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Massive Kritik an SRG-Führung - diese agiere in "napoleonischer Manier"

Das SSM vertritt 2700 SRG-Mitarbeitende.
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Das SSM vertritt 2700 SRG-Mitarbeitende.
Nach einer anderthalbstündigen Debatte hat der Ständerat die parlamentarische Initiative Vonlanthen "Vielfalt statt Konzentration" abgelehnt. Eigentlich ein Sieg für die SRG. Dennoch betont das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM "zufrieden", dass sich im Ständerat kaum jemand für die Zentralisierungspläne der SRG ausgestochen habe.
Der Initiant, Andreas Vonlanthen, hat den Vorstoss zurückgezogen, damit die SRG ihren Entscheid nochmals überdenke. Das SSM fordert die SRG deshalb nun dazu auf, "endlich nach einem Kompromiss zu suchen". "Dass die Hälfte der Votanten für die parlamentarische Initiative war, sollte ihr zu denken geben", schreibt das SSM weiter. Denn die kleine Kammer habe der SRG nun noch einmal eine Chance gegeben, die Medienvielfalt zu sichern und die regionale Verankerung zu gewährleisten. "Um dem öffentlichen Auftrag gerecht zu werden, muss sich die SRG künftig für starke Standorte und gegen eine zentralisierte Produktions- und Entscheid-Strategie einsetzen."


Bisher sei die SRG-Führung allerdings "stur" geblieben und habe sich der Debatte verweigert, heisst es seitens SSM. Mehr noch: Die SRG-Spitze investiere 200 Millionen Franken in Immobilen-Projekte statt ins Personal und sei bisher 
nicht bereit gewesen, mit dem Personal über mögliche Alternativen zu diskutieren.

Im Gegenteil: "
Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina und Generaldirektor Gilles Marchand haben jegliche Orientierung verloren. Die beiden Herren regieren die SRG in napoleonischer Manier und gefährden damit diese in ihrer Existenz." Das SSM fordert deshalb die SRG auf, die Vorschläge der Mitarbeitenden ernst zu nehmen und Hand für Lösungen zu bieten. Ansonsten müsse die SRG gewärtigen, dass sie von der Politik dereinst doch noch abgestraft werde.

 


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