Orell Füssli AG

Solides Ergebnis in schwierigem Marktumfeld

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Seit Januar 2007 gehört der Globi Verlag zum Orell Füssli Verlag und wird dort als Imprint geführt. Der neuste Band "Globi im Spital" trug gemäss Mitteilung positiv zum Ergebnis der Orell Füssli AG bei.
© Globi Verlag
Seit Januar 2007 gehört der Globi Verlag zum Orell Füssli Verlag und wird dort als Imprint geführt. Der neuste Band "Globi im Spital" trug gemäss Mitteilung positiv zum Ergebnis der Orell Füssli AG bei.
Das vor über 500(!) Jahren gegründete Unternehmen Orell Füssli erzielte im ersten Halbjahr 2020 einen Nettoerlös von CHF 104.1 Mio. Der Rückgang von 10% gegenüber der Vergleichsperiode (CHF 115.2 Mio.) ist hauptsächlich auf coronabedingte Effekte, den veränderten Produktmix in der Division Sicherheitsdruck und den Verkauf der Track & Trace Aktivitäten bei Zeiser zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich im ersten Halbjahr 2020 auf CHF 6.7 Mio. (Vorjahr CHF 8.1 Mio.). Das Halbjahresergebnis ist mit CHF 8.0 Mio. wesentlich besser als im Vorjahr (CHF 5.4 Mio.), was hauptsächlich auf steuerliche Gründe zurückzuführen ist. Aber auch von Verlagsseite gibt es "Good News". So entwickelte sich der Erlös von "Globi im Spital" positiv. 


Die wichtigsten Erebebnisse im Überblick

  • Robustes Geschäftsmodell der Gruppe bestätigt sich in ausserordentlichem Markt
  • Sicherheitsdruck: Verzögerungen bei Lieferungen und Gewinn neuer Aufträge
  • Zeiser: Solider Auftragsbestand und hohe Auslastung
  • Buchhandel: Starker online Handel grenzt Corona-bedingten Umsatzrückgang ein
  • Verlage: Anhaltende Transformation führt zu verbessertem Nettoerlös
  • Neuer digitaler Geschäftsbereich lanciert

Sicherheitsdruck unter Vorjahresperiode

Die Division Sicherheitsdruck blieb im ersten Halbjahr 2020 erwartungsgemäss unter der Vorjahresperiode und verzeichnete eine rückläufige Geschäftsentwicklung. Der Nettoerlös reduzierte sich aufgrund coronabedingter Verzögerungen bei der Lieferung einzelner Aufträge und der Erhöhung des Anteils internationaler Kunden am Produktmix auf CHF 48.7 Mio. (Vorjahr CHF 56.0 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug für die ersten sechs Monate CHF 5.9 Mio. (Vorjahr CHF 6.6 Mio.). Trotz Einschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte die Produktion im ersten Halbjahr 2020 aufrechterhalten und zusätzliche Aufträge internationaler Kunden gewonnen werden. Neben den internationalen Druckaufträgen wurden im ersten Halbjahr weiterhin Banknoten für die Schweizerische Nationalbank sowie für einen weiteren Ankerkunden produziert. Im Bereich Identitäts-Dokumente wurde der Grundstein für ein erstes digitales Projekt gelegt. Der Auftragsbestand per 30. Juni 2020 sichert eine gute Auslastung für das Jahr 2020 und reicht bis ins Jahr 2021.

Divsion Buchhandel leicht rückläufig

Die Division Buchhandel erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2020 einen Nettoerlös von CHF 38.2 Mio. (Vorjahr CHF 40.9 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF -0.6 Mio. (Vorjahresperiode CHF 0.4 Mio.). Der Rückgang von Nettoerlös und Betriebsergebnis ist auf die coronabedingte Schliessung sämtlicher Filialen zwischen dem 17. März bis 10. Mai 2020 zurückzuführen. Während der Gesamtmarkt in den ersten sechs Monaten aufgrund der COVID-19-Pandemie schrumpfte, vermochte die Division Buchhandel Marktanteile zu gewinnen. Eine wichtige Stütze stellten dabei das Digital- und Onlineversand-Geschäft mit einer Umsatzsteigerung von 61% gegenüber dem Vorjahr dar. Das stationäre Filialportfolio konnte mit zwei Neueröffnungen in Regensdorf und in Volketswil weiter auf 36 Standorte ausgebaut werden. Im Geschäftskundenbereich wurden die Aktivitäten von LC Lehrmittel (studentbooks.ch) in die Delivros Orell Füssli AG integriert und damit die Präsenz in diesem wichtigen Marktsegment weiter gestärkt.

Orell Füllsi Verlage mit positiver Entwicklung

Die Orell Füssli Verlage erzielten im ersten Halbjahr 2020 mit CHF 4.7 Mio. (Vorjahr CHF 4.0) einen um 15% höheren Nettoerlös als in der Vorjahresperiode. Die Steigerung ist vor allem auf höhere Verkaufszahlen in den Bereichen Kinder- und Sachbuch zurückzuführen. Insbesondere entwickelte sich der Erlös von «Globi im Spital» positiv. Der Bereich Sachbuch zeigte im ersten Halbjahr 2020 mit drei Bestsellern im Frühjahrsprogramm eine erfreuliche Entwicklung. Die Programmbereiche Lernmedien und Juristische Medien befanden sich in einer stabilen Umsatzsituation, jedoch aufgrund der coronabedingten Schliessung von Schulen und Universitäten leicht unter dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2020 lag der Fokus auf der Umsetzung des eingeleiteten Transformationsprojektes. Per November 2020 wird neu Frau Martina Barth die Leitung der Orell Füssli Verlage übernehmen.

Aufbau Geschäftsbereich mit digitalem Fokus

Der Aufbau eines neuen Geschäftsbereiches mit Fokus auf digitale Anwendungen im Bereich Sicherheit und Bildung konnte im ersten Halbjahr 2020 mit einem ersten strategischen Engagement in die Firma Procivis AG erfolgreich lanciert werden. Die E-Government-Technologie von Procivis ermöglicht Bürgern den sicheren Zugang zu behördlichen und privaten Dienstleitungen basierend auf einer digitalen Identität.

Divison Zeiser mit rückläufiger Entwicklung 

Die Division Zeiser erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2020 einen Nettoerlös von CHF 12.4 Mio. (Vorjahr CHF 14.6 Mio.). Der Rückgang im Nettoerlös ist unter anderem auf den im Vorjahr abgeschlossenen Verkauf des Standorts Paderborn sowie die Beendigung der Lohnfertigung für AZ Coesia zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF 2.8 Mio. (Vorjahr CHF 3.5 Mio.). Das operative Betriebsergebnis lag hingegen knapp 20% über Vorjahr und dies obwohl einige staatliche Organisationen aufgrund der COVID-19-Pandemie mit Investitionen vorübergehend zuwarteten. Die Auflösung der Niederlassung in Italien wurde im ersten Halbjahr vorangetrieben und die Eingliederung der Wertschöpfungsprozesse der Tochtergesellschaft in England konnte am Standort Emmingen abgeschlossen werden. Dank des soliden Auftragsbestandes rechnet die Division Zeiser mit einer Vollauslastung für das Jahr 2020.

Verhalten optimistische Aussichten für 2020

Die wirtschaftlichen Perspektiven und die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Gesellschaft, Konsumverhalten und Wirtschaftsleistung sind derzeit schwierig einzuschätzen. Sollte es zu keiner weiteren Verschärfung der aktuellen Situation kommen, rechnet Orell Füssli weiterhin damit, dass der Nettoerlös der Orell Füssli Gruppe leicht unter 2019 und die EBIT-Marge im mittleren einstelligen Bereich liegen wird.

Der Band "Globi im Spital" kann übrigens hier bestellt werden. 





Über Orell Füssli
Orell Füssli ist ein Pionier im Bereich Sicherheit und Bildung. Als Experte für Sicherheitslösungen für Staat und Bürger und als führendes Schweizer Unternehmen im Buchhandel unterstützt Orell Füssli seine Kunden mit einem einzigartigen und kundenspezifischen Angebot. Als führender Systemanbieter für Sicherheitstechnologien und Identifikationssysteme und langjähriger Partner von Staaten setzt Orell Füssli technologische Standards. In den Bereichen Sicherheitsdruck und Serialisierung bietet Orell Füssli innovative Druckverfahren, Anlagen und Dienstleitungen, um Banknoten, Wert- und Identitätsdokumente zu erstellen und erfolgreich zu schützen. Mit seinen attraktiven Gross- und Spezialbuchhandlungen bietet Orell Füssli ein breites Einkauferlebnis rund ums Buch. Im Buchhandel ist Orell Füssli mit 50% an der Orell Füssli Thalia AG beteiligt, die ein umfassendes Angebot mit 36 Filialen in der Deutschschweiz und verschiedene E-Commerce-Dienstleistungen anbietet. Für Bibliotheken und Unternehmen erbringt Orell Füssli Logistik- und Serviceleistungen. Orell Füssli wurde vor über 500 Jahren gegründet und erzielt mit rund 600 Mitarbeitenden an Standorten in fünf Ländern einen Umsatz von rund CHF 250 Mio. Orell Füssli ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert
Symbolbild Buchlesen am Strand
© Foto von Dan Dumitriu auf Unsplash
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Orell Füssli AG hat Martina Barth zur neuen Leiterin der Orell Füssli Verlage ernannt. Frau Barth wird ihre Tätigkeit am 1.11.2020 aufnehmen. Martina Barth (1966) ist eine profunde Kennerin der Schweizer Verlagsbranche und verfügt über langjährige Erfahrung und umfassende fachtechnische Expertise im Verlagswesen und im Bereich Digitale Medien, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

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