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Rüge für das St. Galler Tagblatt

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Marketing-Kommunikation oder Redaktion? Gerade im digitalen Redaktionsumfeld wird die Unterscheidung zunehmend schwierig
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Marketing-Kommunikation oder Redaktion? Gerade im digitalen Redaktionsumfeld wird die Unterscheidung zunehmend schwierig
Im St. Galler Tagblatt erschien ein Interview mit dem Länderchef einer Wirtschaftsprüfungsfirma unter dem Titel "Vier-Augen-Gespräch ist unersetzbar". Der Schweizer Presserat hat sich dabei mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob das Interview, ein eher untypisches Format für Werbung, für den Leser klar als bezahlter Inhalt erkennbar war. Er kommt zum Schluss, dass die nicht der Fall war. 
Am Ende des Interviews stand zwar der Hinweis "Dieses Interview wurde im Auftrag von EY Schweiz geführt". Da die Layout-Unterschiede im Vergleich zum redaktionellen Inhalt jedoch gering waren, war für Durchschnittsleserinnen aus Sicht des Pressrats nicht klar ersichtlich, dass sie es mit einem kommerziellen Inhalt zu tun hatten. Weil sich das Inserat gestalterisch kaum vom redaktionellen Teil abhob, hätte es einer expliziten Deklaration als Werbung bedurft. Die aber fehlte. Der Presserat entschied deshalb, dass das «St. Galler Tagblatt» das Gebot der Trennung von redaktionellem Teil und Werbung verletzt hat. Seit seinem Leitentscheid 67/2019 hat der Presserat mehrere Stellungnahmen zu diesem Thema verabschiedet. Er hält erneut deutlich fest, dass der durchschnittliche Leser auf den ersten Blick erkennen muss, dass er Werbung vor sich hat.


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