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Jung von Matt, Sir Mary und Ruf Lanz sind die Benchmark

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 Decathlon und Jung von Matt Limmat setzen gemeinsam Akzente
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Decathlon und Jung von Matt Limmat setzen gemeinsam Akzente
Im Agenturrating Werbeagenturen, das traditionell die Media Research Group für die Schweiz erhebt, steht Jung von Matt wieder an der Spitze. Sir Mary und Ruf Lanz landen ebenfalls auf den Treppchen. Eine Analyse, warum das so ist.

Trotz der besten Note der letzten drei Jahre hat sich Jung von Matt aber nur äusserst knapp gegen Sir Mary durchgesetzt. Auf Platz 3 finden wir den letztjährigen Sieger Ruf Lanz. ,Hauchdünn‘ kann man genau beziffern. Ganze 0,06 Notenpunkte beträgt der Vorsprung von Jung von Matt auf den Newcomer Sir Mary, der dieses Jahr erst zum zweiten Mal beim Agenturrating mitgemacht hat.

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Nach einem Jahr Unterbruch ist Jung von Matt wieder zurück auf dem Thron. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr war es Ruf Lanz gelungen, den Seriensieger des Agenturratings Werbeagenturen vom 1. Platz zu verdrängen. Das war im vergangenen Jahr eine dicke Überraschung. Sechsmal in Folge hatte Jung von Matt bis dahin das Ranking, das die Media Research Group erstellt, gewonnen. Erst zum 3. Mal seit der Einführung dieses Awards im Jahre 2003 hatte Jung von Matt den Sieg überhaupt verpasst. Umso grösser war die Überraschung, als der Platz ganz oben auf dem Treppchen nach all den Jahren plötzlich von einer anderen Agentur eingenommen wurde.

Enges Rennen

Während Ruf Lanz im letzten Jahr den Sieg im Agenturrating Werbeagenturen aufgrund von Bestnoten bei den Einzeldisziplinen (Kreativität, Strategie und Beratung) erzielen konnte, gelingt dies Jung von Matt dank Bestnoten bei der Bekanntheit, dem Gesamteindruck und den Empfehlungen. Die Einzelleistungen dürfen nur von den eigenen Kunden beurteilt werden, die diese Leistungen im vergangenen Jahr in Anspruch genommen haben. Die Fragen nach der Bekanntheit, dem Gesamteindruck und den Empfehlungen dürfen hingegen von allen Befragten beantwortet werden, also auch von Nicht-Kunden. Bei der Gesamtnote – der Summe aller sieben Einzelnoten – hat Jung von Matt die Marke 8,00 nur äusserst knapp verpasst. Ihre Note beträgt 7,95. Dies ist die zweithöchste Note der letzten fünf Jahre. Trotzdem reicht diese hohe Note nicht, um sich deutlich von der zweitplatzierten Agentur abzusetzen.
 Decathlon und Jung von Matt Limmat gemeinsam in den Frühling
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Decathlon und Jung von Matt Limmat gemeinsam in den Frühling
Jung von Matt muss sich mit einem geringen Vorsprung von 0,06 Punkten auf die zweitbeste Werbeagentur begnügen. Mit Sir Mary steht eine Agentur auf dem 2. Platz, die erst seit sechs Jahren auf dem Markt ist und im letzten Jahr erstmals beim Agenturrating mitgemacht hat. Sie konnte ihre Note um 0,45 Punkte verbessern und steht jetzt mit 7,89 zu Buche. Der letztjährige Sieger Ruf Lanz ist auf den 3. Platz zurückgefallen. Im Vergleich zum Vorjahr büsst die Agentur 0,20 Punkte ein. Mit einer Note von 7,74 liegt Ruf Lanz 0,15 Punkte hinter Sir Mary und genau gleich viele Punkte vor der viertplatzierten Wirz.
Wie die Agenturen in einzelnen Disziplinen performen

1. Jung von Matt
Jung von Matt holt sich in der Disziplin Digitale Kompetenz mit guten 7.85 den dritten Platz punktgleich mit Thjnk.
2. Sir Mary
Die Agenturen Sir Mary, Ruf Lanz und Thjnk belegen bei drei der vier abgefragten Disziplinen einen Podestplatz. Im Gegensatz zum Vorjahr hat es diesmal also keine Agentur geschafft, in allen vier Disziplinen einen Podestplatz zu belegen. 
Sir Mary holt in der Disziplin Digitale Kompetenz mit der sehr guten Note von 9.11 den Sieg. Einen weiteren Sieg gibt es für Sir Mary in der Disziplin Beratung. Die Durchschnittsnote aller Beurteilungen beträgt 8.85.
Einen weiteren Podestplatz gibt es für die zweitbeste Note in der Kategorie Strategie. Die Note beträgt 8.81.
3. Ruf Lanz
Bei der Kreativität lässt Ruf Lanz zum zehnten Mal in Folge alle andern weit hinter sich. Ihre Note beträgt 9.59. dies ist die zweitbeste Note der letzten 10 Jahre. Übertroffen wurde diese Höchstleistung nur im Vorjahr. Damals betrug die Note 9.67.
Bei der Beratung hat Ruf Lanz den Sieg mit einer Note von 8.82 nur äusserst knapp (um 0.03 Punkte) verpasst. Einen weiteren Podestplatz gibt es bei der Strategie. Die 8.76 tragen den Kreativen den dritten Platz ein.
4. Wirz
Wirz schafft den vierten Platz im Agenturrating ohne einen einzigen Podestplatz bei den vier Einzelleistungen.
5. Thjnk
Think nahm dieses Jahr zum ersten Mal am Agenturrating teil. Und gleich beim ersten Mal ist es ihr gelungen, bei drei Disziplinen einen Platz auf dem Podest zu erlangen. Eine ausserordentlich gute Leistung. Bei der Strategie schaffte es Thjnk mit der Note von 8.92 auf den ersten Platz, bei der Kreativität mit 9.15 auf den zweiten Platz und bei der Digitalen Kompetenz mit 7.85 auf den dritten Platz.
6. Rod Kommunikation
Rod Kommunikation schafft den sechsten Platz im Agenturrating ohne einen einzigen Podestplatz bei den vier Einzelleistungen.
7. Freundliche Grüsse
Freundliche Grüsse, auch diese Agentur 2022 erstmals abgefragt, erlangt in der prestigeträchtigen Disziplin, der Kreativität mit der Note von 8.69 den dritten Platz.
8. Jim&Jim
Jim&Jim holt in der Disziplin Digitale Kompetenz mit der Note von 8.47 den zweiten Platz.
9. Vizner Borel
Einen letzten Podestplatz holt sich Vizner Borel. Es ist der zweite Platz für die Beratung. Mit der Note von 8.82 liegt sie lediglich 0.03 hinter der Spitze. Nachdem die Agentur Ende Juni ihr Ausscheiden aus dem Markt bekanntgegeben hat und die beiden Agenturleiter angetönt haben, dass sie in die Beratung wechseln, können sie eine derartige Wertschätzung des Marktes sicher gut gebrauchen.

Bekanntheit als Treiber

Die erste Frage, die den Befragten beim Agenturrating gestellt wird, ist diejenige nach der Bekanntheit der Werbeagenturen. Eine wichtige Frage. Wen man nicht kennt, der kann nicht beurteilt werden. Und wer nicht beurteilt wird, kann nicht gewinnen. Die Werbeagentur mit dem grössten Bekanntheitsgrad ist nach wie vor Jung von Matt.
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129 Auftraggeber (36,2%) wissen, wofür diese Agentur steht. Im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 13 Auftraggebern. An 2. Stelle folgt Wirz mit 95 (26,7%). Ein Plus von neun Auftraggebern. Auf Platz 3 liegt Publicis mit 84 Auftraggebern (23,6%). Ein Minus von sieben Auftraggebern. Auf den nächsten Plätzen folgen Rod Kommunikation (75 Auftraggeber; +4), Farner (67 Auftraggeber; +8) sowie Ruf Lanz (58 Auftraggeber; –7).

Eine Note für den Gesamteindruck darf sowohl von Kunden als auch von Nicht-Kunden abgegeben werden. Vergleicht man die Noten für den Gesamteindruck, die in diesem Jahr abgegeben wurden, mit denjenigen vor fünf Jahren, so stellt man fest, dass sich diese Noten stark verbessert haben. Jung von Matt erzielt mit 8,41 sogar die Bestnote aller Agenturen der letzten zehn Jahre. Im Einzelnen sieht dies wie folgt aus: Jung von Matt erzielt mit der Note von 8,41 ein Plus von 0,31 gegenüber dem Vorjahr und ein Plus von 0,32 im Fünfjahresvergleich. Auf Platz 2 liegt Sir Mary mit einer Note von 8,13 und einem Plus von 0,35. Ein Fünfjahresvergleich ist hier nicht möglich, da die junge Agentur dieses Jahr erst zum zweiten Mal abgefragt wurde. Auf dem 3. Platz folgt Wirz mit einer Note von 7,98 und einem leichten Plus von 0,03 gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz 4 finden wir die erstmals abgefragte Agentur Thjnk mit 7,95 Punkten. Rod Kommunikation holt sich mit 7,91 Punkten und einem Minus von 0,08 die fünftbeste Note. Dahinter, auf Platz 6, folgt Ruf Lanz mit einer Note von 7,88 und einem Minus von 0,27.

Viele Empfehlungen

Das dritte Kriterium, zu dem sich sowohl Agentur-Kunden als auch Nicht-Kunden äussern dürfen, sind die Empfehlungen. Auf die Frage „Welche Kreativ-Agenturen würden Sie einem Kollegen weiterempfehlen“ nennen die Auftraggeber 50-mal Jung von Matt. Dies sind zwei weniger als im Vorjahr, aber elf mehr als vor fünf Jahren und der höchste Wert in der diesjährigen Befragung. Auf Platz 2 folgt Wirz mit 26 Erstempfehlungen (+1 im Vorjahresvergleich; +11 im Fünfjahresvergleich). 23-mal erhält Rod Kommunikation eine Erstempfehlung (ein Minus von fünf im Vorjahresvergleich und von sechs im Fünfjahresvergleich). Auf dem 4. Rang liegt Sir Mary mit 22 Erstempfehlungen (+10 im Vergleich zum Vorjahr).

Die Studie

Die Media Research Group erhebt jährlich die Werbemarkt-Studie, die Trägerstudie des Agenturratings Werbeagenturen. Wie schon 2021 haben sich auch in diesem Jahr 364 der Top-750-Werbeauftraggeber an der Untersuchung beteiligt. Das Agenturrating Werbeagenturen, das seit 2003 zusammen mit dem Agenturrating Mediaagenturen durchgeführt wird, basiert ausschliesslich auf den Urteilen von Werbeauftraggebern. Die Marktforscher haben 23 klassische Werbeagenturen abgefragt, von denen bekannt ist, dass sie mit mindestens zehn Kunden aus dem Kreis der Top-750-Auftraggeber zusammenarbeiten und von denen erwartet werden durfte, dass sie von diesen auch beurteilt werden. Alle Agenturen haben diese Hürde geschafft. Die Daten hat die Media Research Group im Zeitraum Mitte Januar bis Mitte März online erhoben. 

Auf Platz 5 folgt Ruf Lanz mit 17 Erstempfehlungen (ein Minus von vier im Vergleich zum Vorjahr und von neun im Fünfjahresvergleich). Die Beurteilung der einzelnen Agenturleistungen ist 2022 bei zwei Leistungen (Kreativität und Digitale Kompetenz) besser ausgefallen als vor einem Jahr und bei den Leistungen Strategie und Beratung schlechter. Am besten beurteilen die Auftraggeber die Beratung. Die Durchschnittsnote aller Beurteilungen beträgt 8,22. Es folgen die Kreativität mit 8,18 und die Strategie mit 8,07. Nur gerade die Digitale Kompetenz fällt mit einer Durchschnittsnote von 7,39 etwas ab. Diese Note hat sich aber seit der erstmaligen Abfrage dieser Leistung im Jahr 2018 um 0,51 Punkte verbessert.

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