SRG-Umzugsentscheid

Stadt Bern und Gewerkschaft SSM reagieren enttäuscht

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Die Behörden von Kanton und Stadt Bern sowie der Hauptstadtregion werfen der SRG vor, mit dem Umzugsentscheid "ein Erfolgsmodell" zu opfern, obwohl Alternativen vorlagen. Für die Gewerkschaft SSM ist der Beschluss "ein Affront".
Für Kanton und Stadt Bern sowie die Hauptstadtregion Schweiz ist die beschlossene Verlegung des Radiostudios Bern nach Zürich "unverständlich". Stadtpräsident Alec von Graffenried, Regierungsrat Christoph Ammann und Thierry Steiert, Freiburger Stadtammann und Co-Präsident der Hauptstadtregion Schweiz sprachen gar von einem "kompromisslosen Vorgehen des gebührenfinanzierten öffentlichen Medienunternehmens". Das Vorgehen sei "sachlich falsch und politisch unsensibel", zumal die Umzugspläne in den vergangenen Monaten sowohl von den betroffenen Medienschaffenden als auch von einer breiten Allianz aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft abgelehnt worden sind. Ihrer Ansicht nach "opfert der SRG-Verwaltungsrat damit ein Erfolgsmodell".


Die Behörden von Kanton, Stadt und Hauptstadtregion warnen davor, dass die SRG als öffentliches Medienunternehmen mit diesem Beschluss an Rückhalt in der Bevölkerung verlieren wird und sind besorgt über die Konzentration der News-Medien in Zürich.

Christoph Ammann bezweifelte zudem, dass die SRG mit der Studioverlegung das damit angestrebte Sparziel auch nur annährend erreichen werde. Und Stadtpräsident Alec von Graffenried bedauerte, dass weder die Vorschläge der Stadt bezüglich eines Ersatzstandortes für die Generaldirektion noch der von Teilen der SRG-Belegschaft erarbeitete Diskussionsbeitrag "Radioschaffen in der digitalen Welt" einen Einfluss auf den SRG-Entscheid hatten."

Ein Affront" für die Gewerkschaft SSM

Auch das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) meldete sich zu Wort: Der SRG-Verwaltungsrat 
zeige "keine Sensibilität für regionale Vielfalt", der Umzugsentscheid sei deshalb "ein Affront". "Im Zeitalter der auffälligen Medienkonzentration in Zürich hat das SSM keinerlei Verständnis für diesen Schritt", heisst es weiter.


Das SSM warnte die SRG vor Repressionen gegenüber Angestellten, die sich für den Verbleib der Informationsabteilung des Radios in Bern stark gemacht haben. Solche würden nicht toleriert. Ausserdem werden das SSM die Rechtmässigkeit des definitiven Umzug-Entscheids prüfen, denn, diesr sei gefällt worden, ohne dass dem SSM sein im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) verbrieftes Recht auf Anhörung zugestanden worden ist.
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