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Schweizer Werbemarkt fährt im ersten Halbjahr ein Minus von 22 Prozent ein

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Mediafocus legt die Zahlen für den Werbemarkt im Juni 2020 vor
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Mediafocus legt die Zahlen für den Werbemarkt im Juni 2020 vor
Die Corona-Pandemie hat den Schweizer Werbemarkt schwer getroffen. Im ersten Halbjahr sank der Werbedruck gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent auf brutto 2,3 Milliarden Schweizer Franken. Immerhin gibt es erste Anzeichen einer Erholung, wie die Analyse von Mediafocus zeigt. Danach haben sich die Spendings im Juni im Vergleich zum Vormonat mit 403,1 Millionen Franken um knapp 17 Prozent erhöht.
Es ist so etwas wie ein kleines Stück Hoffnung. Der Juni 2020 lag zwar mit einem Werbedruck von 403,1 Millionen Schweizer Franken deutlich unter dem Juni 2019 mit 455,4 Millionen Euro. Aber immerhin lag er um fast 17 Prozent über dem Mai 2020. Die aktuellen Zahlen von Mediafocus sind ein erstes kleines Zeichen, dass sich der Schweizer Werbemarkt nach drei schwachen Monaten von den Folgen der Corona-Pandemie etwas erholt.
So hat sich der Werbemarkt bislang entwickelt
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So hat sich der Werbemarkt bislang entwickelt
So haben im Juni immerhin vier Branchen ihren Werbedruck im Vergleich zum Vorjahr gesteigert - im April war das nur jeweils bei einem Wirtschaftszweig der Fall gewesen. Neben der Reinigungsbranche, die ihre Spendings um fast 72 Prozent erhöht hat, sind das die Bauen, Industrie & Einrichtungen (+29,6 Prozent), Initiativen & Kampagnen (+8,9 Prozent) und der Detailhandel (+7,4 Prozent). Ganz anders ist die Entwicklung bei der Veranstaltungsbranche. Obwohl seit dem 6. Juni wieder Events mit bis zu 300 Personen erlaubt sind, steht die Branche nach wie vor unter Schock. Um 73,3 Prozent haben die Unternehmen hier den Werbedruck verringert. Lediglich die Tabakbranche hat mit über 89 Prozent noch stärker reduziert. Ebenfalls deutlich im Minus sind die Verkehrsbetriebe. Hier meldet Mediafocus eine Reduzierung um knapp 60 Prozent.
Wie die einzelnen Branchen investieren
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Wie die einzelnen Branchen investieren
Das alles wirkt sich auch auf die Mediengattungen aus. Am härtesten trifft es weiter die Kinowerbung. Diese sind zwar seit dem 6. Juni wieder geöffnet, trotzdem halten sich die Unternehmen hier zurück. Die Folge: Der Werbedruck im Juni liegt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 86 Prozent niedriger. Deutlich besser - und fast schon auf Vorjahresmonat - sieht es bei der Aussenwerbung aus. 62,5 Millionen Schweizer Franken bedeuten im Vergleich ein Minus von 6 Prozent. Damit ist Out-of-Home im Juni für 15 Prozent des gesamten Werbedrucks verantwortlich. Eine ähnliche Entwicklung deutet sich bei der Internetwerbung an. Hier beträgt das Minus 9 Prozent oder rund 116 Millionen Bruttofranken.
In diesen Kanälen haben die Schweizer Werbe-Auftraggeber investiert
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In diesen Kanälen haben die Schweizer Werbe-Auftraggeber investiert
Zweistellige Minuszahlen meldet Mediafocus hingegen weiter für TV und Print. Hier sank der Werbedruck um 13 beziehungsweise 12 Prozent. Immerhin die Mediengruppe Print erreicht mit rund 116 Millionen Franken wie auch die Onlinewerbung den höchsten Wert seit Januar. Spannend bleibt daher die Frage, ob die positiven Tendenzen sich im Juli fortsetzen. Der siebte Monat gilt in der Schweiz für gewöhnlich mit Blick auf den Werbedruck als der Schwächste des Jahres.


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