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Werbemarkt bleibt im November weiter negativ

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Der November war der stärkste Werbemonat im bisherigen Jahr 2020
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Der November war der stärkste Werbemonat im bisherigen Jahr 2020
Eine der guten Nachrichten im aktuellen Werbemarkt-Report von Mediafocus ist: die Printwerbung erholt sich etwas und bleibt nur vier Prozent hinter dem November 2019 zurück. Ansonsten bietet die Novemberbilanz wenig Tröstliches. Zwar war der vergangene Monat der stärkste im laufenden Jahr, aber mit 544,5 Millionen Schweizer Franken bleibt er fast 14 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Noch schlechter sieht es für das Gesamtjahr aus. Da fehlen dem Markt rund 822 Millionen Franken.
Nein, der November hat es auch nicht geschafft. Auch der vergangene Monat verharrt nach den Analysen von Mediafocus im Minus. Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass die Werbeauftraggeber so viel wie noch nie in diesem Jahr investiert hatten. Trotzdem steht mit 544,5 Millionen Schweizer Franken im Vergleich zum November 2019 ein Minus von 13,6 Prozent in den Büchern. Das bedeutet aber auch, dass sich die Werbeinvestitionen im bisherigen Jahr 2020 auf 4,61 Milliarden Schweizer Franken belaufen. Das ist im Vergleich ein Minus von 15,1 Prozent gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr.
Die Anteile am Werbemarkt im November
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Die Anteile am Werbemarkt im November
Und das hat mehrere Folgen. Keine Mediengattung kann im November ein Plus vermelden.  Am besten läuft es noch für Print. Hier liegt das Minus nur 4,2 Prozent unter dem Vorjahr. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Aussenwerbung, die in den vergangenen Monaten sich immer wieder steigern konnte, diesmal auch ins Minus rutscht. Gegenüber November 2010 liegt das Minus bei 4,7 Prozent. Die weiteren Mediengattungen verlieren alle zweistellig. Dabei kommt das Radio mit einem Rückgang von 15,4 Prozent noch am besten Weg. TV und Internet verlieren 17 beziehungsweise 17,8 Prozent. Das Kino hat dagegen fast gar keine Einnahmen mehr. Hier hat sich der Werbedruck um rund 93 Prozent reduziert.


Blickt man auf die Branchen, ist es wenig überraschend, dass vor allem Veranstaltungen (-80,2 Prozent) , Verkehrsbetriebe (-69,2 Prozent) sowie Freizeit, Gastronomie und Tourismus (-44,4 Prozent) reduzieren. Sie sind aber keine Ausnahme. Insgesamt haben nur 6 von 21 Branchen den Werbedruck erhöht. Erneut stark ist der Detailhandel, der mit einem Plus von 10,5 Prozent den dritten Monat in Folge zweistellig den Werbedruck hochgefahren hat. Noch aktiver sind Initiativen & Kampagnen. Hier meldet Mediafocus einen Anstieg um 20,2 Prozent verglichen zum Vorjahresmonat. Warum das so ist? "Diese Zunahme ist zu einem grossen Teil auf die Volksabstimmungen vom 29. November zurückzuführen", erklären die Analysten. Wie schwer die Pandemie sich auf den Werbemarkt auswirkt, wird aber noch an einer anderen Stelle deutlich: Kumuliert auf 2020 stehen ein Monat vor Jahresende lediglich 3 von 21 Branchen positiv da: Initiativen & Kampagnen (+9,9 Prozent), die Detailhandelsbranche (+8,3 Prozent) und die Reinigungsbranche (+6.2 Prozent).
Das sind die Top 10 Werbungtreibende und Produkte im November
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Das sind die Top 10 Werbungtreibende und Produkte im November
Das zeigt sich auch bei den Top 10 Produkten im November. Die Coronavirus Kampagne des BAG ist zurück auf dem Thron, mit einem gemessenen Werbedruck von mehr als 4 Millionen Bruttofranken. Im Oktober hatte man die Kampagne noch vergeblich unter den zehn meistbeworbenen Produkten gesucht. Die Ränge 2 und 3 belegen ebenfalls  Branchenvertreter von Initiativen & Kampagnen: Nämlich an die Gegner (Rang 2) und die Befürworter (Rang 3) der Konzernverantwortungsinitiative.

Die Top 10 der Werbungtreibende dagegen bleibt fest in der Hand des Detailhandels. Hier stehen weiterhin Coop und Migros an der Spitze vor Procter & Gamble.
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