Marketing Tag 19

"Zu viele Daten, zu wenig Information"

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Martin Lindstrom, Lindstrom
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Martin Lindstrom, Lindstrom
Wie können Unternehmen aus den vielen Daten, die sie sammeln, Nutzen ziehen und ihre Kunden wirklich verstehen? Martin Lindstrom,  Vorsitzender von Lindstrom Company Inc, plädiert für den Einsatz von Small Data. Warum erklärt er im Gespräch mit HORIZONT Swiss.

Viele Firmen sammeln Daten von Kunden, wissen aber gar nicht wirklich, was sie damit anfangen können. Wie können die Unternehmen das Problem lösen?

Wir haben viel zu viel Data aber keine Information. Ich rate den Firmen, ihre gesammelten daten in drei Kategorien aufzuteilen:

1. Day-to-day-Data, also Daten, die helfen, das Geschäft am laufen zu halten wie etwa Sales-Zahlen, Wettbewerbsbeobachtung und andere.

2. Improvement Data, also “Verbesserungs-Daten“, die helfen, Probleme im Geschäft aufzuzeigen und einen Wweisen, wie man sie lösen kann.

3. Explorative Data, die helfen, neue Geschäfts- und Innovations-Möglichkeiten zu identifizieren.

Jede der Kategorien sollte drei einfache Schwerpunkte haben, die alle durch eine allgemeine Herausforderung unterstützt werden, zum Beispiel „Wir vermissen das jüngere Publikum - was sollen wir tun?“ und dann durch eine Hypothese gestützt werden, die dazu beitragen kann, tiefere und fundiertere Einsicht in das Problem zu gewinnen. Die genannten Punkte sollten die allgemeine Richtung für die Datenerfassung bestimmen - und dabei helfen, die Organisation zu fokussieren, statt die Organisation mit Daten zu überfordern.

Martin Lindstrom
Martin Lindstrom ist der Vorsitzende von Lindstrom Company Inc., das sich um die Kulturtransformation zahlreicher Grossunternehmen kümmert. Zu seinen Kunden zählt unter anderem Nestlé und die Schweizerische Post. Lindstrom erklärt seine These zu Small Data in seinem referat beim Marketing Tag 19 am 12. März in Luzern.
Sie raten, nicht an die Allmacht von Data zu glauben. Stattdessen sollten Unternehmen lernen, wie sie „Small Data“ nutzen können, jeden Kunden zu verstehen und zu erreichen. Ist das Zeitalter von Big Data vorbei?

Nein, ich bin fest davon überzeugt, dass der Tango zwei erfordert - in diesem Fall sowohl Small als auch Big Data zusammen. Bei Small Data geht es nur darum, die Ursache (den Grund „warum“ - oder die Hypothese) zu ermitteln, die die Grundlage für die weitere Überprüfung mithilfe von Big Data bilden. Sie können nicht ohne vorherige Hypothese direkt in die Welt der Big Data einsteigen - eine Hypothese kann nicht durch Big Data identifiziert werden, sondern nur durch Small Daten.



Eignet sich Small Data für jeden Werbeauftraggeber?
Absolut.

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