OnlyFans

Social-Media-Plattform der letzten Hoffnung

   Artikel anhören
OnlyFans ist eine Social-Media-Plattform mit 90 Millionen "Fans" und über einer Million Creators.
© horizont
OnlyFans ist eine Social-Media-Plattform mit 90 Millionen "Fans" und über einer Million Creators.
OnlyFans ist eine Social-Media-Plattform, auf der Benutzerinnen und Benutzer gegen Bezahlung Inhalte an Abonnenten verkaufen. Inhalte, die grösstenteils aus erotischen und pornografischen Darstellungen bestehen. In der NYT ist von einer Ms. Benavidez die Rede, die damit seit Juli 64'000 Dollar verdient haben soll. Gegründet 2016 in UK, ist OnlyFans während Corona explodiert. Im Dezember zählte die Plattform 90 Millionen User und mehr als eine Million "Content Creators". 2019 lag diese Zahl bei 120'000.

Die Tragödie

Millionen Amerikaner und Amerikanerinnen sind arbeitslos. Einige davon würden sich an OnlyFans wenden, in der vermeintlich letzten Hoffnung, sich und ihre Familien mit dem Nötigsten versorgen zu können, schreibt Gillian Friedman in der NYT. Die Pandemie habe Frauen und Mütter besonders hart getroffen, weil die Teile der Wirtschaft, in denen Frauen dominieren würden, förmlich ausgelöscht wurden. Namentlich der Einzelhandel, Restaurants und das Gesundheitswesen, so die Autorin.


Angela Jones, Professorin für Soziologie an der State University of New York lässt sich im Beitrag von Friedman wie folgt zitieren: "Viele Menschen wandern aus Verzweiflung zu OnlyFans ab. Das sind Menschen, die sich Sorgen um ihr Essen machen, die sich Sorgen machen, ob sie das Licht anbehalten können, die sich Sorgen machen, ob sie nicht vertrieben werden." Die meisten Creators, die gut verdienen würden, seien Models, Pornostars oder Celebrities. Alle andern würden die Bilder bestenfalls ein paar hundert Dollars einbringen.

Das Geschäft

Was aber genau ist OnlyFans und vor allem, wie funktioniert es?

OnlyFans ist ein Webdienst zur kostenpflichtigen Bereitstellung von Webinhalten wie Fotos und Videos (Paid Content), vorwiegend erotischen bzw. pornografischen Inhalts, aber auch Live-Streamings Prominenter jenseits dieser Sparte. So findet man auch Anbieter aus den Bereichen Musik, Kunst und Crowdfunding auf OnlyFans. Der Aufbau ähnelt dem von Instagram oder Facebook. NuzterInnen installieren Profile und laden Fotos und Videos hoch. Sie können nach anderen Nutzern suchen, die Inhalte anderer Nutzer abonnieren und über öffentliche Kommentare und private Nachrichten kommunizieren. Der wesentliche Unterschied zu werbefinanzierten Social-Media-Portalen ist, dass die Profilinhaber die Möglichkeit haben, Geld von den Abonnenten bzw. Fans zu verlangen. Der Mindestpreis beträgt 4,99 USD pro Monat. Einzelne Inhalte können Abonnenten auch als Pay-per-View angeboten werden und Fans können ein Trinkgeld bezahlen. 20 Prozent des Umsatzes gehen dabei an OnlyFans. Herunterladen ist nicht möglich und auch die Screenshotfunktion kann blockiert werden.
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats