Mediapulse 1. Halbjahr 2020

Die Schweizer schauen täglich 213 Minuten fern und hörten 118 Minuten lang Radio

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Das Medium Radio erreicht pro Tag 78 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren und wird von seinen Hörern im Schnitt 118 Minuten lang gehört. Das Fernsehen verzeichnet in der gleichen Bevölkerungsgruppe eine Reichweite von 68 Prozent und eine Verweildauer pro Seher von 213 Minuten. Im Sendervergleich dominieren die SRG Sender, wobei der Vorsprung mit abnehmendem Alter der Zielgruppen deutlich schrumpft. Übertragen auf die Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren ergibt sich daraus eine Gesamtnutzungszeit für beide Mediengattungen von 237 Minuten bzw. knapp vier Stunden pro Person (Radio 92 Minuten, TV 145 Minuten). Dies belegen die im Auftrag der Stiftung Mediapulse erhobenen Nutzungsdaten für das erste Semester 2020.

Nutzerrekorde dank Coronakrise

Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Information, Orientierung und Ablenkung im Angesicht der Coronakrise hat die Nachfrage nach den Programmen von Radio- und TV-Anbietern im abgelaufenen Semester geprägt und den Sendern einige bemerkenswerte Nutzungsrekorde beschert. Gleichzeitig haben die eingeleiteten Massnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus wichtige Voraussetzungen der Radio- und TV-Nutzung beeinträchtigt. Zu nennen sind hier die Einschränkung relevanter Nutzungskontexte wie der Pendlerverkehr für die Radionutzung oder der Wegfall publikumsattraktiver Angebote wie der Sport im TV.
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Radio mit leichtem Rückgang

Das Medium Radio verzeichnet im Vergleich zum Vorjahressemester einen Rückgang der Tagesreichweite von 81 Prozent auf aktuell 78 Prozent. Dieser Unterschied fällt in der Suisse romande (- 5 Prozentpunkte) und in der Svizzera italiana (- 4 Prozentpunkte) deutlicher aus als in der Deutschschweiz (- 3 Prozentpunkte). Gleichzeitig verringert sich in der Suisse romande auch die Nutzungszeit pro Hörer um 2 Minuten, während sie in der Svizzera italiana unverändert bleibt und in der Deutschschweiz um 4 Minuten zunimmt.  Mediapulse 1. Halbjahr 2020: Hörerzahlen D-CH

TV kann zulegen

Die Konsequenzen dieser aussergewöhnlichen Umstände lassen sich durch einen Vergleich der Nutzungsdaten des abgelaufenen Semesters mit jenen des ersten Semesters 2019 illustrieren. Dabei zeigt sich, dass das Medium Fernsehen seine Reichweite im Vergleich zum Vorjahr um etwa einen Prozentpunkt und die Dauer, die ein Seher pro Tag vor dem TVProgramm verweilt, um 10 Minuten steigern konnte. Der Reichweitenzuwachs ist in allen drei Sprachregionen vergleichbar, die Verweildauer steigt in den lateinischsprachigen Landesteilen mit je 15 Minuten stärker als in der Deutschschweiz mit 9 Minuten.


Die detaillierten Auswertungen können hier auf den Seiten von Mediapuls nachgesehen werden. Hier einige Auszüge:
TV im Tagesverlauf D-CH 1. Semester 2020: TV hat sich als Feierabend-Medium etabliert. Diese Positionierung dürfte es im Verlaufe des Jahres festigen können. Die Corona-Krise ist bei weitem noch nicht überstanden und die Schweizerinnen und Schweizer werden auch im zweiten Halbjahr mehr Zeit zuhause verbringen als in der Vergangenheit. Zudem bleibt der Informationsbedarf hoch.
© Mediapulse
TV im Tagesverlauf D-CH 1. Semester 2020: TV hat sich als Feierabend-Medium etabliert. Diese Positionierung dürfte es im Verlaufe des Jahres festigen können. Die Corona-Krise ist bei weitem noch nicht überstanden und die Schweizerinnen und Schweizer werden auch im zweiten Halbjahr mehr Zeit zuhause verbringen als in der Vergangenheit. Zudem bleibt der Informationsbedarf hoch.
Markanteile D-CH 1. Semester 2020, alle Altersgruppen: Auf alle Altersgruppen bezogen bleibt SRF in der D-CH unbestritten. Der Marktanteil konnte im Vergleich zur Vorjahresperiode von 19.2 auf 21.4 gesteigert werden.
© Mediapulse
Markanteile D-CH 1. Semester 2020, alle Altersgruppen: Auf alle Altersgruppen bezogen bleibt SRF in der D-CH unbestritten. Der Marktanteil konnte im Vergleich zur Vorjahresperiode von 19.2 auf 21.4 gesteigert werden.
Marktanteile Deutsch Schweiz 1. Semester 2019
© Medipulse
Marktanteile Deutsch Schweiz 1. Semester 2019
Marktanteile D-CH, 1. Semester 2020, 15-29 Jahre: Hier verläuft das Säulendiagramm viel Flacher. SRF 1 kann die Spitzenposition zwar halten aber ProSieben und RTL sind dem Staatssender dicht auf den Fersen. Nimmt man aber auch hier SRF 2 hinzu bleibt SRF auch in diesem Segment führend.
© Mediapulse
Marktanteile D-CH, 1. Semester 2020, 15-29 Jahre: Hier verläuft das Säulendiagramm viel Flacher. SRF 1 kann die Spitzenposition zwar halten aber ProSieben und RTL sind dem Staatssender dicht auf den Fersen. Nimmt man aber auch hier SRF 2 hinzu bleibt SRF auch in diesem Segment führend.
Marktanteile D-CH, 1. Semester 2020, 15-49 Jahre
© Mediapulse
Marktanteile D-CH, 1. Semester 2020, 15-49 Jahre
Zeitversetztes TV in der D-CH
© Mediapulse
Zeitversetztes TV in der D-CH
TV-Nutzung in der D-CH, 1. Semester 2020. Wir sehen Verweildauer, Sehdauer und Nettoreichweite
© Mediapulse
TV-Nutzung in der D-CH, 1. Semester 2020. Wir sehen Verweildauer, Sehdauer und Nettoreichweite
Mediapulse 1. Halbjahr 2020: Nutzung der konzessionierten Regional-TV-SenderDie Erhebungssysteme der Mediapulse AG erfassen aus methodischen und forschungsökonomischen Gründen die Nutzung von Radio- und TV-Programmen nicht in allen Details, weshalb die präsentierten Zahlen die Nutzung von Radio- und TV-Inhalten tendenziell unterschätzen. Nicht erfasst wird etwa die TV-Nutzung an öffentlichen Orten (public viewing) sowie über mobile Geräte. Bei der Radionutzung bleiben die zeitversetzte Nutzung von Radioprogrammen sowie die Radionutzung über Kopfhörer unberücksichtigt.

Über Mediapuls
Mediapulse stellt für den Schweizer Markt alle offiziellen Kenngrössen für die Radio- und Fernsehnutzung bereit. Den Auftrag für diese Forschung erteilt die Schweizerische Eidgenossenschaft. Im Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (Art. 78-81) hält der Bund fest, dass die Mediapulse Stiftung unabhängige und wissenschaftliche Daten zur Radio- und Fernsehnutzung erheben muss und sie den Programmveranstaltern, der Forschung und der Werbebranche unter Marktbedingungen anbietet. Die Mediapulse Stiftung ist selbst nicht operativ tätig und delegiert die Umsetzung dieser Forschungs- und Vermarktungsaufgaben an ihre Tochtergesellschaft Mediapulse AG.
 


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