New Work

Sechs Punkte, wie sich Homeoffice und Büroalltag verbinden lassen

   Artikel anhören
Die Arbeitswelt wird komplexer. Sechs Punkte wie sich die Zusammenarbeit von Büro-Homeoffice-Teams gestalten lässt
© Gotomeeting/Screenshot
Die Arbeitswelt wird komplexer. Sechs Punkte wie sich die Zusammenarbeit von Büro-Homeoffice-Teams gestalten lässt
Die vergangenen Wochen verändern die Organisationen und ihre Strukturen. Während die ersten Kollegen wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, verbleiben andere ganz oder teilweise im Homeoffice. Die Arbeitswelt wird vielfältiger. Führung wird komplexer. Auf welche fünf Punkte Manager jetzt achten müssen, erklärt Frank Waible, Organisationsspezialist und Teil des Beraternetzwerkes Connecting People Online.
In den vergangenen Wochen haben sich die Arbeitsstrukturen und – weisen von vielen Unternehmen völlig verändert.  Präsenzabteilungen wandelten sich zu virtuellen Teams, nur verbunden durch Mails, Telefon und Videokonferenzen. Mit dem Ende des Lockdowns kehren die Menschen wieder an ihre Arbeitsplätze zurück oder bleiben aufgrund der Lage oder langen Anfahrtswegen weiter im Homeoffice. "Viele Arbeitnehmer und Vorgesetzte haben gemerkt, dass sie auch im Homeoffice effizient und produktiv arbeiten“, sagt Frank Waible. "Viele wollen nicht mehr zurück in ihren alten Trott."
Frank Waible ist Mitglied im Beraternetzwerk ConnectingPeople
© Frank Waible
Frank Waible ist Mitglied im Beraternetzwerk ConnectingPeople
Doch der Organisationsspezialist und ehemalige Personaler in einem Softwarekonzern weiss auch um die Nachteile der Heimarbeit.  „Wenn ein Team nur aus dem Home-Office heraus arbeitet, bedeutet das langfristig weniger Innovation und weniger Verbundenheit mit der Firma“, erklärt der Experte, der zum Berater-Netzwerk ConnectingPeople Online gehört. Aus diesen Gründen haben IBM (2017) und HP (2013) beispielsweise wieder die Kehrwende "Back to the office" vollzogen. Dahinter standen so Waible drei Kernziele:
 
-  die Kultur stärken, denn wenn man sich nicht sieht, geht diese über die Zeit verloren
-  die Zusammenarbeit fördern
-  die Identifikation mit dem Unternehmen erhöhen und somit die Innovationsstärke verbessern


2020 erscheint es aber eher unwahrscheinlich, dass es in den Unternehmen ein schnelles und komplettes Zurück in die Vergangenheit geben wird. Stattdessen entstehen mehr und mehr Mischformen, die Führungskräfte in Unternehmen, Agenturen und Medien vor neue Herausforderungen stellen. Sie müssen jetzt Teams führen, die verteilt am heimischen Schreibtisch und im Büro sitzen. Folgende sechs Punkte können, nach Meinung von Experte Waible, dabei helfen, die neue Lage erfolgreich zu meistern:


1. Soziale Verbindung, Empathie und Zusammenarbeit: Sie interessieren sich für den anderen. Was das konkret heisst, zeigt ein Beispiel aus der Praxis: Ein CRM Projekt Team hatte wöchentliche informelle - „Teamcalls“, in denen eine Stunde ausschließlich über soziale Punkte und Gerüchte gesprochen wurde und zusätzlich fanden die offiziellen, inhaltlichen Projektmeetings statt.
2. Coaching statt Führung: Die Führung vertraut in die Selbstorganisation. Die Führungskraft coacht hier mehr als zu dirigieren und zu sagen, wie es geht. Für den Vertrauensaufbau muss die Führungskraft authentisch, konsistent und verlässlich sein und auch neben den 1:1 Regelterminen erreichbar sein.
3. Online Meetings & Treffen: Neben einer guten Nutzung von Online-Medien und Werkzeugen, ist es weiterhin wichtig, dass sich die Teams sich regelmäßig real sehen. Nur so kann die Beziehung verbessert werden.
4. Hybrid-Meetings vermeiden: Das Treffen einer Gruppe, die räumlich zusammensitzt und zu der weitere Personen über Video dazu geschaltet werden, bezeichnet man als Hybrid-Meeting. Warum diese Form nachteilig ist? Wer nur über Video die Gruppe sieht, kann sich schnell als nicht dazugehörig sehen, weil er nicht alles mitbekommen, was sich im Raum abspielt.
5. Ziele definieren: Wie in einem realen Team muss es auch bei Mischformen klar definierte Ziel geben. Eines meiner europaweit verteilten virtuellen Projekt-Teams hatte den Auftrag, ein CRM System in allen europäischen Ländern in 6 Monaten einzuführen.
6. Rollen zuweisen: Die Teammitglieder übernehmen klare Verantwortlichkeiten, die komplementär sind. Entscheidungsprozesse sind transparent
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats