Sexuelle Belästigung bei Google

CEO reagiert mit Aktionsplan auf Mitarbeiterproteste

Beim Google Walkout waren weltweit Mitarbeiter auf die Strasse gegangen, um gegen sexuelle Belästigung und den Umgang ihres Arbeitgebers damit zu protestieren
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Beim Google Walkout waren weltweit Mitarbeiter auf die Strasse gegangen, um gegen sexuelle Belästigung und den Umgang ihres Arbeitgebers damit zu protestieren
Weltweit haben Mitarbeiter von Google Anfang November ihre Arbeit niedergelegt, um gegen den Umgang des Unternehmens mit sexueller Belästigung zu protestieren. CEO Sundar Pichai präsentiert nun einen Aktionsplan, der ähnliches in Zukunft verhindern und Google zu einem besseren Umfeld für seine Beschäftigten machen soll.
"Wir wissen, dass wir in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht haben, und das tut uns aufrichtig leid. Uns ist klar, dass wir einiges ändern müssen", schreibt Pichai in einem Statements, das im offiziellen Google-Blog veröffentlicht wurde. In Zukunft werde  Google transparenter mit Beschwerden und Bedenken umgehen, die Kollegen, die diese äußern, besser unterstützen, und sein Engagement für einen gerechten, respektvollen und die gesamte Gesellschaft repräsentierenden Arbeitsplatz verdoppeln, versprechen CEO und Top-Management.


Tatsächlich stand Pichai unter Zugzwang. Nachdem berechtigte Beschwerden wegen sexueller Belästigung  nicht verfolgt wurden und die beschuldigten Manager keine Konsequenzen tragen mussten, hatte Google zwar eine interne Prüfung durchgeführt und eine Reihe von Führungskräften entlassen. Das reichte den Mitarbeitern aber nicht. Sie gingen deshalb in der vergangenen Woche unter dem Motto #googlewalkout auf die Strasse vor ihren Büros, um gegen diese Vorgehensweise zu protestieren, sich auszutauschen und über die Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers zu diskutieren. Auch in Zürich waren hunderte Mitarbeiter dabei.

Konkret wollen Pichai und sein Top-Management nun in den USA die Schiedsgerichtsbarkeit als eine Option für individuelle Fälle von sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen eröffnen; im Rahmen des Untersuchungsberichts detaillierter auf Untersuchungen und Ergebnisse von sexueller Belästigung im Unternehmen eingehen; seine Meldemöglichkeiten wegen sexueller Belästigung im Unternehmen überarbeiten, unter anderem indem sie auf einer Seite zusammengeführt werden, auf der ein Live-Support angeboten wird; das verpflichtende Training von Google bezüglich sexueller Belästigung aktualisieren und erweiteren; Und 2019 wird sich Google erneut zu seinen unternehmensweiten Zielen zu Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion verpflichten.


"Wir hören oft von Googlern, dass der beste Teil ihrer Arbeit die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist. Es ist ermutigend zu sehen, wie ihr euch auch in schwierigen Zeiten dafür einsetzt, einen besseren Arbeitsplatz zu schaffen. Das hat sich in den letzten Wochen eindrucksvoll gezeigt", schliesst Pichai sein Statement.ems
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