Schleichwerbung

So bannen sich Marketers den Weg in werbefreie Plattformen

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Mit diesem Bild tauschte KFC die Profilbilder auf Spotify Premium aus.
© memacogilvy.com
Mit diesem Bild tauschte KFC die Profilbilder auf Spotify Premium aus.
Seine Werbung online präsent zu platzieren ist schwierig genug. Originelle Ideen müssen her, um die Aufmerksamkeit der User zu wecken. Eine hatte der US-Fast-Food-Riese Kentucky Fried Chicken (KFC). Er tauschte auf Spotify Premium Profilbilder im arabischen Raum aus. Keine Seltenheit, wie sich herausstellt. Werbetreibende versuchen immer mehr Plattformen zu hacken.
Zwar sollte der kostenpflichtige Premium-Service Spotify eigentlich garantieren, dass keine Anzeigen auftauchen, jedoch hat KFC in Kooperation mit der in Dubai ansässigen Werbeagentur Memac Ogilvy über Profile von Künstlern einen Weg gefunden, sie dennoch zu zeigen."Indem wir eine Plattform gehackt haben, die keine Werbung erlaubt, haben wir dem Kentucky Burger die Kampagne beschert, die er wirklich verdient", zitiert "The Verge" Memac Ogilvy. Die Werbeagentur kooperierte bei dieser Aktion unter anderem mit den aus dem arabischen Raum stammenden Künstlern Flipperachi, Moh Flow und Shébani. Die Interpreten ersetzten dabei ihr Profilbild mit der Anzeige für einen KFC-Burger.


Neben den Werbebildern hat Memac Ogilvy auch Songtitel und Biografien von Künstlern verändert, um auf KFC aufmerksam zu machen. Die Titel einer Playlist zeigten beispielsweise die Worte "Discover, New, Kentucky, Burger, Come and Visit, KFC, Get It, Before It's Too Late" ("Entdecke den neuen Kentucky Burger, komm und besuche KFC, bevor es zu spät ist").

Immer mehr Schleichwerbung

Die KFC-Werbekampagne lief nur für begrenzte Zeit, mittlerweile sind auf den Künstlerprofilen wieder gewöhnliche Bilder zu sehen. Jedoch hat Memac Ogilvy auf Twitter Screenshots von der Schleichwerbung gepostet. Laut "The Verge" versuchen Marketer immer häufiger, werbefreie Plattformen zu "hacken". Beispielsweise hat die US-Textilmarke The North Face im vergangenen Mai Fotos auf Wikipedia ausgetauscht, um ihre Produkte darin zu platzieren und so bei Google-Suchen an höchster Stelle zu erscheinen.
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