Trotz Kontroverse

Die APG hat die Plakatkonzession von Fribourg erhalten

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Blick auf die Stadt Fribourg, die die APG nun weiter mit Plakaten ausstatten darf.
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Blick auf die Stadt Fribourg, die die APG nun weiter mit Plakaten ausstatten darf.
Die Stadt Freiburg vergibt den Zuschlag für die öffentliche Plakatierung für die nächsten zehn Jahre an die APG. Eine Aufsichtsbeschwerde von Konkurrent Clear Channel war offenbar nicht erfolgreich.
Die APG setzte sich im Rahmen der Ausschreibung der Stadt Freiburg durch. Das Aussenwerbeunternehmen wird sämtliche Flächen der Stadt Freiburg in den nächsten zehn Jahren vermarkten und bewirtschaften. Der neue Vertrag tritt am 1. Januar 2019 in Kraft.


Der Vertrag umfasst insgesamt etwa 450 geklebte und hinterleuchtete Plakatstellen. Geplant ist zudem die Realisierung von digitalen Werbeträgern an absoluten Top-Citylagen. "Infolge der teilweisen Digitalisierung der Flächen und weil viele klassische Werbeträger aufgehoben werden, wird der visuelle Impact der Werbung beruhigt", schreibt APG.
Fribourg mit seinen Gassen und Gässchen, die zum Verweilen einladen.
© zvg APG.
Fribourg mit seinen Gassen und Gässchen, die zum Verweilen einladen.
Sie habe die attraktivste Offerte für die Stadt sowie für die Bewirtschaftung von neuen digitalen Werbeträgern eingereicht, meint die APG weiter, zudem habe ihr Konzept eine beträchtliche Verringerung der klassischen Werbeträger und ein günstiges Angebot für die Kulturplakatierung vorgesehen. Es behinhalte weiter, dass die Stadt über bedeutend mehr Plakatflächen für den Eigenbedarf verfügen könne als bsiher, beispielsweise für Präventionskampagnen. Gemäss Mitteilung sind denn auch die Stadt Freiburg und ihr zuständiger Gemeinderat, Pierre-Olivier Nobs, zufrieden mit dem Ausgang des Ausschreibungsverfahrens.

Olivier Chabanel, Leiter Akquisition West der APG, freut sich über den Zuschlag und das entgegengebrachte Vertrauen: "Die langfristige Partnerschaft mit der zweisprachigen Stadt Freiburg, die über 38.000 Einwohner zählt, ist uns wichtig."

Missklänge um Fribourger Ausschreibung

Um die Ausschreibung in Fribourg war es allerdings zu Kontroversen gekommen. APG-Konkurrent Clear Channel Schweiz (CCS) hatte beim Staatsrat des Kantons Fribourg eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Stadt eingereicht. CCS kritisierte, dass die Stadt mit den Vorgaben in der Ausschreibung die bisherige Konzessionärin APG einseitig bevorteile und sich zudem nicht an gesetzliche Vorgaben halte. Unter anderem waren 67 Plakatstellen an guten Standorten – 42 Flächen an Bushaltestellen sowie 25 Citypläne, die auf einer Seite mit einem Stadtplan, auf der andern mit einem F200-Werbeplakat bestückt sind, nicht Teil der Ausschreibung sondern bereits in Obhut der APG (HORIZONT Swiss berichtete). CCS hatte deshalb nicht an der Ausschreibung teilgenommen.


Dem Anliegen von CCS hat der Staatsrat zwar so kurzfristig nicht entsprochen, aber er hat dieses doch mit der Bitte um eine Stellungnahme an die Weko weitergeleitet (siehe Kasten).
Nachtrag zur Aufsichtsbeschwerde von Clear Channel
"Wir hatten mit der Aufsichtsbeschwerde nicht das Ziel, den aktuellen Entscheid zu beeinflussen, sondern dafür zu sorgen, dass die Stadt in Zukunft ihr Aussenwerbeinventar in einem gerechten Verfahren ausschreiben muss", stellte Urs Zeier, Mitglied der Geschäftsleitung von Clear Channel Schweiz (CCS), auf Anfrage klar.

Doch was hat die Beschwerde bislang bewirkt? Gemäss Zeier musste die Stadt Fribourg in der Zwischenzeit gegenüber dem Staatsrat Stellung nehmen. "Diese Stellungnahme wird nun zusammen mit unserer Beschwerdeschrift an die Wettbewerbskommission weitergeleitet", schrieb er weiter. Die Weko werde um eine Stellungnahme binnen dreissig Tagen gebeten.

Für CCS sei dies sehr erfreulich, weil es zeige, dass CCS "mit ihren berechtigten Anliegen im Kanton Freiburg ernst genommen" werde.
 pd/knö

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