NZZ-Mediengruppe

Tieferes Betriebsergebnis vor allem wegen Publicitas-Konkurs

Die NZZ-Mediengruppe nutzt die Synergien mit ihren Regionalzeitungen.
Markus Knöpfli, © Knöpfli
Die NZZ-Mediengruppe nutzt die Synergien mit ihren Regionalzeitungen.
Die NZZ-Mediengruppe schliesst das 1. Halbjahr 2018 mit einem Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das gegenüber Vorjahr um um 10 Prozent auf 12,6 Millionen Franken zurückfiel. Das Gruppenergebnis reduzierte sich um 1,5 Millionen auf 11,3 Millionen Franken.

"Für das 1. Halbjahr weist die NZZ-Mediengruppe in einem herausfordernden Marktumfeld solide Ergebnisse aus", heisst es in einer Mitteilung. Konkret erwirtschaftete die NZZ-Mediengruppe im 1. Halbjahr 2018  einen betrieblichen Gesamtertrag von 203,0 Millionen Franken. Dies sind 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptverantwortlich für den Umsatzrückgang ist der Print-Werbemarkt. Nebst dem strukturellen Rückgang wirkte sich zudem der Konkurs der Werbevermarkterin Publicitas negativ auf den Umsatz aus. Die Einnahmen aus dem digitalen Werbemarkt entwickelten sich jedoch positiv und weisen ein Wachstum von 7 Prozent aus. Insgesamt ist im Nutzermarkt eine leichte Abnahme um –1 Prozent, bedingt durch die rückläufige Anzahl zahlender Kunden bei den Regionalmedien, zu verzeichnen. Der Nutzermarkt im Geschäftsbereich NZZ Medien entwickelt sich hingegen dank der Einführung diverser neuer Digitalprodukte positiv. Die Druckerträge nahmen trotz der anhaltend schwierigen Marktsituation leicht zu.

Gut eine Million Franken verloren wegen Publicitas-Konkurs

Der betriebliche Gesamtaufwand reduzierte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 4 Prozent auf 190,4 Millionen Franken. Zur Abnahme trugen vor allem tiefere Direktkosten, geringere Abschreibungen und verschiedene Einsparungen bei. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging gegenüber der Vorjahresperiode um 1,4 Millionen Franken auf 12,6 Millionen Franken zurück. Dieser Rückgang ist zu einem grossen Teil auf Wertberichtigungen durch den Konkurs der Publicitas zurückzuführen. Die EBIT-Marge reduzierte sich gegenüber der Vorjahresperiode von 6,6 Prozent auf 6,3 Prozent.



Das Finanzergebnis fiel im ersten Halbjahr tiefer aus als in der Vorjahresperiode. Dieser Rückgang ist mit der tieferen Wertschriftenperformance aufgrund der Kapitalmarktsituation zu begründen. Das Gruppenergebnis ging um 12 Prozent zurück auf 11,3 Millionen Franken. Entsprechend reduzierte sich auch die Umsatzrendite von 6,1 Prozent auf 5,7 Prozent. Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile nahm um 2,8 Prozent auf 277,2 Millionen Franken ab. Der Rückgang ist auf Dividendenausschüttungen, Goodwill-Verrechnungen aus Akquisitionen und tiefere Minderheitsanteile durch Anteilszukäufe an der RMH Regionalmedien AG zurückzuführen. Dadurch verringerte sich der Eigenfinanzierungsgrad gegenüber Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte auf 66,1 Prozent.

Ausblick: Wachstum im Nutzermarkt und Effizienzsteigerung

Im 2. Halbjahr 2018 strebt die NZZ-Mediengruppe weiterhin ein Wachstum im Nutzermarkt der NZZ Medien und im Geschäftsbereich Business Medien an. Um diese Ziele zu erreichen, sind Investitionen in bestehende und neue Angebote unerlässlich. Investieren will die Gruppe gezielt dort, wo sie Wachstumschancen sieht. Auch im 2. Halbjahr bleiben ein konsequentes Kostenmanagement sowie die Umsetzung von Effizienzsteigerungsmassnahmen notwendig. Was die NZZ nicht schreibt, aber zweifellos ebenfalls im 2. Halbjahr 2018 ansteht: Das Zusammenführen ihrer Regionalmedien mit jenen der AZ Medien zum neuen Joint Venture CH-Media. Nicht erwähnt war dies im Ausblick, weil der Halbjahresbericht 2018 bereits in Druck war, als der Weko-Entscheid fiel, CH-Media nach vertiefter Prüfung ohne Auflagen zu bewilligen. pd/knö


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