Social Media

Going Private als neuster Social Media Trend

Prozentsatz der Social Media-Nutzer in den Vereinigten Staaten, die seit September 2018 ein privates Social Media-Konto haben.
© Statista 2019 - Source Morning Consult
Prozentsatz der Social Media-Nutzer in den Vereinigten Staaten, die seit September 2018 ein privates Social Media-Konto haben.
Die Aufregung, insbesondere in der Influencer-Szene dürfte gross sein. Ihre wichtigste Währung könnte von der Bildschirmfläche verschwinden. Denn bald sollen die Anzahl Likes nicht mehr öffentlich sichtbar sein. Eine Katastrophe? Klar ist, Likes führen zu noch mehr Likes. Likes sind Trophäen und genau der Trophäensammlerei will Instagram jetzt einen Riegel schieben. Aber es gibt noch eine zweite Entwicklung, die den Social Media Strategen Kopfzerbrechen bereiten wird. Der Reihe nach ...

Keine Likes, mehr Inhalte, weniger Druck

Bereits wurden in sieben Ländern, darunter Kanada, Australien, Japan und Italien, die Anzeigen der Anzahl Likes auf Instagram versuchshalber ausgeblendet. Diese waren nur noch für die Accountinhaber selbst sichtbar. Nutzer sehen in dieser neuen Ansicht nur noch, ob Freunden ein Inhalt gefällt und allfällige Kommentare. Es wird eben breit darüber berichtet. Adam Mosseri, Chef von Instagram, sagt dazu in einem FAZ-Intreview:

„Wir wollen nicht, dass Instagram ein Wettbewerb ist, sondern ein Ort, an dem Menschen sich mit denjenigen verbinden können, die ihnen wichtig sind.“


Der Fokus solle wieder vermehrt auf den eigentlichen Inhalt gelegt werden und nicht auf die Beliebtheit der Fotos, Videos oder Storys, so Mosseri weiter. Instagram hofft ganz offensichtlich, dass der psychische Druck innerhalb der Plattform mit dieser Massnahme abnimmt, dem vor allem junge Nutzer ausgeliefert sind.

Neuer User-Trend "Going Private"

Die Massnahme von Instagram ist für Betroffene begrüssenswert aber vielen geht das offensichtlich zu wenig weit. Sie pfeiffen auf Likes in Massen und wünschen sich stattdessen, Relevanz, ja, aber vor allem wünschen sie sich, unter ihresgleichen zu bleiben. Gemäss einer Studie von Morning Consult, publiziert auf Statista, gaben 45 Prozent der Befragten an, dass alle ihre Social Media-Konten privat seien, während nur 19 Prozent der Befragten das Gegenteil sagten, dass keines ihrer Social Media-Konten überhaupt privat sei. Das dürfte den Influencern und vor allem auch den werbetreibenden Marken weit mehr Kopfzerbrechen bereiten.  Aber die User sind heute viel stärker sensibilisiert, was den Schutz ihrer Daten und ihrer Privatsphäre anbelangt.

Neue Social Media Netzwerke Generation mit eingeschränktem Publikum

Um dem Bedürfnis nach mehr Privacy gerecht zu werden, werden seit 2010 Social Media Apps mit einem ausgewählten oder eingeschränkteren Publikum gestartet, darunter die App Nextdoor, die demnächst auch in der Schweiz verfügbar sein wird, die Menschen aus der Nachbarschaft verbindet, und in jüngerer Zeit Escapex, eine Plattform, die Prominenten und Influencern die Möglichkeit zum bietet ihre eigenen Social Media Apps zu starten. Fans erhalten exklusive Inhalte und Zugang zum Influencer, das aber gegen eine Gebühr pro Monat. Escapex ist in 18 Ländern aktiv und umfasst aktuell 350 Prominente und Social-Media-Influencer.
Solche Apps bieten Influencern die Möglichkeit, sich direkt mit Fans zu verbinden und gleichzeitig ihre aufgebaute Fanbase zu monetarisieren. Es verlagert die Macht weg von Social-Media-Sites wie Facebook, die von den Inhalten profitieren, die Influencer auf ihren Plattformen erstellen, hin zu den Prominenten und Influencern direkt. Mit solchen Entwicklungen haben Marken nun die Möglichkeit, das Influencer-Publikum mit diesen Apps gezielt anzusprechen und die Superfans von Prominenten und Influencern zu nutzen.

Eine spannende Entwicklung, an der wir für Sie dran bleiben. 


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