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Die SRG-Gewerkschaft warnt SRG-Spitze: "Die Zitrone ist ausgepresst"

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Das Schweizer Syndikat Medienschaffender warnt nach dem gestrigen Volks-Ja zum Nachrichtendienstgesetz vor einer weiteren Verpolitisierung der Medien.
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Das Schweizer Syndikat Medienschaffender warnt nach dem gestrigen Volks-Ja zum Nachrichtendienstgesetz vor einer weiteren Verpolitisierung der Medien.
Das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM nimmt die von der SRG zusätzlich beschlossenen Sparmassnahmen im Rahmen von 50 Millionen Franken "mit grosser Sorge" zur Kenntnis. Die Gewerkschaft fordert, dass die SRG-Spitze Alternativen prüft und dass die Massnahmen den Druck auf den Arbeitsalltag nicht weiter erhöht.
Am 4. März 2018, am Abend nach der Ablehnung der No-Billag-Initiative (72.4%), hatte die SRG-Spitze ein erstes Sparpaket über 100 Millionen kommuniziert. Nun ist wegen rückläufiger Werbeeinnahmen ein weiteres Sparpaket von 50 Millionen Franken angekündigt. "Die konkreten Massnahmen über dieses weitere 50-Millionen-Sparkpaket sind derzeit noch nicht bekannt. Die SRG plant, den Sozialpartner in die kommenden Schritte einzubinden. Das SSM nimmt die SRG-Führung beim Wort", schreibt das SSM.


Für die allgemein erodierenden Werbeeinnahmen, welche die gesamte Medienbranche betreffen, kann zwar die SRG als Arbeitgeberin nicht verantwortlich gemacht werden, aber noch weniger das SRG-Personal, bei welchem die Zitrone, im wahrsten Sinne des Wortes, ausgepresst ist", heisst es es in der SSM-Mitteilung weiter. Ein starker und guter medialer Service Public sei nur möglich, wenn die SRG-Mitarbeitenden auch genügend Zeit für ihre Arbeit hätten. Diese hätten jedoch nach verschiedenen Sparübungen in den letzten Jahren die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. "Eine weitere Erhöhung der Produktivität des SRG-Personals ist schlichtweg nicht mehr möglich, ohne dass das Angebot und die Qualität der SRG-Produktionen darunter leiden."

Das SSM werde deshalb zusammen mit den Angestellten Alternativen zum Stellenabbau ausarbeiten und der SRG-Führung unterbreiten. "Wir erwarten von der SRG-Führung, dass sie die Alternativvorschläge des Personals seriös prüft." Zudem dürften die Sparmassnahmen keinen zusätzlichen Druck auf den Arbeitsalltag des Personals mit sich ziehen.
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