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Lateinische Schweiz wird weitgehend ignoriert

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Der Anteil an Schweizer Musik in den SRF-Radioprogrammen stieg 2017 im Schnitt auf mehr als ein Viertel
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Der Anteil an Schweizer Musik in den SRF-Radioprogrammen stieg 2017 im Schnitt auf mehr als ein Viertel
Die Radioprogramme von Schweizer Radio und Fernsehen vernachlässigen ihre Integrationsaufgabe. Das hat eine von der Medienforschungsfirma Publicom durchgeführte Analyse des Angebots im Jahr 2017 ergeben.

Die Untersuchung im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) zeigt, dass die Berichterstattung über die lateinische Schweiz seit 2014 auf einem geringen Niveau bei zwei Prozent der Gesamtinformation stagniert. Das hat sich laut Publicom 2017 auch nicht dadurch geändert, dass die Zahl der Beiträge aufgrund der Wahl des Tessiners Ignazio Cassis in den Bundesrat kurzfristig gesteigert werden konnte. Zugleich führt die zentrale Produktion der tagesaktuellen Information zu Redundanzen zwischen den Programmen: 55 Prozent der von der Radio SRF-Senderfamilie ausgestrahlten Informationsinhalte beruhen auf Wiederholungen und Übernahmen anderer SRF-Programme.



Im Rahmen der Publicom-Studie wurden die sechs Vollprogramme der Deutschschweiz während einer künstlichen Woche zwischen Januar und Dezember 2017 jeweils von fünf Uhr bis 24 Uhr analysiert. Die Stichprobe umfasst insgesamt 798 Programmstunden.

In punkto Musikformate haben sich der Studie zufolge insbesondere SRF 1 und SRF 3 verändert. SRF 1 hat den Anteil an älterer Musik erhöht, während sich SRF 3 stark verjüngt hat. Dadurch ist SRF 3 sehr nah an den Jugendsender SRF Virus herangerückt. Zwar bietet SRF Virus laut Publicom weniger Wortinhalte und Informationsangebote. Letztere seien inhaltlich - aufgrund der Übernahme von "News-Gefässen" - aber ebenfalls sehr nahe bei SRF 3.


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