Werbemarkt Schweiz

Pschhht ... die NZZ wirbt für werbefreie Zone

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© Screenshot NZZ-Ad von Facebook
Es ist für Verlagshäuser eine Krux: Ohne Werbung kein Überleben, mit Werbung verärgerte Leserschaft. Das mag Schwarz-Weiss-Malerei sein. Aber die aktuell als Werbung verbreitete NZZ-Botschaft "Ab sofort lesen Sie die NZZ online ohne Werbung.", lässt einigermassen tief ins Dilemma der Traditionsmedienhäuser blicken. Pikant: Die Werbung erscheint auch in Facebook.
Die Idee hinter dem NZZ-Ad mit dem Mann auf der Leiter erscheint etwas rätselhaft. Aber vielleicht ist das ein generelles Problem von Werbung, dass sie in manchen Fällen rätselhaft, distanziert, inszeniert oder deplaziert erscheint.
© Screenshot Facebook
Das ist die Aufgabe der Auftraggeber und Agenturen, Werbung zu machen, die nicht störend wirkt und im besten Fall sogar zum Verweilen einlädt. So lange mag die NZZ offenbar nicht warten. Sie macht gänzlich auf "werbefrei" und lanciert für Bezahlabonnenten eine entsprechende Option. Die Botschaft soll leise verkündet werden: "Pschhht ... Geniessen Sie die Option Werbefrei." Als wüsste man, eigentlich was "Verbotenes" zu tun.
© Screenshot NZZ-Landingpage
Etwas auf jeden Fall, das nicht recht ins Narrativ der Branche passt, die seit Beginn der Corona-Krise vom Staat finanzielle Unterstützung fordert, notabene wegen ausbleibender Werbeeinnahmen - und auch erhält. Und da wäre noch die Rolle von Werbung aus marktwirtschaftlicher Sicht. Ein durch die Brille liberaler ZeitgenossInnen betrachtet eigentlich wichtiger Aspekt. Wie sonst hätte ich jemals erfahren sollen, dass ich mit "Blackrocks" bessere Portfolien bauen und keine Ferien auf Vulkaninseln buchen kann? NZZ sei Dank.
© Screenshot NZZ-App
Sollte Werbung ist in einer liberalen Martwirtschaft nicht unverzichtbar sein? Sie fördert schliesslich den Wettbewerb und fordert die Wettbewerber. Die Werbung muss sich aber der Zeit anpassen. Die Verbannung - ein Schuss ins eigene Bein? Diskutieren Sie mit ...





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