Nachhaltigkeit

Schweizer Milchproduzenten schaffen mit swissmilk green eine neue Marke

Neue Marke, neues Logo. swissmilk green steht für nachhaltig hergestellte Milchprodukte
© SMP / Screenshot
Neue Marke, neues Logo. swissmilk green steht für nachhaltig hergestellte Milchprodukte
Heute haben die Schweizer Milchproduzenten einen Produktionsstandard für "nachhaltige Schweizer Milch" verabschiedet. Damit will die Branche ihr Profil im Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz schärfen. Mit "swissmilk green" schaffen die Milcherzeuger zudem eine neue Marke und ein neues Logo. Kritik kommt vom Konsumentenschutz.
Es ist eine Ansage. Im hart umkämpften Milchmarkt wollen die Schweizer Milchproduzenten ihr Markenbild gegenüber der ausländischen Konkurrenz schärfen. Sie verpflichten sich auf den neuen Branchenstandard "Nachhaltige Schweizer Milch", der ab dem 1. September greift. Mit "swissmilk green" schaffen sie dafür eine neue Marke.
„Schweizer Milch und Milchprodukte müssen sich von der ausländischen Konkurrenz abheben“
Hanspeter Kern, SMP
Das Logo steht dabei für die drei wichtigsten Merkmale der Schweizer Milch: Swissness (rot), Nachhaltigkeit und Natürlichkeit (grün) und Milch (weiss). "Schweizer Milch und Milchprodukte müssen sich auch in Zukunft von der ausländischen Konkurrenz abheben. Die Schweizer Milchproduzenten stehen daher voll hinter dem Branchenstandard nachhaltige Schweizer Milch" sagt SMP-Präsident Hanspeter Kern heute bei der Unterzeichnung des Branchenstandards. Warum der wichtig ist, macht Kern an fünf Punkten fest.


1. "Damit können die Mehrwerte der Schweizer Milch bei den Konsumentinnen und Konsumenten besser bekannt gemacht und gleichzeitig die Unterschiede gegenüber importierten Produkten aufgezeigt werden".

2. "Damit können sich Schweizer Milch und Milchprodukte im Export besser positionieren".


3. "Damit werden die Leistungen der Milchproduzenten und der gesamten Wertschöpfungskette transparent und verständlich aufgezeigt".

4. "Bei den Stossrichtungen und Inhalten der Agrarpolitik 2022+ wird unisono eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion gefordert. Mit dem grünen Teppich geben die Milchproduzenten ein deutliches Signal an die Agrarpolitik."

5. "Zudem kann die Milchwirtschaft glaubwürdige Antworten auf gesellschaftliche Fragen geben, die sich in aktuellen Landwirtschaftsinitiativen niederschlagen".


Um die Auszeichnung "swissmilk green" tragen zu dürfen, müssen die Erzeuger in der Produktion zehn Grundanforderungen erfüllen, etwa die Teilnahme am Tierwohlprogramm RAUS und die palmölfreie Fütterung von Milchkühen.

Damit die Konsumentinnen von den neuen Standard erfahren, läuft parallel die Kommunikationsmaschinerie an. Neben viel PR-Arbeit soll eine Kampagne die neue Marke und ihr Logo bekannt machen. Ab September wird "swissmilk green" in die in die Marketing Basiskampagne Schweizer Milch integriert. Zudem wird sie in den Regalen des Detailhandels sichtbar.
Das ist die Selbstverpflichtung der Schweizer Milchbranche
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Das ist die Selbstverpflichtung der Schweizer Milchbranche
Doch nicht jeder findet den Vorstoss gut. Kritik kommt vor allem vom Konsumentenschutz. "Angesichts des Inhalts, der Aufmachung und der bereits bestehenden unüberschaubaren Labelvielfalt bei Milchprodukten ist auch dieses Label absolut überflüssig und bietet den Konsumentinnen und Konsumenten keinen Mehrwert", erklärt Sara Stalder. Die Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes hält den vereinbarten Standard für nicht ausreichend. "Das vorliegende Resultat ist nicht überzeugend: Die Anforderungen an die "swissmilk green" gehen kaum über die gesetzlichen Standards hinaus." mir


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