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Trotz Sizmek-Insolvenz angeblich alles palletti im DACH-Raum

Sizmek übernimmt Rocket Fuel
© Sizmek
Sizmek übernimmt Rocket Fuel
Nachdem der US-amerikanische Adtech-Spezialist Sizmek Insolvenz angemeldet hat, gibt die österreichische Agentur 123Consulting Entwarnung: Zumindest im DACH-Raum befürchtet sie keinen Domino-Effekt.
Die anstehende Insolvenz des AdTech-Unternehmens Sizmek schlägt hohe Wellen: Die gesamte Branche der Online-Marketer könnte betroffen sein, von einem Domino-Effekt ist die Rede und von Auswirkungen auf andere AdTech-Unternehmen. Einfacher wird Online-Marketing jedenfalls nicht werden, meint Harald Grabner, Gründer und Geschäftsführer der Agentur 123Consulting.
Zur Insolvenz von Sizmek
Wie u.a. das Portal finanzen.ch schon letzte Woche berichtete, war der Adtech-Spezialist Sizmek auch dank Übernahmen gewachsen und hat sich dabei offenbar übernommen. Nun habe der einstige Adtech-Überflieger am Firmensitz in New York acht Insolvenzanträge gestellt. Diesen Schritt habe das Unternehmen auf seiner Webseite öffentlich gemacht.


Demnach hat sich Sizmek überschuldet. Laut den Insolvenzanträgen betragen die Verbindlichkeiten zwischen 100 und 500 Millionen Euro, aber auch die Vermögenswerte liegen demnach in diesem Bereich.

Noch vor wenigen Jahren galt das Unternehmen als Shootingstar der Adtech-Branche und übernahm unter anderem Ende 2017 den Konkurrenten Rocket Fuel für 145 Millionen Euro. Gleitet wird Sizmek vom deutschen CEO Mark Grether, der zuletzt den ehemaligen GroupM-Manager Sebastian Hupf zum Chef von Sizmek im DACH-Raum machte.


Sizmek erklärt in einer Mitteilung, die Geschäfte ganz normal weiterzuführen. Inwiefern das gelingen wird, hängt allerdings auch von den Kunden ab, die durch die Insolvenz das Vertrauen in Sizmek verlieren könnten. "Der Vorstand und das Managementteam von Sizmek prüfen weiterhin alle verfügbaren Optionen, einschließlich eines potenziellen Verkaufs unseres Geschäfts", heißt es.
„Sizmek wurde als umfassende Plattform mit direktem Adserverzugang aufgebaut und technisch mit zusätzlicher DSP-Funktionalität erweitert. Ein Gegengewicht zu Google und Facebook mit dem Ziel, auch als international agierende Werbeplattform handeln zu können“, so Grabner. Mit der anstehenden Insolvenz (Anmerkung: Chapter 11 erlaubt nach amerikanischen Recht das Weiterarbeiten und Restrukturieren) gehe ein wichtiger globaler Player verloren, dramatische Auswirkungen für Österreich bzw. den DACH-Raum sieht der CEO allerdings nicht: „Kampagnen können sehr schnell umgebucht werden. Problematisch wären nur Vorauszahlungen, die aber ohnehin nicht die Regel sind, da normalerweise nach tatsächlichem Volumen und Werbeaufwand verrechnet wird“, so Grabner.
Harald Grabner
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Harald Grabner
Von einem Domino-Effekt könne zumindest für Österreich keine Rede sein, auf globaler Ebene seien die Auswirkungen der Insolvenz allerdings signifikant. Schließlich sei mit Sizmek die größte unabhängige Werbeplattform der Welt gescheitert, die zuletzt auch wegen markanter Sicherheitsmängel in die Schusslinie gekommen war. Zahlreiche Gläubiger werden in den kommenden Tagen die Situation streng beäugen.

Entwicklung des Marktes kaum absehbar

Der DACH-Bereich habe dabei den Vorteil, dass es viele lokale „Platzhirsche“ gebe, ergänzt Grabners Geschäftspartner Thomas Apollonio. „Die zentrale Frage, die sich nach der Sizmek-Insolvenz stellt, ist: Welche internationalen Größen gibt es überhaupt noch, die es mit Google und Facebook aufnehmen können? Es ist derzeit noch nicht absehbar, wie sich der Markt überhaupt entwickeln wird oder wie sich die Insolvenz tatsächlich auswirken kann – Prognosen diesbezüglich sind sehr schwierig“, so Apollonio.
Über 123Consulting
123Consulting ist Experte für digitale Marketingstrategien. Die Beratung zählt ebenso zum Leistungsportfolio wie die Umsetzung. Das Team ist spezialisiert auf integriertes Marketing für einen digitalen Markenauftritt. Die inhaber-geführte Agentur verfügt über ein breites Partnernetzwerk und Erfahrung im Digital Marketing. 123Consulting wurde 2006 in Österreich gegründet und hat Filialen in Wien und Berlin. Zu den Kunden zählen u.a ÖAMTC, ZGONC, Vaillant Group Austria, Hollywood Megaplex, Ja!Natürlich, Medizinfuchs.de oder EVN. www.123consulting.com
Etwaige Auswirkungen auf die eigene Agentur ließen sich dann abfedern, wenn man mehrere Technologien (sog. Tech Stacks) zur Verfügung habe – alsoTechnologien, die im Arbeitsalltag regelmäßig zum Einsatz kommen. „Dann kann man zur Not schnell wechseln. Allerdings braucht es dafür wieder jede Menge Knowhow in der Betreuung und Nutzung der Tech-Stacks“, so Grabner und Apollonio. Gleichzeitig stehe man im ständigen Spannungsfeld von digitaler Medienplanung, Technik und (personeller) Ressourcen sowie den wachsenden Kundenbedürfnissen.
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