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Manfred Strobl über Kundenzugänge und Kundenabgänge

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Manfred Strobl lädt sich morgens als erstes die NZZ aufs iPad und lässt den Tag abends mit einer Runde auf dem Hometrainer ausklingen. Dazwischen ist er CEO von Mediaschneider.
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Manfred Strobl lädt sich morgens als erstes die NZZ aufs iPad und lässt den Tag abends mit einer Runde auf dem Hometrainer ausklingen. Dazwischen ist er CEO von Mediaschneider.
Kundenabgänge werden in der Regel nicht kommuniziert. Es ist umso bemerkenswerter, wenn dies ein Agentur-CEO im Interview tut. Manfred Strobl hat es uns gegenüber getan, wobei er sagt, die Abgänge hätten weitestgehend durch tolle Neukunden aufgefangen werden können. Deshalb war unsere erste Frage die nach dem Erfolgsrezept. 
Uns fällt auf, und das ist natürlich erfreulich für Sie, dass Mediaschneider in den letzten Monaten zahlreiche Neukunden gewinnen konnte. Letzte Woche haben Sie den Gewinn von Helsana vermelden können. Haben Sie ein Erfolgsrezept Mediaschneider vereint das Beste aus zwei Welten. Was uns auszeichnet ist der integrale Planungsansatz über alle Disziplinen. Dafür braucht es Spezialisten und Know-How in allen Mediagattungen und damit auch entsprechende Ressourcen und eine gewisse Grösse. Gleichzeit ist Mediaschneider auch ein Familienunternehmen und legt viel Wert auf persönliche und individuelle Betreuung seiner Kunden. Mediaschneider wurde vor 19 Jahren gegründet und bis heute dürfen wir mit Kunden und Mitarbeitenden der ersten Stunde zusammenarbeiten. Das geht natürlich nur, wenn man sich auch laufend weiterentwickelt. Nicht zuletzt dank Hoy ist Mediaschneider heute führend, wenn es um digitale Themen und neue technologische Lösungen geht.


„Mediaschneider wurde vor 19 Jahren gegründet und bis heute dürfen wir mit Kunden und Mitarbeitenden der ersten Stunde zusammenarbeiten.“
Manfred Strobl, CEO der Mediaschneider AG
Haben Sie auch Kundenabgänge zu verzeichnen? Ja, wir mussten im 2019 auch mit Abgängen umgehen. Nach 18 Jahren hat sich die SWISS leider für den Wechsel zu einer internationalen Netzwerkagentur entschieden. Man möchte dadurch Synergien und Vorteile innerhalb der Lufthansa-Gruppe nutzen. Es ist aber eine Auszeichnung für Mediaschneider, dass die SWISS trotz internationaler Geschäftstätigkeit fast zwei Jahrzehnte an einer nationalen Betreuung durch uns festgehalten hatte. Neben der Swiss haben wir mit BMW leider einen weiteren Abgang zu verzeichnen. Der Kunde hat sich nach zwei Vertragslaufzeiten (insgesamt über 6 Jahre) für eine Netzwerkagentur entschieden. In einer Übergangsphase dürfen wir aber immer noch einen Teil der programmatischen Aussteuerung betreuen, bis der neue Partner in der Schweiz komplett startklar ist. Agenturwechsel sind Teil des Geschäfts und es schmerzt einen geschätzten Kunden zu verlieren – insbesondere nach so langer und intensiver Zeit. Gleichzeitig belebt es auch den Markt und gibt uns die Möglichkeit, mit neuen Kunden in Kontakt zu kommen. Es ist Mediaschneider gelungen, die Abgänge weitestgehend durch tolle Neukunden abzufedern.
„Agenturwechsel sind Teil des Geschäfts und es schmerzt einen geschätzten Kunden zu verlieren – insbesondere nach so langer und intensiver Zeit.“
Manfred Strobl, CEO der Mediaschneider AG
Sie wurden in Ihrer letzten Medienmitteilung zum Pitchgewinn bei der Helsana mit den Worten zitiert: „Mediaschneider möchte in der Beratung neue strategische Impulse setzen (…)“. Können Sie etwas konkreter sein? Jein. Der Kern unserer Arbeit bildet ein individuelles und kundenorientiertes Beratungskonzept, basierend auf einer detaillierten Markt- und Wettbewerbsanalyse. Der Kundennutzen steht dabei immer im Zentrum, unsere Erfolgsrezepte verraten wir aber nicht. Nur so viel: wir haben eine sehr grosse Erfahrung mit Kommunikations-Strategien und deren Umsetzung in die praktische Arbeit.

Das Modell Mediaagentur wird auch immer mal wieder in Frage gestellt. Verlage, Social-Media-Anbieter aber auch Google suchen vermehrt den direkten Kontakt zu den Werbeauftraggebern. Wozu eine Mediaagentur? Eine Mediaagentur wird beauftragt, damit sie die Interessen des Kunden vertritt. Ein Anbieter möchte in erster Linie sein eigenes Inventar platzieren. Das liegt am eigenen Auftrag und ist zwar legitim, aber selten die beste Lösung für die Kunden. Kosteneffiziente und wirksame Mediaplanung muss objektiv und unabhängig über alle Anbieter und Medien hinweg funktionieren. Ein Berater mit Verkaufsdruck ist per se unglaubwürdig. Er kann nur richtig funktionieren, wenn er konsultativ im Dienste des Kunden steht und nicht im Dienste einzelner Publisher.


Planen Sie eine Ausweitung der Angebotspalette? Ja, wir prüfen derzeit verschiedene Optionen und werden in der Zukunft sicher für die eine oder andere Überraschung gut sein. Sowohl bei Mediaschneider als auch bei Hoy.

Wo sehen Sie für 2020 die grösste Herausforderung, ganz generell für Agenturen, egal ob Kreativ- oder Media-Agentur? Preise und Margen sind schon länger unter Druck und wir haben einen Punkt erreicht, wo es in diesem Bereich kaum noch Spielraum gibt. Agenturen müssen sich heute durch Leistungen abheben, die über die reguläre Auftragsabwicklung hinausgehen. Kunden erwarten einen Partner, der sie laufend mit neuen Impulsen und kreative Ideen versorgt und sie bei der Ausarbeitung und Erreichung ihrer Ziele unterstützt. Das braucht neue Formen der Zusammenarbeit und bedeutet für Agenturen zum Beispiel auch, dass sie sich im Verbund mit den anderen Partnern pro-aktiv einbringen und manchmal auch zurücknehmen können.
Die beste Lösung erreicht man nur, wenn alle Beteiligten ihre Stärken vernetzen und man sich gemeinsam für den Erfolg eines Kunden einsetzt. Dieses partnerschaftliche Verhältnis zwischen Auftraggeber, Agenturen und Anbietern wird in Zukunft immer wichtiger.
„Kunden erwarten einen Partner, der sie laufend mit neuen Impulsen und kreative Ideen versorgt und sie bei der Ausarbeitung und Erreichung ihrer Ziele unterstützt.“
Manfred Strobl
Wie würden Sie den Spirit beschreiben, den Ihre Agentur auszeichnet? Die Verbundenheit mit unseren Kunden und die hohe Professionalität unserer Arbeit ist die Seele der Mediaschneider. Das war schon bei der Gründung durch Urs Schneider so und wird auch heute von uns allen mit viel Enthusiasmus weitergeführt. Traditionelle Werte wie Respekt und Ehrlichkeit sind für ein Familienunternehmen mehr als nur leere Worthülsen. Der respektvolle Umgang mit Kunden, Anbietern, Mitarbeitenden - und nicht zuletzt auch unserer Umwelt - sichert unseren Fortbestand. Durch unsere Transparenz bei der Wertschöpfung können wir den aufrichtigen und unermüdlichen Einsatz für den Kunden beweisen und jederzeit hinter unserer Arbeit stehen. Unsere Mitarbeitenden tragen diese Werte weiter und sie leben ihre grosse Begeisterung für Medien und Technologie tagtäglich. Darum gehören wir auch nach 19 Jahren noch zu den besten Agenturen der Schweiz.

Über Manfred Strobl
Über seinen Personal Mediamix schreibt er auf mediaschneider.comMorgens lade ich mir als erstes die NZZ auf mein iPad und checke meine Emails und Newsletter. Auf der Fahrt ins Zürcher Seefeld springen mir an 3 Ampelstopps die Plakate ins Auge – derzeit siroop. In der Agentur lese ich die Media-News auf meinem Desktop. Mittags ist oft der Kopfhörer dran und my105. Abends gibt es dann oft noch eine Runde auf meinem Home-Trainer mit TV Konsum und natürlich den Spots. Ins Kino gehe ich leider viel zu selten.





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