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2019 gehen rund 1,6 Milliarden Werbefranken an Google, Facebook & Co

Prognostizierte Werbevolumen ausgewählter Mediengattungen in der Schweiz für 2019 (in Mio. Franken)
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Prognostizierte Werbevolumen ausgewählter Mediengattungen in der Schweiz für 2019 (in Mio. Franken)
Die Werbeumsätze der Schweizer Medienhäuser werden auch 2019 schrumpfen, während Google & Co. weiter zulegen. Letztere ziehen insgesamt rund 1,6 Milliarden Franken aus dem Schweizer Markt ab. Das ist das Ergebnis einer neuen Expertenbefragung der Publicom.
Wenn es nach den befragten Experten geht, ist 2019 für die "alten" Medien keine Trendwende in Sicht: Sie gehen von einem weiter rückläufigen Werbevolumen für Presse, TV und Radio aus. Lagen die kumulierten Umsätze dieser drei Gattungen 2016 noch bei 2'214 Millionen Franken und 2017 bei 2'042 Millionen Franken (Zahlen der Stiftung Werbestatistik Schweiz), schätzen die Medienexperten das Volumen für 2019 auf noch 1'849 Millionen Franken (siehe Grafik oben). Das entspricht einem weiteren Rückgang von knapp 10 Prozent gegenüber 2017. Genau umgekehrt entwickelt sich dagegen das Volumen für Online-Werbung: Für 2019 prognostiziert das Publicom-DELPHInarium einen Online-Werbeumsatz von 2'272 Millionen Franken – die stetige Zunahme der letzten Jahre im Online-Bereich hält damit an.


Die Dominanz ausländischer Unternehmen im Online-Bereich ist eindrücklich: Google, Facebook, Instagram und Co. greifen das grösste Stück des Schweizer Online-Werbekuchens für sich ab. Die im DELPHInarium befragten Medienexperten gehen von einem durchschnittlichen Anteil ausländischer Unternehmen am Online-Werbevolumen in der Schweiz von knapp 70 Prozent aus. 50 Prozent der befragten Medienexperten schätzen, dass ausländische Unternehmen einen Anteil von 50 bis 74 Prozent des Schweizer Online-Werbevolumens auf sich vereinigen können. Weitere 42 Prozent gehen davon aus, dass der Anteil von Google und Konsorten bei bereits mehr als 75 Prozent liegt. Demgegenüber glauben nur gerade 8 Prozent, dass ausländische Unternehmen weniger als 50 Prozent des hiesigen Online-Werbevolumens abschöpfen können.
Zur Studie
Unter dem Begriff DELPHInarium publiziert die auf Medienforschung und -beratung spezialisierte Publicom zweimal jährlich Ergebnisse einer Expertenbefragung. Am Panel sind über vierzig Fachleute der führenden Medienunternehmen sowie Vertreter aus Werbung, Medienjournalismus, Kommunikationswissenschaft und Corporate Communications beteiligt.
In Franken bedeutet das: Google, Facebook und Co. nehmen rund 1'600 Millionen Franken an Werbeeinnahmen in der Schweiz ein. Damit gehen nach den befragten Experten knapp 40 Prozent aller Werbeerlöse, die in die Medien investiert werden, an ausländische Anbieter. Sie können einen Anteil auf sich vereinigen, der fast so gross ist, wie derjenige der gesamten Presse und TV zusammen.

Ausführlicher Report ist hier verfügbar.
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