Marcel Meier von Deimos

"Readyness" ist bei uns ein grosses Leitmotiv - wir sind jederzeit bereit."

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In dieser neuen Interview-Serie blicken wir hinter die Kulissen von Firmen und Menschen aus der Werbe-, Marketing- und Medienbranche: Wie sind sie entstanden, wohin geht die Reise und was treibt sie an? Es sind Fragen, die uns in dieser Krisenzeit mit ungewissem Ausgang aktueller denn je erscheinen. Marcel Meier von Deimos macht den Anfang. 
Wie war der Start mit Deimos, vielleicht ein prägender Moment und wie sie ihn überwunden haben? Unser erstes gemeinsames Web-Projekt war eine Online-Plattform zur OL-WM 1997 in Norwegen. Als aktive OL-Läufer wollten wir unserer Community dank neuen Technologien ein spannendes Paket mit zusätzlichen Hintergrundinformationen aus den Teams bis hin zur Live-Berichterstattung der Wettkämpfe bieten. Der Auftritt an der OL-WM war auch ein toller Erfolg und hat uns viel motivierendes Feedback eingebraucht.


Was war besonders prägend? Die Zusammenarbeit über Distanz - Peter Mohn war damals in Norwegen an einem IT-Forschungsarbeit tätig und ich befand mich im Architektur-Diplomsemester an der ETH in Zürich - war ein prägendes Erlebnis. Für die Weiterentwicklung der Firma war sicher ein prägender Moment, als wir erstmals bei einer öffentlichen Ausschreibung im Kanton Zürich den Zuschlag als Entwicklungs-Partner erhalten haben. Das hat uns gezeigt, dass wir auch als kleinere Firma für grössere Projekte in Frage kommen. Heikle Momente gab es eher emotional als finanziell. Wenn sich zum Beispiel bestehende Kunden trotz guter Leistungen oder Angebote für andere Anbieter entscheiden oder ihre Strategien ändern, dann kann es schon mal sein, dass man die Welt nicht mehr versteht.

Was treibt Sie an, vielleicht etwas, das Ihnen am Herzen liegt? Unser Antrieb ist stets, unseren Kunden bei Problemstellungen und Umsetzung der Visionen helfen zu können. Wir möchten mit unseren Applikationen Prozesse vereinfachen - oder überhaupt erst ermöglichen – und ein optimales Nutzererlebnis bieten. Wenn wir sehen, dass wir mit unseren Ideen beitragen können, den Anwendern Freude zu bereiten und die Arbeit erleichtern, dann sind auch wir stolz und zufrieden. Am Herzen liegt uns die kollegiale Firmenkultur – wir pflegen ein kooperatives Verhältnis mit und zwischen Mitarbeitenden, Kunden und Partnern sowie anderen Projektbeteiligten. Wir verstehen uns zusammen mit dem Kunden als Team und wollen ein gemeinsames Ziel erreichen.
Über Deimos
Deimos Philipp Sauber
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Deimos
konzipiert und entwickelt hochwertige Applikationen und setzt Integrationen von IT-Landschaften um. Agiles Vorgehen und enge, kooperative Zusammenarbeit mit Kunden und Anwendern führen zu schnell nutzbaren Resultaten.
Worin besteht Ihre Einzigartigkeit, vielleicht eine besondere Fertigkeit, Talente im Team? Wir sind ein kleines, aber schlagfertiges Team - eine Art "Software-Boutique", die für individuell konzipierte Lösungen und hohe Qualitätsansprüche einsteht. Bei spezifischen Problemstellungen, welche der Kunde rasch angehen möchte, können wir aufgrund der Organisation und dank erfahrenen und sehr gut ausgebildeten Mitarbeitenden schnell Hand bieten. "Readyness" ist bei uns ein grosses Leitmotiv - wir sind jederzeit bereit, mit dem Kunden in agiler Zusammenarbeit die passende Lösung zu konzipieren und die nötige Software (Applikation, Systemintegrations-komponenten oder Mobile App) dafür zu entwickeln. Unsere Kunden schätzen uns auch sehr als konstanten, verlässlichen Partner, was in unserer Branche nicht immer selbstverständlich ist. Seit mehr als 20 Jahren sind wir nun im Zürich am Escher-Wyss-Platz tätig und alle unsere Mitarbeiter sind vor Ort inhouse tätig und wir sind entsprechend greifbar ohne kompliziert Wege.


Woraus besteht Ihr Angebot, vielleicht zwei, drei ganz spezifische Probleme, die sie Ihren Kunden lösen? Ganz allgemein benötigt unser Kunde eine individuelle Software-Lösung, die ihn bei seinen Prozessen unterstützt. Ein konkretes Beispiel kann so aussehen: Ein Kunde unterhält historisch bedingt Personen- und Adressdaten in verschiedenen Systemen. Wir helfen ihm, mit Applikationen und Integrationsplattformen, damit er diese Daten systemübergreifend nutzen kann und nicht in mehreren Systemen pflegen muss. Der Kunde kann seine Prozesse optimieren und seine Endanwender profitieren von einem besseren Nutzererlebnis. Zudem erhält der Kunde durch unsere Architektur eine Lösung, welche auch in Zukunft schrittweise weiterentwickelt werden kann. Ein anderes Beispiel? Das System Fixcontrol, mit welchem Kontrollpunkte in Wandergebieten angelaufen werden können. Die Lösung besteht aus einem web-basierten Backendsystem, in welchem die Kontrollpunkte verwaltet werden, einer App für die Benutzer, welche das Auffinden der Kontrollpunkte mit dem Scannen eines QR-Codes quittieren und einer CMS-basierten Website, die verschiedene Informationen und die Anzeige von Ranglisten bietet. Dieser Anwendungsfall nutzt exemplarisch die service-orientierte Architektur, um die zentral verwalteten Daten verschiedenen Anwendungen zur Verfügung zu stellen, bis hin zu Schnittstellen für externe Benutzer. Ganz ähnliche Thematiken gibt es auch bei einer Plattform für ein Filmfestival, wo wir einerseits das CMS für die Website realisieren, aber auch administrative Prozesse und das ganze Festival-Programm einbinden und für weitere Anwendungen bereitstellen.


Wohin geht die Reise, vielleicht grosse Ziele oder ganz einfach ein Pfeil im Köcher, den Sie lieber heute als morgen abfeuern möchten? Wir verfolgen den eingeschlagenen Weg weiter. Damit wir unseren Firmencharakter beibehalten können, wollen wir lediglich moderat wachsen. Der Auswahl neuer Mitarbeiter werden wir weiterhin viel Wichtigkeit beimessen, um unseren Mix aus Erfahrung und Talent aufrecht erhalten zu können. Unser Fokus liegt auf "Readyness", um den Kunden jederzeit rasch und in hoher Qualität bedienen zu können. Sicherlich haben wir die eine oder andere Idee, um auch neue Wege einzuschlagen, diese werden wir über Spin-Offs oder Kooperationen mit anderen Partnern angehen, sobald die Zeit reif ist. Eine unserer Stärken ist die schlanke Organisation, die uns erlaubt, im richtigen Moment schnell handeln zu können.

Worin besteht für Sie die grösste Herausforderung im Zusammenhang mit der sich nun wieder verschärfenden Corona-Krise? Am wichtigsten ist natürlich, dass wir alle gesund bleiben und dass wir trotz allem eine Art Normalität finden können. Aus Firmensicht besteht die Herausforderung generell in der Unsicherheit, wie sich die Lage weiter entwickeln wird. Was heute noch gilt, kann morgen schon wieder anders sein. Kurzfristig können wir unsere Arbeit sehr wohl aus dem Home Office mit praktisch gleicher Qualität erledigen, einzig der Koordinationsaufwand ist etwas höher als im Normalbetrieb. Längerfristig müssen wir aber darauf achten, dass unsere Firmenkultur und die Innovationskraft nicht darunter leiden, weil wir weniger direkten persönlichen Kontakt haben. Wir hoffen auch, dass unsere Kunden nicht allzu stark betroffen sind von der Corona-Krise und ihre Projekte so durchziehen können wie geplant. Wir rechnen sicher mit einzelnen Verschiebungen von Prioritäten und Terminen, was aber auch eine Chance sein kann! Für unsere Branche kann die Corona-Krise ein grosser Anschub für zahlreiche Digitalisierungsprojekte werden. Wir werden sicherlich jederzeit bereit sein, unsere Dienstleistungen bei Bedarf schnell und zielgerichtet einzubringen!

Worum sorgen Sie sich? Es geht immer darum, die richtigen Trends zu erkennen und früh genug aufs richtige Pferd zu setzen – und immer auch bereit zu sein, alte Pfade zu verlassen und neue Technologien einzuführen. Damit wir unser Know-how und unsere Qualität in einem kleinen Team hochhalten können, darf die Menge an eingesetzten Technologien nicht unüberschaubar werden. Grundsätzlich müssen wir darauf achten, dass die ausgewogene Balance zwischen Aufträgen und Mitarbeiter-Ressourcen nicht aus dem Gleichgewicht kommt. In der Schweiz herrscht meist eine Knappheit an gut ausgebildeten Software-Entwicklern auf dem Arbeitsmarkt, womit es für uns immer eine Herausforderung darstellt, die besten Talente für unsere Firma begeistern zu können. Nach 20 Jahren in dieser dynamischen Branche gibt es aber nicht allzu viel, worüber wir uns grosse Sorgen machen. Wir sind es uns gewohnt, flexibel zu bleiben und uns weiter zu verändern. Unser Angebot muss immer einen Schritt mehr bieten, als es die Standard-Software abdeckt, und mit unsere Kunden-Nähe bleibt ein wichtiges Argument, um erfolgreiche Software-Projekte realisieren zu können.

 
 
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