Portfoliobereinigung

Die Migros will Globus, Interio Gries Deco und m-way verkaufen

Die Migros will unter anderem den Luxus-Brand Globus verkaufen, weil er zu wenig zur Migros-DNA passt.
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Die Migros will unter anderem den Luxus-Brand Globus verkaufen, weil er zu wenig zur Migros-DNA passt.
Die Migros-Gruppe will verstärkt in ihr strategisches Kerngeschäft und den Online-Handel investieren. In diesem Zusammenhang will sie ihre Tochterunternehmen Globus, Gries Deco Gruppe (Depot), Interio und m-way abstossen und sucht dafür Käufer.
Die Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes hat entschieden, für Globus, die Gries Deco Gruppe (Depot), Interio und m-way neue Eigentümer zu suchen und startet dazu entsprechende Verkaufsprozesse. Die betreffenden Unternehmen seine "gut positioniert und für die Zukunft gerüstet", heisst es in einer Mitteilung. Trotzdem seien die Synergien mit dem Migros-Kerngeschäft eher gering. "Unsere fundierten Analysen haben gezeigt, dass diese Unternehmen ausserhalb der Migros-Gruppe bessere Erfolgsaussichten haben. Die Migros ist heute nicht mehr die beste Eigentümerin", sagt dazu Fabrice Zumbrunnen, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes.
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Die Migros-Gruppe schärft damit ihren strategischen Fokus. Sie setzt auf eine verstärkte Profilierung im Kerngeschäft, den Ausbau des Convenience-Segments, der digitalen Vertriebskanäle und des Gesundheitsbereichs sowie die Weiterentwicklung der Fachmärkte Do it + Garden, OBI, melectronics, micasa, SportXX und Bike World. Zudem will sie Mittel freisetzen, um verstärkt in ihre strategischen Geschäftsfelder investieren zu können.

Globus: Zu sehr Luxus, zu wenig Migros-DNA

Globus – seit 1997 im Mehrheitsbesitz des MGB – hat sich mit der One-Brand-Strategie in den letzten zwei Jahren positiv weiterentwickelt und seine Stellung im Premiumsegment gestärkt. Die Entwicklung Richtung Warenhaus der Zukunft schreitet mit stetig steigenden Marktanteilen planmässig voran. Zudem weist Globus ein sehr starkes Wachstum im Online-Geschäft aus; im Jahr 2019 werden bereits knapp 10 Prozent des Gesamtumsatzes online erzielt werden. Mit der verstärkten strategischen Ausrichtung von Globus auf das Premium- und Luxus-Segment entfernt sich Globus weiter von der DNA der Migros. "Dadurch ergeben sich immer weniger gemeinsame Berührungspunkte und Synergien für die Zukunft", schreibt die Migros

Depot stationär und online im Ausland stark gewachsen

Die Gries Deco Gruppe – seit 2012 mehrheitlich im Besitz des MGB – ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, insbesondere in Deutschland und Österreich. Mit zahlreichen Massnahmen hat sie sich strukturell auf die veränderten Marktbedingungen ausgerichtet. Im Online-Geschäft verzeichnet Depot als bekannter Brand von Einrichtungs- und Dekorationswaren ein besonders hohes und profitables Wachstum. Da die Gries Deco Gruppe abseits des Migros-Kerngeschäfts stationär und online überwiegend ausserhalb des Heimmarktes Schweiz der Migros tätig ist und auch dort Wachstumspotential aufweist, sieht die Migros bessere Entwicklungschancen bei einem künftigen neuen Eigentümer.

m-way: Nicht mehr grün hinter den Ohren

Die 2010 gegründete Migros-Tochter m-way gehört heute zu den führenden Anbietern von E-Bikes in der Schweiz. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren vom Start-up zum erwachsenen Unternehmen entwickelt, für welches die Migros ausserhalb ihrer Gruppe die besseren Chancen sieht, weiter wachsen zu können.

Interio-Filialen: Nicht wie geplant entwickelt

Die elf Filialen für Möbel und Wohnaccessoires von Interio profitieren als meist alleinstehende Filialen nicht von genügend Synergien mit der Migros und haben sich im wettbewerbsintensiven Möbelmarkt leider nicht wie geplant entwickelt. Sie verfügen bei der Migros zudem nicht über die kritische Grösse für eine nachhaltige Entwicklung. Für die Standorte von Interio sieht die Migros deshalb bessere Entwicklungschancen mit einem neuen Eigentümer oder Betreiber. Unabhängig davon muss das Interio Wohncenter im luzernischen Emmen bis spätestens Ende März 2020 seine Türen schliessen, weil der Mietvertrag auf diesen Zeitpunkt ausläuft und ein wirtschaftlicher Betrieb im örtlichen Mietverhältnis nicht möglich ist.


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