"Republik"

Interaktives Prognose-Tool für bisherige und potenzielle "Verleger"

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Mit einer speziellen "Marketingkampagne" versucht die Onlinemedium "Republik" derzeit, bisherige und potenzielle Abonnenten zu behalten bzw. zu gewinnen: Die "Verleger" dürfen vier Parameter verändern – und eine Kurve zeigt die Auswirkungen auf den Fortgang des Unternehmens.
Die "Republik" ist in einer zerzwickten Lage:  Nach laufender Rechnung kostet das Medium 6,5 Millionen Franken, bei 50 Mitarbeitenden, die sich 36 Vollzeitstellen teilen. So viel legt sie offen. Um damit aber durchzukommen, müsste sie aber 27.000 Abonnenten haben. Sie hat derzeit aber "bloss" 22.000 (der bsiherige Maximalstand lag mal bei 23.781). Und 16.000 davon müssten bis Mitte Januar ihr Abo erneuern. Bis jetzt haben das erst knapp die Hälfte (43 Prozent getan). Aus diesem Grund legen die "Republik-Macher den aktuellen und potenziellen "Verlegern", wie sie ihre Abonnenten nennen, als Ausgangslage eine Grafik mit zwei Kurven (oben) vor: Das "Worst Case"-Szenario (in Violett) zeigt, was passiert, falls alles unverändert bleibt – gleich bleibende Ausgaben, mässiges Wachstum, eine vorsichtig gerechnete Erneuerungsrate. Die Kurve in Blau zeigt zudem, was den "Republik"-Machern vorschwebt.


Dann folgt ein Einblick in die Erneuerungsrate der Monatsabos. Sie zeigt: In den Sommerferien wurde die "Republik" beiseite gelegt.
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Schliesslich skizzieren sie einen Plan: Sie gehen von einer Erneuerungsrate von 50 Prozent bei den Crowdfundern und von 65 Prozent bei den Neuabonnenten aus. Zudem wollen sie "durch gezieltes Marketing" monatlich 675 neue Abonnenten gewinnen, geichzeitig die Kosten um 10 Prozent senken (wie, das lassen sie offen) und moantlich noch maximal 490.000 Franken ausgeben. Und schliesslich suchen sie bis Sommer 2019 neue Investoren, die 1 Million Franken beibringen. "Mit diesem Szenario könnten wir in vier Jahren selbsttragend sein", schreibt die "Republik".

Erst nach diesen langen Erklärungen folgt aber das eigentlich Neue: das interaktive Prognose-Tool. An diesem lassen sich sechs Parameter verändern – und damit auch der Verlauf der Kurven. Verändert werden können die Erneuerungsraten, der Erfolg des "gezielten" Marketings, die Sparvorgaben (10 Prozent oder weniger oder mehr) und die Höhe des gefundenen Investments. Wobei davon ausgegangen wird, das das Investment im Juni 2019 verbucht werden kann. Und dass die "Republik" ab dem Zeitpunkt dicht machen muss, wenn sie nur noch 1 Million Franken auf dem Konto hat.
Die Einstellungen der Parameter zeigen, wovon die "Republik"-Macher selbst ausgehen.
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Die Einstellungen der Parameter zeigen, wovon die "Republik"-Macher selbst ausgehen.
Der Spielraum der Möchtegern-Verleger ist allerdings begrenzt: Allerdings mit Grenzen: So gibt das Tool vor – man kann auch sagen: Die "Republik"-Macher gehen davon aus – dass die Erneuerungsrate in jedem Fall mindestens 25 Prozent beträgt, dass die Marketingleute der "Republik" mindestens 5 Neuabonnenten pro Monat finden, dass beim Budget maximal 50 Prozent eingespart werden und dass im schlimmsten Fall kein einziger Investor gefunden werden kann. knö

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