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Geschätzte Umsatzzahlen im Schweizer Online-Handel an Aktionstagen in Mio. CHF 2019 und 2020
© Credit Suisse Retail Outlook 2022
Geschätzte Umsatzzahlen im Schweizer Online-Handel an Aktionstagen in Mio. CHF 2019 und 2020
Einer deutlichen Mehrheit der Schweizer Konsumenten sind "Black Friday" und "Cyber Monday" inzwischen bekannt, eine Minderheit nutzt sie zur Jagd auf Rabatte. Vor allem der Online-Handel erzielt mit den "Special Days" ein Umsatzplus, es mehren sich jedoch Zweifel, ob sich der Zusatzumsatz lohnt. Das zeigt der "Retail Outlook 2022" der Credit Suisse.

Die Aktionstage seien in den vergangenen beiden Pandemie-Jahren beliebter geworden, insbesondere bei jüngeren Verbrauchern, heisst es in der Studie des Bankhauses. Bei den Detailhändlern wiederum hat die Beteiligungsquote am "Black Friday" bei mehr als 50 Prozent gelegen, 84 Prozent der Händler gewähren die Rabatte über mehrere Tage. Ihre Umsätze legen dafür zu: "Gemäss Monitoring Consumption Switzerland waren die Umsätze an den drei Rabatt-Tagen ("Black Friday", "Cyber Monday" und "Singles’ Day") in den Jahren 2020 und 2021 deutlich oberhalb des Vorkrisenniveaus."


Der "Black Friday" hat sich dabei zum umsatzstärksten Tag des Jahres entwickelt. Der Online-Handel scheint stärker profitieren zu können als der stationäre Handel. 2019 und 2020 wurden über Online-Kanäle am "Black Friday" mit Food- und Non-Food-Produkten ungefähr 170 Millionen CHF umgesetzt. Im vergangenen Jahr fiel der Umsatz wohl etwas geringer aus (140 Mio. CHF), aber dennoch: An einem Durchschnittstag bewegen sich die Verkäufe im Online-Handel mit 30 Millionen CHF auf deutlich niedrigerem Niveau. Auch am "Singles’ Day" und am "Cyber Monday" übertreffen die Umsätze den Wert um ein Vielfaches.

Dem "Retail Outlook" zufolge wollen acht von zehn Detailhändlern an den Aktionstagen Zusatzumsatz erzielen oder die Frequenzen im Geschäft erhöhen. Und die meisten sind bereit, angesichts der Rabatte tiefere Deckungsbeiträge und einen Ertragsverlust in Kauf zu nehmen. Aber immerhin 58 Prozent der befragten Detailhändler erhoffen sich einen insgesamt positiven Effekt auf die Margen. Was die Erlöse angeht, stufen laut einer separaten Studie von Fuhrer & Hotz drei von fünf Detailhändlern die Aktionstage als erfolgreich ein, weniger als zehn Prozent halten sie diesbezüglich für uninteressant. Anders sieht es in Bezug auf den Ertrag aus: Hier sind selbst bei den teilnehmenden Händlern nur acht Prozent vom Erfolg überzeugt. Weiter heisst es, die Studienergebnisse machten deutlich, "dass aus Sicht der Branche erhebliche Zweifel bestehen, dass die aus den Aktionspreisen resultierenden Margeneinbrüche durch einen entsprechenden Mehrabsatz kompensiert werden können."

Die Studie ist hier zu finden.

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