenten, die sich in den letzten drei Wochen an der Umfrage der Konsumentenschutz-Allianz beteiligt haben. Die Teilnahme zeigt das starke Interesse am Thema Reparierbarkeit.

Frankreich ab 2021 mit Reparatur-Label

Die EU hat das Konzept des Rechts auf Reparatur eingeführt. Nun werden in Frankreich ab 2021 Smartphones, Laptops, Fernseher, Waschmaschinen und Rasenmäher ein Label mit einem "Reparierbarkeitsindex" tragen, das den Grad der Reparierbarkeit von Produkten nach objektiven Kriterien bewertet. Dies wird die Hersteller dazu veranlassen, Produkte anzubieten, die langlebiger und reparaturfähiger sind, was der Umwelt und den Konsumenten zugute kommt.

Lebensdauer und Reparierbarkeit ist für Konsumenten wichtig

Für die Befragten ist es ein entscheidender (64%) oder wichtiger (35%) Faktor bei ihrer Kaufentscheidung, dass ein Haushaltsgerät eine lange Lebensdauer hat. Nur ein Prozent betrachtet ihn als unwichtigen Faktor. Ein Label, das die Reparierbarkeit von Produkten nach objektiven Kriterien bewertet, wäre für die klare Mehrheit der Konsumenten ein entscheidender (58%) oder wichtiger (39%) Faktor. 98 Prozent der Befragten befürworten ein Reparatur-Label, nur zwei Prozent sind dagegen. 96% wären zudem bereit, mehr für ein Produkt zu bezahlen, das präzise Garantien für die Reparierbarkeit bietet. 38% der Befragten wären nur bereit, einen kleinen Aufpreis zu bezahlen. 97% sagen, dass sie bereits mindestens einmal ein Gerät, das noch in gutem Zustand war, wegwerfen mussten, nur weil die Reparaturkosten zu hoch oder Ersatzteile nicht verfügbar waren. Bei 34% geschah dies "viele Male". 77% würden sogar ein Verkaufsverbot für bestimmte Produkte unterstützen, die nicht repariert werden können.

Forderungen an die Politik

Dank der Umfrage verfügt die Konsumentenschutz-Allianz über konkrete Daten zu den  Konsumentenerwartungen. Sie wird die Forderungen in die nationale Politik bringen und versuchen, eine entsprechende Gesetzgebung voranzubringen. Konsumenten brauchen die richtigen Instrumente, um sich gegen Wegwerfprodukte wehren zu können und die zu einem nachhaltigeren Angebot führen. Gleichzeitig wird die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen die Durchführung von Repair Cafés wieder intensivieren, sobald es COVID-19-Situation erlaubt.


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