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Wieso Sie lieber heute als morgen mit "Live-Video" loslegen sollten

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Wenn es so viele Arten von Inhalten gibt - normale Videos, Blogs, Bilder, Infografiken, Podcasts, Weissbücher, E-Books, Webinare und viele mehr - warum sollten Sie jetzt auch noch Ressourcen für das Live-Streaming, ein vergleichsweise neues Format, bereitstellen? Schliesslich stehen nach wie vor viele Chefs auf dem Budgetschlauch, wenn es ums herzhafte Investieren in neue, digitale Werbe- und Marketingformen geht.
Die Antwort ist ganz einfach: Sie können mit Live-Video mehr aus und mehr mit Ihren Inhalten machen. Viel Mehr! Jüngstes Beispiel ist LinkedIn Live. Zusätzlich zum Live-Streaming von Marken auf ihren eigenen Plattformen - beweist LinkedIn Live, dass das Format inzwischen mehr als eine Modeerscheinung ist. Im Gegenteil: Es ist eine Waffe im Kampf um Aufmerksamkeit und vor allem im Kampf um die Wissens- und Expertenhoheit im eigenen Marktgebiet. Es ist ein einzigartig wirkungsvolles Format entlang aller Ebenen des Marketing-Funnels. Deshalb ist Live für Werbe- und Marketingtreibende im Jahre 2020 unverzichtbar. Hier fünf konkrete Argumente für "Live":

1. Ergebnisse: Live ist das leistungsstärkste Online-Format

Einfach ausgedrückt: Live-Streaming funktioniert. Es bietet eine deutlich höhere Zuschauerzahl und ein höheres Engagement auf digitalen Plattformen als das nächst höhere Format (Non-Live-Video). Auf Facebook zum Beispiel erzeugen Live-Videos das 10-fache Engagement und die 3-fache Sehdauer von normalen Videos. Warum?
  • Dringlichkeit: Wenn die meisten Online-Inhalte auf Abruf verfügbar sind, hat eine unmittelbare, unmittelbare Erfahrung, die live möglich ist, etwas einzigartig Überzeugendes. Die Vergänglichkeit von Live-Inhalten aktiviert das Gefühl von FOMO beim Publikum, schafft Exklusivität und gibt den Zuschauern aus der Ferne das Gefühl des Zugangs - all das treibt die Teilnahme an, insbesondere in Verbindung mit zeitnahen Ereignissen wie Konferenzen, Produktvorstellungen usw.
  • Länge: Mit Live-Video gibt es deutlich mehr Inhalte, mit denen man interagieren kann. Bei Echtzeit-Inhalten tendieren Live-Streams zu einer größeren Länge. Während also Nicht-Live-Video immer kürzer wird (z.B. 6-Sekunden-Bumper-Ads), kann Live-Video 15, 30 oder sogar 60 Minuten lang sein. Allein die Länge - also die Menge des Inhalts - schafft mehr Möglichkeiten, sich zu engagieren.
  • Die Transparenz: Live-Streams fühlen sich organisch, unvermittelt und real an. Da die Verbraucher immer klüger und skeptischer gegenüber der Kommunikation von Marken werden, ist Live-Video ein Format, das Authentizität und mangelnde Kunstfertigkeit suggeriert. Es entspricht dem Zeitgeist und wendet Erkenntnisse über das Verbraucherverhalten an, die wir aus der Popularität von Verbraucheranwendungen wie Instagram Stories und Snapchat für B2B- und B2C-Kommunikation gelernt haben.
  • Plattform-Algorithmen: Allein schon das Live-Video liefert hohe Zuschauerzahlen und Engagement. Aber diese Ergebnisse werden durch Algorithmen auf sozialen Plattformen aufgeladen, die Live-Inhalte bevorzugen - sie werden auf mehr Feeds gezeigt, höher auf Feeds platziert, ziehen das Publikum über Push-Benachrichtigungen an usw. - und sorgen so für eine noch größere Verbreitung. Was ist der Anreiz für soziale Plattformen? Inhalte an die Oberfläche zu bringen, die sich bereits bewährt haben, um Engagement zu gewinnen.
Dieser Link führt zu den Ergebnissen, die Marken wie Pfizer, J.P. Morgan und Adobe mit Live-Videos erzielt haben. Sie haben Inhalte auf LinkedIn gestreamt. Und wir sehen, dass Live-Streaming inzwischen auch Marken einsetzen, die viel Wert auf ihre Reputation legen.

2. Interaktion in Echtzeit: Effektivere Live-Kontrolle fördert Engagement und Aktion

Live-Video verändert auch die Art des Engagements. Alle wollen Engagement, doch die Zahlen sind oft ernüchternd. Vor allem Schweizerinnen und Schweizer geben sich sehr zurückhaltend. Ob auf sozialen Plattformen wie LinkedIn oder Facebook oder auf Markenplattformen wie den Webseiten oder Apps eines Unternehmens - mit Live-Streaming können Organisationen die Zuschauer von Inhalten in aktive Teilnehmer verwandeln und die Organisationen können live auf ihre Zuhörer reagieren - so wird die traditionelle Einweg-Kommunikation zu einer Zweiweg-Konversation. Dies ist eine leistungsstarke Feedback-Quelle für Unternehmen, während gleichzeitig die Beziehung zwischen Marke und Kunde vertieft und die Kundenbindung erhöht wird, indem dem Publikum einfach Zugang gewährt und gezeigt wird, dass man ihm zuhört. Noch mehr als das: Live-Video ist eine wirkungsvolle Methode, um Aktion voranzutreiben, indem man Sendungen als Mittel zur Umwandlung nutzt - über Wettbewerbe, Promos und dringende Aufrufe zum Handeln.

3. Die Authentizität: Mit Live-Video können Sie Ihre Marke menschlicher und nahbarer machen

Als Echtzeitformat fühlt sich Live-Video unvermittelt, ungekünstelt und ehrlich an (im Gegensatz zu glatt geschnittenem Video). Seiner Natur nach begünstigt es auch die Art und Weise, wie die Personen rüberkommen, die im Livevideo vorkommen, da diese direkt und ungeschnitten in die Kamera sprechen. Für Organisationen ergibt sich dadurch die Möglichkeit, die Menschen hinter einer Marke hervorzuheben, von der Führung über die Partner bis hin zu den Mitarbeitenden. Wenn man den Menschen in einer Organisation die Möglichkeit gibt, die Geschichte einer Organisation zu erzählen - und zwar auf eine Art und Weise, die sich ungeschminkt und realistisch anfühlt, hilft das, Goodwill, Glaubwürdigkeit und Markenaffinität bei den Konsumenten aufzubauen.
Reif ist Live / Bild
© Daniel Biskup
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Bild startet Live-Video-Sendung mit Marcel Reif

Neuer Job für Marcel Reif. Bild startet mit der Sportreporterlegende eine Live-Video-Sendung. "Reif ist live", so der Name des Formats, dauert 30 Minuten und soll pointiert und meinungsstark das aktuelle Fussballgeschehen kommentieren. Pro Woche sind drei Sendungen mit einem Experten der BILD Sport-Redaktion geplant. Los geht es am 17. Februar. Reif ist seit 2013 Schweizer und lebt in Rüschlikon bei Zürich.

4. Leichtigkeit: Live braucht nicht den hohen Produktionswert von traditionellem Video.

Im Einklang mit der Authentizität von Live-Video steht die Live-Video-Ästhetik. Live und live-ähnliche Inhalte profitieren von einem gröberen, reduzierten, organischeren Aussehen - was die Authentizität eines Inhalts unterstreicht. Einfache Ein- oder Zwei-Kamera-Aufstellungen mit einfachen Lichtern und natürlichen Hintergründen sind oft ausreichend. Da die Produktionsanforderungen geringer sind, stellt das Live-Streaming eine einfache und effiziente Möglichkeit zur Erzeugung von Videoinhalten dar.

5. "Big-Rock-Inhalte": Live ist originärer Inhalt, der wiederverwendet werden kann.

Live-Video hat auch dann noch einen Wert, wenn es nicht mehr live ist. Als typisches Langformat liefert Live-Video eine Menge Videoinhalte, die zerschnitten, segmentiert, neu verpackt werden können, um neue organische und kostenpflichtige Inhalte zu erzeugen.

Zusammenfassend:

Für Vermarkter ermöglicht das Live-Streaming die effiziente Erstellung von Inhalten - sowohl von Video- als auch von Nicht-Video-Inhalten. Grundsätzlich ist Live-Video ein Format, das die Punkte zwischen Inhalt und Konvertierung verbindet. Es erweitert nicht nur das Publikum für eine Botschaft, sondern bietet auch die Eigenschaften und enthält die Hebel, die passive Zuschauer zuverlässig in direkte Echtzeit-Aktion verwandeln. Für Digital- und Inhaltsvermarkter ist das Live-Streaming also heute eine sehr relevante und wirkungsvolle Möglichkeit, um zu kommunizieren, sich zu engagieren und ein die Konsumenten zu aktivieren. Empfehlenswert ist es, Live-Sessions regelmässig und zu gleichen Tages- und Uhrzeiten durchzuführen. Die Menschen merken sich das und kommen allenfalls zurück und vor allem hilgt es dem konzipierenden und produzierendem Team, in Fahrt zu kommen. Denn auch hier gilt: Übung macht die Meisterin bzw. den Meister.  



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