Shining Film

"Der EDI fühlt sich grad ein bisschen wie ein Aussichtspunkt über dem Nebel an"

   Artikel anhören
v.l.n.r. Caroline Braun, Stefan Bircher, Leonardo Sanfilippo, Sophie Toth
© zvg
v.l.n.r. Caroline Braun, Stefan Bircher, Leonardo Sanfilippo, Sophie Toth
Die Shining Film AG hatte sieben Shortlist-Platzierungen für sieben verschiedene Kunden, sechs verschiedene Agenturen und dies mit sechs verschiedenen Regisseuren. Wie hat das mit Arbeiten nominierte Produzenten-Quartett Sophie Toth, Caroline Braun, Stefan Bircher und Leonardo Sanfilippo diese einzigartige E.20 erlebt? Und: Gab es EDIs?
Wie wichtig ist der EDI für Euch?
Sophie Toth:
 Der EDI beurteilt Jahr für Jahr die Herstellungsqualität der Auftragsfilme in der Schweiz und ist deshalb ein hervorragender Spiegel, für einem selbst aber auch in einem nationalen und internationalen Vergleich. Dass dabei eine gute Idee als Grundlage für einen herausragenden Film sehr hilfreich ist, macht die Beurteilung des Handwerkes alleine schwierig... Der physische EDI-Anlass ist immer wie ein Familientreffen und ich persönlich freue mich jeweils unglaublich darauf und hoffe sehr, dass wir uns nächstes Jahr wieder umarmen und miteinander auf das Schaffen anstossen können. 
Stefan Bircher: Der EDI schafft dem Schweizer Auftragsfilmschaffen eine Plattform, auf der Kunden davon überzeugt werden, Bewegtbild-Produktions-Aufträge an Schweizer Filmproduktionen zu vergeben. Der EDI und die Idee, für die er steht, ist sehr wichtig für uns. 
Leonardo Sanfilippo: Das Zusammenkommen ist sehr wichtig. Der Edi bringt unsere Branche zusammen. Techniker, Kreative und Produzenten. Der kulturelle Austausch innerhalb unserer Branche ist spannend und wichtig. Zudem bietet er unseren Kunden (Agenturen) die Möglichkeit einen Blick in unsere Branche zu werfen. Alle profitieren von dieser ungezwungenen Nähe.


"Echo"
It is here that the short film ECHO, by director Noël Dernesch begins. In the middle of the Covid-19 lockdown Noël visits two mountaineers and holds a philosophical dialogue with them about their new day to day life and their personal views of the crisis in picturesque Grindelwald. LOCKDOWN COLLECTION by SWISS Filmmakers initiated by Turnus film, Frederic Gonseth, Cinedokke

Hat der Wettbewerb in Euren Augen in diesem aussergewöhnlichen Jahr eher an Bedeutung gewonnen oder verloren?
Bircher:
 Man könnte vermuten, dass durch die Reise-Einschränkungen 2020 ohnehin nicht viele Aufträge im Ausland produziert oder an ausländische Produktionen vergeben wurden. Filmproduktionen sind technisch längst komplett online möglich, von der Regie-Evaluation/Kalkulation über PPM, Dreharbeiten und Postproduktion. Der wirtschaftlichen Relevanz des EDI – der Bedeutung des EDI – hat Covid19 also nicht geschadet. 
Toth: Alles was möglichst wie zu coronafreien Zeiten weiter gezogen wird, hilft, diese Zeit gemeinsam besser zu überstehen.
Sanfilippo: Der EDI fühlt sich grad ein bisschen wie ein Aussichtspunkt über dem Nebel an.
Braun: Wir wussten lange nicht, ob wir überhaupt noch drehen dürfen. Die Arbeiten, die im letzten halben Jahr realisiert wurden und jetzt prämiert werden, sind deshalb noch etwas höher einzuschätzen.
Wingo - Plakaterklärer
Ein Comedian und ein Plakat spielen die Hauptrollen in den neuen TV- und Digital-Spots des Telekommanbieters.
Wie hat sich der EDI als Online-Event verändert?
Bircher:
 Der Live-Event lebt durch die Begegnungen vor und nach der Bühnenshow. Digital gehen diese persönlichen Kontakte, von denen unsere emotionale Industrie lebt, verloren. Ein grosses Dankeschön an die Veranstalterin Swissfilm Association, die den Event am Leben hält. Nach dem Touchscreen-EDI 2020 ("real – dezentral – digital") hoffe ich wieder auf einen analogen "Kippschalter"-EDI 2021.
Toth: Habe eine deutliche online- und digital-Overdose.
Sanfilippo: Dem schliesse ich mich von Herzen an.


Habt ihr mehr Arbeiten eingereicht also sonst? Oder weniger?
Toth: Wir reichen jedes Jahr die Arbeiten ein, auf die wir besonders stolz sind oder die für uns aus der Umsetzungs-Perspektive sehr gelungen oder speziell sind.
Sanfilippo: Wir haben gleich viele Arbeiten eingereicht wie in den Vorjahren. Wir haben sicher Glück, dass wir viel produzieren durften und sind dankbar dafür.

Wie kamen die sieben Shortlist-Platzierungen zustande?
Bircher:
 Durch Diversität. Shining produziert mit vier executive Producers, breitem Regie-Portfolio und unserer inhouse Postproduktion.
Toth: Wir produzieren Bewegtbild-Inhalte nationaler und internationaler Kunden und Agenturen für unterschiedliche Verwendungszwecke.
Sanfilippo: Das erlaubt uns Einreichungen in fast allen Kategorien. 
Braun: Dieses Jahr durften wir uns über sieben Shortlist-Platzierungen mit sieben verschiedenen Kunden, sechs verschiedenen Agenturen und sechs verschiedenen Regisseuren in fünf Kategorien freuen. Zugegeben: aussergewöhnlich viel.
Schweiz Tourismus - SwissSwap
We do your job when you need Switzerland.
Und was ist daraus geworden? 
Bircher: Vier EDI’s!!!! Grossen Dank unseren Kunden, Agenturen, den Organisatoren und dem ganzen Shining-Team.
Phlips - Hearlink
Ohren sind mehr als Halter für Brille oder Bleistift: Darauf fokussiert der neue Imagefilm zur Hörgerätesparte von Philips.
Wie hoch wertet ihr den Gewinn eines EDI?
Toth:
 Persönlich tut es natürlich immer gut, wenn man gelobt wird – und das ist ein EDI-Gewinn ja. Ich denke aber, dass der EDI noch an Bedeutung gewinnen kann, indem der Award auch für die Agenturen eine grössere Bedeutung kriegt, respektive an ihr Ranking angerechnet wird. Ein Film ist immer ein Gemeinschaftswerk und auch wenn der EDI ein Craft-Award ist, sind vor allem auch die Art der Zusammenarbeit mit Agentur und Kunde, das Vertrauensverhältnis, die gemeinsame Vision und das «am selben Strick ziehen» ausschlaggebend für eine herausragende Arbeit.
Braun
: Der Gewinn eines Edi ist eine schöne Wertschätzung für das ganze Team und bedeutet uns viel.


Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats