Sanitas

Grundlagenpapier zur digitalen Verantwortung

   Artikel anhören
© zvg
Die fortschreitende Digitalisierung im Versicherungswesen wirft neue Fragen auf zur Umsetzung von ethischen Prinzipien im digitalen Raum. Mit dem Grundlagenpapier "Digitale Verantwortung und Solidarität in der Versicherung" liege nun erstmals ein Konsens verschiedener Akteure zu Perspektiven auf die Versicherungssolidarität in der Datengesellschaft vor, schreibt Sanitas in einer Mitteilung.
Personenbezogene Daten über den Gesundheitszustand und die Lebensführung von Einzelnen ermöglichen auch neue Versicherungsmodelle. So könnten sich Prämien in der Privatversicherung künftig stärker entlang von Lebensstil und Veranlagung individualisieren oder sie orientieren sich mittels Bonus- und Malus-Systemen aktiver an der individuellen Lebensführung. Diese Entwicklungen könnten langfristig auch das Verständnis zur solidarischen Finanzierung in der Sozialversicherung wandeln. Und der Einsatz von künstlicher Intelligenz mit Mustererkennung kann Diskriminierungen vermindern helfen oder aber neue Differenzierungsformen schaffen.


Mit den neuen digitalen Möglichkeiten stellen sich im Versicherungswesen somit vermehrt gesellschaftliche Fragen, die nach einer öffentlichen Debatte verlangen. Dazu Felix Gutzwiller, Präsident des Stiftungsrats Sanitas Krankenversicherung und Initiant des Konsenses: "Eigenverantwortung und Solidarität sind kein Widerspruch. Beide Werte gilt es im digitalen Zeitalter neu zu definieren, und unser Stakeholder Dialog leistet dazu einen Beitrag."

Impulspapier als Anstoss für öffentliche Debatte

Mit Blick auf diese Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Versicherungsindustrie hat die Stiftung Sanitas Krankenversicherung Stakeholder-Gespräche zum Thema Versicherungssolidarität initiiert. Das Resultat der Debatten wird mit einem Grundlagenpapier "Digitale Verantwortung und Solidarität in der Versicherung" veröffentlicht und soll einen Beitrag zum öffentlichen Diskurs leisten. Das Papier zeigt Wege auf, wie die drei Akteurgruppen Unternehmen, Konsumenten und der Staat ihre digitale Verantwortung im Versicherungsumfeld wahrnehmen können und der Spielraum für zukunftsgerichtetes Handeln dennoch erhalten bleibt.

Verantwortung wahrnehmen, Solidarität stärken

Die Stakeholderdiskussionen orientierten sich an den vier Prinzipien "Fairness", "Autonomie", "Transparenz" und "Persönlichkeitsschutz". Interdisziplinäre Fachinputs inspirierten den Dialog. "Dank derverschiedenen Teilnehmer am Dialog konnte sowohl Knowhow aus der Versicherungswirtschaft, dem regulatorischen Umfeld, aus der Wissenschaft wie auch die Kundensicht eingebracht werden", sagt Patrick Raaflaub, Group Chief Risk Officer Swiss Re, als Vertreter eines beteiligten Versicherungsunternehmens. 

Über den Stakeholder Dialog

Die Stakeholderdialoge wurden von 2018 bis 2020 in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe geführt. Vertreten waren alle drei Bereiche Erstversicherung, Rückversicherung und Krankenversicherung (Zurich Schweiz, Swiss Re und Sanitas Krankenversicherung), das Konsumentenforum kf sowie Wissenspartner aus dem Datenschutz (Bruno Baeriswyl), von der Hochschule (Hato Schmeiser, Direktor Institut für Versicherungswirtschaft HSG) sowie vom Think Tank W.I.R.E. Das vorliegende Impulspapier wurde auf Initiative und unter Leitung der Stiftung Sanitas Krankenversicherung in einem mehrstufigen Prozess mit der Gruppe erarbeitet. Grundlagenpapier "Digitale Verantwortung und Solidarität in der Versicherung


Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats