Personalbeschaffung

Neue Recruiting-Prozesse sind von Dauer

   Artikel anhören
Frage: "Wie wurde der Rekrutierungsprozess angepasst?"
© Grafik: "JobCloud Market Insights"
Frage: "Wie wurde der Rekrutierungsprozess angepasst?"
Schweizer Unternehmen haben ihre Personalbeschaffung den mit der Corona-Pandemie einhergehenden Einschränkungen angepasst. Viele Firmen werden die veränderten Rekrutierungsabläufe beibehalten, zeigt die Studie "JobCloud Market Insights".
Für die vierte Ausgabe der Studie des Online-Stellenportals JobCloud und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wurden Angebot und Nachfrage auf jobs.ch und jobup.ch für das Jahr 2020 analysiert. Dazu kam eine Online-Umfrage unter mehr als 600 Arbeitgebern und 12.000 Arbeitnehmern im Oktober vergangenen Jahres. Dabei gaben fast 60 Prozent der Unternehmen in der Deutschschweiz an, nunmehr das erste Vorstellungsgespräch digital abzuhalten, in der Westschweiz sind es 44 Prozent. Nur ausgewählte Kandidaten werden danach zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch eingeladen. Gänzlich auf Face-to-Face-Interviews verzichtet inzwischen mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen in der Westschweiz beziehungsweise jedes sechste Unternehmen in der Deutschschweiz. Eine zunehmende Digitalisierung im Rekrutierungsprozess zeigt sich zudem in einem verstärkten Einsatz von digitalen Tests und Assessments.


Die veränderten Abläufe werden laut der Studie bei vielen Unternehmen über die Coronakrise hinausgehen. Vor allem trifft dies auf grössere Unternehmen zu: Je grösser das Unternehmen, desto eher will es die Anpassungen beibehalten - wenn auch nicht alle davon. Nur wenige Grossunternehmen gaben an, zum alten Rekrutierungsprozess zurückkehren zu wollen (6%). Während auch nur wenige mittelgrosse Unternehmen zur alten Handhabe zurückwollen (13%), ist es bei den kleinen Firmen ein knappes Viertel.

Trotz den aktuellen Herausforderungen blieb das Rekrutierungsbudget 2020 in vielen Unternehmen unangetastet. So haben knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen in der Deutschschweiz angegeben, ihr Budget für die Personalbeschaffung habe sich im Verlauf des Jahres 2020 nicht geändert. In der Westschweiz wollte allerdings etwa die Hälfte Kürzungen vornehmen. Von Budgetkürzungen waren Kleinbetriebe bis 49 Mitarbeitende sowie Grossunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden stärker betroffen als mittlere Betriebe. Mittlere Betriebe haben am wenigsten auf die Krise reagiert und ihr Budget überwiegend beibehalten.
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats