New Work

"Ein 100 prozentiges Home-Office Modell ist nicht die Lösung"

   Artikel anhören
Marcel Seiler, Leiter Human Resources, APG / SGA
© APG/SGA
Marcel Seiler, Leiter Human Resources, APG / SGA
Corona verändert die Arbeitswelt an vielen Stellen. Wir wollten von Entscheidern in der Branche wissen, wie sich New Work in ihren Unternehmen auswirkt. Vier kurze Fragen und viele unterschiedliche Antworten. Die Meinung der Managerinnen und Manager veröffentlichen wir mit den kompletten Aussagen in einer Serie. Heute erklärt Marcel Seiler, Leiter Human Resources, was sich bei der APG|SGA alles verändert.
Wie haben sich Arbeitskultur und Arbeitsprozesse bei Ihnen durch Corona verändert?
Während den Corona-Beschränkungen ist die virtuelle Zusammenarbeit sprunghaft gestiegen. Bezüglich der Arbeitskultur hat sich die Flexibilität in Teamstrukturen und die Selbstkompetenz der Mitarbeitenden gesteigert. Inzwischen ist unsere Arbeitsplatzsituation aber so gestaltet, dass die Hygienevorschriften und Abstandsregeln im Büro und in der Logistik eingehalten werden können. Wir ermöglichen unseren Büro-Mitarbeitenden jedoch in Absprache mit den Vorgesetzten partiell im Home Office zu arbeiten. Im Home Office nimmt die Führung eine neue Form an: Die Fähigkeit, digital effizient und konzentriert kommunizieren zu können wird hier immer wichtiger. Gute Ergebnisse und hohe Produktivität erfordern zudem gegenseitiges Vertrauen, klare Erwartungen und regelmässiger Austausch zwischen Kader und Mitarbeitenden. Wir orientieren uns dabei an Leistungszielen, nicht an Präsenzkontrollen.


Wie sieht das Büro der Zukunft aus - wird es bei Ihnen künftig ein Mischmodell aus Präsenz- und Home-Office geben? Wie wird da die Relation aussehen?
Wir sind klar der Meinung, dass ein 100 prozentiges Home-Office Modell nicht die Lösung ist. Auch Feedbacks  von unseren Mitarbeitenden bestätigen, dass autonomes Arbeiten mit geringem Kommunikationsanteil, fehlende spontane Kommunikation sowie das Ausbleiben des informellen Austausches mit Kolleginnen und Kollegen nachteilig sind. Abstimmungstelefonate oder Video-Meetings ersetzen nicht die persönlichen Gespräche. Deshalb bieten wir das sogenannte Mischmodell an: Ein persönliches Meeting kann zwischen schriftlicher Kommunikation und Online-Gruppen-Konferenzen viel bewirken und gut tun.
„Wir orientieren uns dabei an Leistungszielen, nicht an Präsenzkontrollen“
Marcel Seiler, APG/SGA
Wenn Sie Home-Office zulassen, stellen Sie Ihren Mitarbeitern die Geräte wie Laptop, Smartphone und Drucker zur Verfügung oder müssen die Kollegen ihre eigenen Geräte nutzen? Unsere Mitarbeitenden im Büro können mit ihren zur Verfügung gestellten Arbeitsmitteln von zu Hause arbeiten und sind mit der virtuellen Zusammenarbeit vertraut. Home Office ist jedoch für unsere "Out of Home"-Fachleute unterwegs (die Plakatanschlägerinnen und Plakatanschläger sowie die Logistikmitarbeitenden) nicht möglich.

Welche digitalen Kollaboration-Tools nutzen Sie?
Intranet, Microsoft Teams, Jabber… und natürlich ganz klassisch E-Mail und Telefon.
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats