Remote Collaboration

Das Team im Flow erleben

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© Bruno Perrin
Claudia Widmann und Christian Stocker von Tjikko begleiten Teams und Unternehmen auf ihrem Weg zu bestmöglicher Kollaboration. Aus aktuellem Anlass haben wir die beiden gebeten, ihre Konzepte zum Thema Remote-Collaboration aufzuzeichnen. Entstanden ist eine vierteilige Serie. Folge 4: Das Team im Flow erleben.

Wieso erscheint niemand aus dem Projektteam im Steering-Committee Video-Meeting?

Die Updates sind zwar immer da und die Ziele werden erfolgreich erreicht, aber wo genau stehen die einzelnen Teammitglieder? Das sind Fragen, welche sich eine Person, ein Stakeholder stellt, welche ein Team in der "High-Performance Zone" von Aussen erlebt. Die Teammitglieder verschreiben sich komplett ihren Arbeiten, ihre gesamte Energie wird in die Bearbeitung der effektiven Arbeiten investiert. Die starke Vertrauensbasis ermöglicht dem Team eine Konfliktfähigkeit, an der es weiter wachsen kann anstatt zurückgeworfen zu werden.


Die Zusammenarbeit ist von Freude und Kreativität geprägt, denn die persönliche Arbeit wird mit einem grossen Fokus erledigt. Oft schätzen Teammitglieder die Remote-Zusammenarbeit in dieser Phase sehr stark, da sie den Fokus auf die produktive Arbeit noch verstärkt. Diese Fokusarbeit wird oft auch als Gefühl des Flows beschrieben. Ein Vertiefung, ein Abtauchen in die Arbeit, welche das Gefühl nach Zeit und den Bezug zur Aussenwelt verringert. Und genau zu den eingangs erwähnten Fragen bei Stakeholdern oder anderen Arbeitskollegen führen kann.

MusikerInnen, SportlerInnen, ProgrammiererInnen, steuern das Flow-Erlebnis gezielt an. Doch was genau bedeutet ein Flow Zustand?

Das Flow-Konzept

Das Konzept des Flows wurde in den späten 80er und 90er Jahren von Mihaly Csikszentmihalyi entdeckt. Csikszentmihalyi schrieb eine Reihe von Büchern zu diesem Thema und führte Interviews mit Menschen aus allen Lebensbereichen und beruflichen Hintergründen, darunter viele in kreativen Rollen. Sein Ziel war es herauszufinden, was es ist, das die Kreativität fördert, insbesondere bei der Arbeit.


Nach seiner Definition ist Flow ein Zustand, welcher sich wie folgt definiert: “A state in which people are so involved in an activity that nothing else seems to matter; the experience is so enjoyable that people will continue to do it even at great cost, for the sheer sake of doing it.” Damit der Flow-Zustand erreicht werden kann, gilt es vier Grundvoraussetzungen zu erfüllen:
  1. Der Aufgabe gewachsen sein: Das Ziel muss aus einer persönlichen Perspektive realistisch gesetzt werden. Gleichzeitig soll die Herausforderung mit den eigenen Fähigkeiten im Einklang stehen.
  2. Fokus: Ablenkungen unterbrechen den Flow-Zustand. Die Konzentration gilt ausschliesslich auf die ausgewählte Tätigkeit zu richten.
  3. Kleinen Erfolge als Energie-Booster: Mini Selbstreflexionen ermöglichen kleine Erfolgsmomente, damit ersichtlich wird, dass man dem Ziel laufend näher kommt.
  4. Motivation & Freude: Das Wichtigste zum Schluss: die Aufgabe, Tätigkeit, oder das Ziel motiviert in irgendeiner Form und so breitet einem die Arbeit auf dem Weg zum Ziel auch grosse Freude.

Von einem Leader braucht ein Team in dieser Phase der Remote-Zusammenarbeit vor allem eine Verbindungsperson zur “Aussenwelt des Teams”. Resp. eine Verbindung zu den wichtigsten Stakeholdern. Ebenso wichtig ist es in dieser Phase, die Aussenperspektive in die Produkt- oder Projektentwicklung ein zu bringen. Und ja, oft geht es dabei auch darum die letzten externen Barrieren, Steine aus dem Weg zu räumen, damit das Team optimal arbeiten kann. Sei es in Bezug auf Infrastruktur oder auf administrativer Ebene. Und zum Schluss noch dies: Die Kernfrage für einen Teamleader lautet in dieser Phase ggü. den einzelnen Teammitgliedern: Kann ich etwas für dich/euch tun?

Zwei Flow Strategie für Remote Teammitglieder

Der Flow-Zustand kann bewusst erreicht werden durch die Justierung des Zieles und der Aufgabe.

1. Die Aufgabe/das Ziel fühlt sich zu einfach an: Nach dem Gesetz der erzwungenen Effizienz werden Aufgaben spannender gestaltet und sich selbst ein gewisser (Zeit-)Druck geschaffen. Durch das Hinzufügen solcher Spiel- und Wettbewerbselemente mit sich selbst, lässt sich das Anforderungs Level heben.

2. Die Aufgabe/das Ziel fühlt sich unerreichbar an: In diesem Fall gilt es die Aufgabe oder das Ziel in kleinere Zwischenziele aufzuteilen. Durch das Erreichen kleinerer Meilenstein, lassen sich kleine Erfolge erzielen.
Zudem beeinflusst eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf sowie positive Emotionen das Erreichen des Flow Zustandes ebenfalls massgebend.

Das war die vierte und letzte Folge der Serie "Remote Collaboration". Hier zum Nachlesen die Folen 1 bis 3.




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