Pablo Koerfer, Roman Geiser

Im HORIZONT-Interview zur Übernahme von Rod durch Farner

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Schreibt E-Mails in 15 Sekunden, Roman Geiser, CEO & Managing Partner bei Farner (links). Spielt ambitioniert Kanupolo, Pablo Koerfer, Geschäftsführer und Partner von Rod.
© Farner/Rod
Schreibt E-Mails in 15 Sekunden, Roman Geiser, CEO & Managing Partner bei Farner (links). Spielt ambitioniert Kanupolo, Pablo Koerfer, Geschäftsführer und Partner von Rod.
Rod geht an Farner, bleibt aber unabhängig. Im Gespräch mit Roman Geiser, CEO & Managing Partner bei Farner und Pablo Koerfer, Geschäftsführer und Partner bei Rod, bekommt man den Eindruck eines positiven Schritts, der sich für beide Seiten auszahlen sollte. Das ist zu hoffen, auch mit Blick auf die Mitarbeitenden und die Kunden. Lesen Sie, was die beiden sagen.
Herr Geiser, wieso Rod? Wir kennen und schätzen die Agentur Rod seit vielen Jahren. Die kreative Handschrift ist super spannend. Entscheidend war dann aber, dass es nicht nur auf der strategischen Ebene stimmt, sondern dass vor allem auch die menschliche Seite passt. Wir haben uns in den letzten Monaten noch viel besser kennengelernt und in den Begegnungen war viel Lust und Kraft für gemeinsame Zusammenarbeit zu spüren.


Herr Koerfer, wieso Farner? Ich kann mich Romans Worten nur anschliessen. Uns verbindet der unternehmerische Geist. Das war für uns ausschlaggebend für diesen Schritt.

Herr Geiser, bleibt der Brand Rod am Markt? Ja, und nicht nur das. Rod bleibt an der Bürglistrasse und pflegt die eigene Handschrift weiter. Davon ausgehend sind projektbezogen alle Formen der Zusammenarbeit denkbar. Vom Pitch miteinander bis zum Pitch gegeneinander. Für die Kunden beider Kreativ-Teams ist aber vor allem der Zugang zu den Spezialistinnen und Spezialisten aus der ganzen Farner-Gruppe interessant. Beide Kreativ-Teams können für ihre Kunden auf digitale Expertise, Branding-Fachleute, Change-Spezialisten, die Technologie-Kompetenz im Farner Lab und bei DU DA etc. zugreifen.


Herr Koerfer, Sie treffen bei Farner auf sehr starke, kreative Persönlichkeiten. Worauf freuen Sie sich dabei ganz besonders? Farner ist eine Agenturmarke, die wir drei Partner immer bewundert haben. Jetzt haben wir die Möglichkeit, mit den Besten der Branche zusammenzuarbeiten. Das ist für uns persönlich sehr bereichernd und wird uns noch besser machen. Und Farner hoffentlich auch.

Hier unser Newsbericht zur Übernahme. 

Herr Geiser, Sie haben jetzt viele starke kreative Persönlichkeiten unter einem grossen Dach. Wie muss man sich die Zusammenarbeit vorstellen? Wir haben jetzt zwei unabhängige Kreativteams innerhalb der Farner-Gruppe. Wichtig ist, dass beide Teams ihre Handschrift beibehalten und sich unabhängig voneinander weiterentwickeln, gleichzeitig aber auch Gemeinsamkeiten entwickeln. Die Welt der Kommunikation ist in den letzten Jahren sehr viel komplexer geworden. Das erfordert unterschiedliche Tonalitäten, Perspektivenvielfalt und wirkungsvolle kreative Handschriften. Die neue Konstellation soll genau das ermöglichen.

Herr Geiser, Sie wachsen seit längerem durch Zukäufe. Wachsen Sie organisch zu wenigDie Agentur konnte in den letzten Jahren stark wachsen. Im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent pro Jahr. Aus eigener Kraft und ohne Akquisitionen. Dieses organische Wachstum in den Kerndisziplinen hat uns erlaubt, das Angebot von Farner hin zur komplettesten Agentur der Schweiz zu ergänzen und Disziplinen wie Change Communication, Brand Communications, Commtech mit DU DA und Branding – Markus Gut und Team – hinzuzufügen. In der Summe ergibt dies 50 % organisches Wachstum und 50 % Akquisitionen. Die Welt der Kommunikation wandelt sich rasant. Entsprechend ist es zentral, dass Agenturen die Kraft haben, in Digitalisierung, Datenmanagement und Technologie zu investieren. Das haben wir in den letzten Jahren konsequent gemacht, was uns heute beflügelt.
Keine Weltreise: 1.8 km trennen die Teams von Farner und Rod. Mit dem Fahrrad eine Sache von 8 Minuten.
© Google Maps
Keine Weltreise: 1.8 km trennen die Teams von Farner und Rod. Mit dem Fahrrad eine Sache von 8 Minuten.
Herr Koerfer, wie reagieren ihre Kunden? Die Reaktionen waren sehr positiv. Dass wir unseren Kunden nun Zugang zum komplettesten Kommunikationsangebot bieten können, also zum Beispiel Performance-Marketing, Branding oder Change Management, hat sie überzeugt. Natürlich gibt es bei einzelnen Fragen, die wir aber in den kommenden Tagen sicher klären können.

Gestern haben wir im HORIZONT-Newsletter die Abkehr des Versandhändlers Otto vom klassischen TV-Spot aufgegriffen. Das Weihnachtsgeschäft soll via TikTok, Tinder und Co. in Schuss gebracht werden. Wo steht Farner im Digitalen? Unser Digital-Marketing-Team um Daniel Jörg ist marktführend. Wir haben in der Kombination von Digital, Commtech und Farner Lab über 30 Leute im Einsatz. Wir decken damit alle Bereiche ab: Content Marketing, Performance Marketing, Datenmanagement und Web-Services. Oder neue Anwendungen im Farner Lab wie Voice Marketing oder VR. Diese Aufstellung von Farner im Bereich Digitalisierung, Daten und Technologie ist auch sehr wichtig für das Rod-Team, das nun jederzeit auf diese Kompetenzen zurückgreifen kann.

Herr Koerfer welche dieser Kompetenzen werden Sie jetzt als erstes in Ihre Abläufe einbauen – und wie? Es gibt Synergien im Hintergrund, aber die Art und Weise, wie wir Briefings angehen und zusammenarbeiten, bleibt unverändert. Entscheidend für uns ist, dass wir unseren Kunden nun aus einer Hand spezialisierte Disziplinen anbieten können. Das haben wir bis jetzt über spezifische Kollaborationen gelöst.

Herr Geiser, wie sehr spüren Sie den Druck auf die Preise, die Margen? Nur wer sich differenziert, kann dem Margendruck widerstehen. Wenn wir nur klassische Werbung anbieten würden, so hätten wir wohl 50 Mitbewerber, die gegen uns antreten könnten. Wir versuchen uns zu differenzieren, indem wir für unsere Kunden massgeschneiderte Teams zusammenstellen, die beispielsweise Werbung kombinieren mit digitalen Services, Content, Storytelling, regionaler Verankerung und Medienarbeit. Das bringt für den Kunden zusätzliche Wertschöpfung und erlaubt uns, anders zu sein, als es andere Agenturen sind. Das Modell der multidisziplinären Spezialisten-Agentur differenziert uns.

Herr Koerfer, wie haben Sie das jetzt zuletzt bei Rod erlebt. Die Preis- und Kostendiskussion? Ich schliesse mich Roman an – „anders“ ist immer besser als „besser“.

Herr Geiser, keine Perle scheint vor Ihnen sicher. Wen haben sie als nächstes im Visier, Sie müssen keine Namen nennen, aber vielleicht Kompetenzen? Rod ist tatsächliche eine Perle! Nicht, dass wir irgendwelche Pläne in dieser Richtung hätten, aber mich interessiert derzeit das Thema Neuromarketing und Behavioural Sciences sehr. Ebenso Felder wie datengetriebenes Marketing oder AI. Aber auch angestammte Disziplinen bieten viel Dynamik, beispielsweise die Purpose-Diskussion in der Unternehmenskommunikation oder Employer Branding.




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