Schweizer Automarkt

Honda, Citroën und Aston Martin trotzen dem Trend

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Honda legt im Januar - hier der Honda Jazz eHEV 2020 - bei den Neuimmatrikulationen in der Schweiz kräftig zu
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Honda legt im Januar - hier der Honda Jazz eHEV 2020 - bei den Neuimmatrikulationen in der Schweiz kräftig zu
Der Automarkt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein ist schwach in das neue Jahr gestartet. 15.130 Neuimmatrikulationen bedeuten nicht nur ein Minus von 19,5 Im Vergleich zum Vorjahresmonat, es ist auch das niedrigste Januar-Resultat des laufenden Millenniums beschert. Immerhin können zwölf Marken ihren Absatz steigern, vor allem Honda, Citroën und Aston Martin. Und auch das gehört zur Monatsbilanz von Auto-Schweiz: Jeder siebte Neuwagen fährt elektrisch.
Aufgrund des Lockdowns in der Schweiz sind die Verkaufsräume der Autohändler geschlossen. Und das macht sich im Januar bei den Neuimmatrikulationen bemerkbar. 15.130 Autos sind in der Schweiz und in Liechtenstein neu auf die Strasse gekommen. Das ist gegenüber dem schwachen Januar 2019 nochmals ein Minus von 19,5 Prozent. 


Die Entwicklung macht auch vor den Marken nicht halt. Der bisherige Markführer VW verliert über 40 Prozent und rutscht damit auf Platz 3 ab. Spitzenreiter nach den Neuzulassungen ist im Januar Mercedes-Benz. Die Stuttgarter Premiummarke, die Luxus neu und modern interpretieren will, büsst zwar im Monatsvergleich auch 10 Prozent ein. Trotzdem bedeuten über 1600 verkaufte Autos die Spitzenposition im Schweizer Markt, vor BMW mit 1340 verkauften Autos und einem Minus von über 28 Prozent.

Doch der vergangene Monat kennt auch andere Geschichten. Honda und Citroën steigern ihren Absatz - wenn auch auf niedrigem Niveau - um über 90 Prozent. Aston Martin liegt mit einem Plus von rund 80 Prozent auf Platz drei. Ebenfalls positiv entwickeln sich neun weitere Marken: BMW Alpina (+60 Prozent), Peugeot (+37,4 Prozent), Kia (+27,5 Prozent), Porsche (+18,7 Prozent), DS Automobiles (+14,3 Prozent), Mazda (+9,9 Prozent), Land Rover (+6,3 Prozent), Ford (+4,6 Prozent), Suzuki (+0,4 Prozent).


Und auch das gehört zu den Entwicklungen im vergangenen Monat. Die alternativen Antriebe verzeichnen ein knapp 50-prozentiges Zulassungsplus der Personenwagen. Mit 35,4 Prozent lag der Marktanteil der Hybrid-, Elektro-, Gas- und Wasserstoffautos auch über dem Wert des gesamten Jahres 2020 von 28,2 Prozent. Mehr als jeder siebte Neuwagen verfügt dabei über einen elektrischen Antrieb: Der Anteil an Plug-in-Hybriden, Brennstoffzellenfahrzeugen und reinelektrischen Modellen betrug 14,4 Prozent und lag damit auf dem Niveau des Gesamtjahres 2020.

Das Wachstum dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen, wenngleich man die Topwerte aus der vergangenen Jahr wohl nicht erreichen wird, wie Auto-Swiss Mediensprecher Christoph Wolnik vermutet. "Eine Verdoppelung der elektrischen Antreibe bei den Stückzahlen wie im vergangenen Jahr werden wir wohl nicht sehen, einen weiteren Anstieg des Marktanteils Richtung 20 Prozent hingegen schon."

Und auch das wird nur möglich sein, wenn die Verkaufsräume der Autohändler bald wieder öffnen dürfen. "Gemeinsam mit dem Auto-Gewerbe Verband Schweiz AGVS und dem Schweizerischen Gewerbeverband SGV haben wir den Bundesrat schriftlich gebeten, in den Schauräumen wieder unserem Geschäft nachgehen zu dürfen", sagt Wolnik. Die Automobilbranche habe spätestens in der ersten Pandemie-Welle gelernt, wie kontaktlose Probefahrten und Fahrzeugübergaben funktionieren. "Aber es muss trotzdem möglich sein, mit maximal fünf Personen ein Auto zeigen und ein kurzes Verkaufsgespräch inklusive möglicher Eintauschofferte für ein bestehendes Fahrzeug führen zu dürfen." Im Gegensatz zu anderen Branchen schreckten Kundinnen und Kunden bei einem Autokauf weiterhin vor dem Onlinekanal zurück. Das gelte auch, so die Erfahrung bei Auto-Swiss - für Flottenmanager, deren Bestellungen rund die Hälfte des Marktes für neue Personenwagen ausmachten. Ohne das baldige Öffnen der Verkaufsräume könnte zudem das angestrebte Ziel von 270.000 Neuimmatrikulationen in diesem Jahr - gegenüber 2020 wäre das ein Plus von 14 Prozent - schwierig zu erreichen sein.
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