Preisüberwacher

Versände bei grenzüberschreitendem Onlinehandel sollten günstiger werden

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Das Bestellen von Waren im Ausland dürfte künftig weniger Ärger bereiten.
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Das Bestellen von Waren im Ausland dürfte künftig weniger Ärger bereiten.
Der Preisüberwacher hat sich mit der Post und der Eidgenössischen Zollverwaltung geeinigt, dass bei der Einfuhr von Kaufgegenständen via Postkanal auf die Aufrechnung pauschaler Porti für die Berechnung der Mehrwertsteuer verzichtet wird. Neu wird davon ausgegangen, dass die Portokosten im Rechnungsbetrag inbegriffen sind.

Jede Lieferung aus dem Ausland muss grundsätzlich dem Zoll vorgelegt werden. In vielen Fällen erledigt dies die Post. Bei Sendungen, deren Wert – inkl. Porto – unter 65 Franken liegt (bzw. unter 200 Franken, wenn wie etwa bei Büchern der verminderte Mehrwertsteuersatz zur Anwendung gelangt), verzichtet die Post auf die Verrechnung von sogenannten Zollvorlagekosten. Sie muss in diesen Fällen auch keine Mehrwertsteuer erheben.



Da jedoch die eigentlichen Porti Teil des zu vermehrwertsteuernden Sendungswertes sind, kann es vorkommen, dass der eigentliche Warenwert unterhalb der kritischen Grenze von 65 Franken liegt, diese Grenze wegen der aufzurechnenden Porti aber überschritten wird und deshalb dennoch Mehrwertsteuer abgeführt werden muss. Dies löst dann auch die Zollvorlagekosten der Post aus, die ebenfalls noch bezahlt werden müssen.

Besonders kritisch war dies bis anhin bei Sendungen, auf welchen nicht klar deklariert war, wie hoch die Porti sind, bzw. bei welchen diese Porti nicht einfach anhand der Briefmarken abgelesen werden konnten. In diesen Fällen wurden die Porti anhand eines pauschalen Wertes bestimmt und in den Warenwert mit eingerechnet. Bei diesen pauschalen Werten handelte es sich um durchschnittliche Portowerte für eine Sendung vom Ausland in die Schweiz, welche aufgrund ihrer beachtlichen Höhe oft die Pflicht zur Erhebung der Mehrwertsteuer auslösten.


Der Preisüberwacher hat sich nun mit der Post und der Eidgenössischen Zollverwaltung darüber geeinigt, dass bei der Einfuhr via Postkanal von Kaufgegenständen davon ausgegangen wird, dass die Portokosten im Rechnungsbetrag inbegriffen sind, vorausgesetzt die Angaben scheinen gesamthaft plausibel. Es ist davon auszugehen, dass die Anwendung des pauschalen Portowertes durch die Post durch diese Einigung merklich zurückgehen wird.

Die entsprechende Richtlinie R-69-03 (Ziffer 11.1.4) der Zollverwaltung ist hier zu finden. 

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