Präventionskampagne

"Hast du Eier, Freier?"

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Die Kantonspolizei Basel-Stadt und die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) starten gemeinsam die Online-Kampagne "Hast du Eier, Freier?" als Initiative gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel in der Schweiz. Ab dem 3. September 2021 werden Freier mit provokativen Slogans direkt angesprochen, beim Konsum sexueller Dienstleistungen achtsam zu sein.

Nicht alle, die in der Prostitution arbeiten, tun das freiwillig. Auch in der Schweiz gibt es Frauen, die zur Sexarbeit gezwungen werden und die meistens nur eine Kontaktmöglichkeit zur Aussenwelt haben: die Freier. Um Fälle von Menschenhandel zu erkennen, sind die Strafverfolgungsbehörden auch auf deren Mithilfe angewiesen. Vor diesem Hintergrund ist das Kooperationsprojekt zwischen der SKP und der Kantonspolizei Basel-Stadt entstanden. Mit der Kampagne werden Konsumenten von Sexdienstleistungen sensibilisiert, dass Zwangsprostitution und Menschenhandel auch in der Schweiz eine Realität sind und dass aus dem engen Kontakt zu den Sexarbeitenden für die Kunden eine Verantwortung entsteht.


Wenn Sexkonsumenten diese Verantwortung bewusst gemacht wird, können diese durch entsprechendes Handeln einen erheblichen Beitrag zur Erkennung und Bekämpfung von Menschenhandel leisten. Oftmals haben Freier einen engen Kontakt mit Sexarbeiterinnen, weshalb sie möglicherweise Verdachtsfälle auf Menschenhandel frühzeitig erkennen können.
Ein Mann, der Eier hat, hat Rückgrat. Er würde niemals Schwächere ausnutzen, sondern er würde ihnen helfen. Auch (und besonders) dann, wenn er Sexdienst­leistungen in ­Anspruch nimmt.
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Ein Mann, der Eier hat, hat Rückgrat. Er würde niemals Schwächere ausnutzen, sondern er würde ihnen helfen. Auch (und besonders) dann, wenn er Sexdienst­leistungen in ­Anspruch nimmt.
Als Kunde einer Sexarbeiterin merkst du schnell, ob sie sich mit dir wohlfühlt oder ob sie ein Problem hat. Es muss ja nicht gerade eine blutende Schnittwunde sein, doch vielleicht hat sie ein überschminktes blaues Auge. Oder sie sieht einfach nur furchtbar traurig aus.
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Als Kunde einer Sexarbeiterin merkst du schnell, ob sie sich mit dir wohlfühlt oder ob sie ein Problem hat. Es muss ja nicht gerade eine blutende Schnittwunde sein, doch vielleicht hat sie ein überschminktes blaues Auge. Oder sie sieht einfach nur furchtbar traurig aus.
Zu 99% sind es Männer, die Sexdienstleistungen in Anspruch nehmen. Zwangsprostitution ist also ein männergemachtes Problem! Und nur Männer können es lösen: Auch du, indem du deine Sexarbeiterin als Mensch betrachtest und nicht nur als Sexobjekt.
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Zu 99% sind es Männer, die Sexdienstleistungen in Anspruch nehmen. Zwangsprostitution ist also ein männergemachtes Problem! Und nur Männer können es lösen: Auch du, indem du deine Sexarbeiterin als Mensch betrachtest und nicht nur als Sexobjekt.
Mit der Präventionskampagne werden Freier direkt angesprochen und zur Mithilfe aufgefordert. Konkret werden sie in der Kampagne auf den einschlägigen Sex-Portalen mit vier provozierenden Slogans auf Online-Bannern neugierig gemacht und auf eine Seite geleitet, auf der ihnen erläutert wird, bei welchen Anzeichen sie es möglicherweise mit Zwangsprostitution zu tun haben und wie sie entsprechend reagieren sollten. Die Banner werden über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auf verschiedenen für Sexinserate vorgesehenen Webseiten geschaltet.

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