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Medienexperten fordern regulatorische Massnahmen gegen Facebook, Google & Co

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Eine Expertenbefragung der Publicom zeigt: Weil immer mehr Werbegelder in Suchmaschinen und Social Media abfliessen und dadurch die heimischen Medien, die für unsere Demokratie wichtig sind, bedroht sind,  fordern Experten ein reulatorisches Eindämmen der US-Internetgiganten.
Sorgen bereiten den 40 befragten Medienexperten nicht nur Intransparenz, Datenmissbräuche und Fake News bei Facebook, Google und anderen Internetgiganten, zunehmend gerät auch ihre Marktmacht ins Visier. Bereits im laufenden Jahr sollen Google und Facebook in der Schweiz die Umsatzgrenze von 2 Milliarden Franken knacken ("Schweiz am Wochenende", 27.6.18). Doch weil die US-Giganten ihre Länder-Umsätze geheim halten, weiss niemand genau, wie gross ihre Markt­­macht tatsächlich ist.


Eine Mehrheit der befragten Expertinnen und Experten schätzt den Anteil von Google & Facebook am Schweizer Werbemarkt auf bereits über 50 Prozent, und er soll in den nächsten fünf Jahren weiterwachsen. Gemäss DELPHInarium dürften in erster Linie die Printmedien, das Fernsehen und die übrige Onlinewerbung darunter leiden. Am wenigsten betroffen sind die Out-of-Home-Werbung und das Radio.
Publicom und sein DELPHInarium
Unter dem Begriff DELPHInarium publiziert die auf Medienforschung und –beratung spezialisierte Publicom zweimal jährlich Ergebnisse einer Experten­befragung. Am Panel sind vierzig Fach­leute der führenden Medien­unternehmen sowie Vertreter aus Werbung, Medienjourna­lismus, Kommu­nikationswissenschaft und Corporate Communications beteiligt.

Förderung von Qualitätsmedien soll Macht der US-Konzerne eindämmen

Die befragten Medienexperten betrachten die Entwicklung mit Sorge. Wenn Werbegelder zunehmend in Suchmaschinen und Social Media umverteilt werden, schwächt dies die demokratiepolitisch unverzichtbaren Medien, was letztlich unser demokratisches System bedrohen könnte, sagen sie. Eine deutliche Mehrheit der befragten Experten ist demnach der Meinung, dass die Macht von Facebook & Co regulatorisch beschränkt werden müsse. Als erfolgversprechendster Ansatz wird ein Ausbau der Medienförderung betrachtet. Auch die Einführung von rigorosen Datenschutzbestimmungen sollte in Erwägung gezogen werden. Drastischere Massnahmen wie z.B. die Einführung einer Online-Werbesteuer werden dagegen als weniger sinnvoll beurteilt.

Der ausführliche Report ist hier zu finden.
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