MACH Consumer 2020

20 Insights für Krankenkassenwerbung

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© zvg
8 % der Schweizer Bevölkerung haben zuletzt ihre Krankenkasse gewechselt. Der typische Wechsler ist tendenziell jung, gut gebildet, lebt in einem Haushalt mit kleinen Kindern und ist onlineaffin. Zum Thema Krankenkasse lässt er sich überdurchschnittlich gerne beraten und berät wiederum selbst Personen. Diese und andere Insights liefert die WEMF-Studie MACH Consumer 2020.

Die grösste Konsum-Medien-Studie der Schweiz

Die grösste repräsentative Konsum-Medien-Studie der Schweiz wurde gestern am 6.10.2020 publiziert. Neu als gemeinsamer Datensatz mit der Leserschaftsstudie MACH Basic, wodurch Konsumzielgruppen noch mehr Fälle erhalten würden, schreibt die WEMF in ihrer Mitteilung.

Beträchtliche Ausbeute für Krankenkassen

Am Beispiel der Krankenkassen führt die WEMF auf, was aus ihren Studien alles für Insights gezogen werden können. Aus den erhobenen Daten der MACH-Consumer lassen sich zielgerichtet Konzepte und Botschaften ableiten:



  1. 8 % der Schweizerinnen und Schweizer haben ihre Krankenkasse in den letzten 12 Monaten gewechselt.
  2. Die Mehrheit davon ist unter 40 Jahre alt (57 %).
  3. Von den über 60-Jährigen geben nur etwa 2 % an, ihre Krankenkasse im letzten Jahr zu Gunsten einer neuen gekündigt zu haben.
  4. Über alle Altersgruppen hinweg betrachtet wechselten etwas mehr Männer (294 000) als Frauen (249 000) ihren Krankenversicherer.
  5. Wechsler kommen überdies überdurchschnittlich oft aus der Romandie oder dem Tessin und verfügen über eine hohe Schulbildung.
  6. Sie leben auffällig oft in Haushalten mit Babys und Kindern unter fünf Jahren, also in den Haushalten, in denen Windelwechseln zum Alltag gehört.
  7. Der Anteil an Krankenkassenwechslern unter diesen jungen Eltern ist sogar doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.
  8. Personen, welche im letzten Jahr ihre Krankenkasse gewechselt haben, kaufen öfter Antiallergika, wenden tendenziell etwas mehr Zeit für sportliche Aktivitäten auf und ernähren sich eher vegetarisch als der Schweizer Durchschnitt.
  9. Die Beratung und der Preis spielen eine wichtige Rolle
  10. Wechselfreudige beraten überdurchschnittlich oft andere Personen zum Thema Versicherungen oder Krankenkassen, was sie für die Krankenversicherer zusätzlichzu einer attraktiven Zielgruppe macht.
  11. Um sie zu erreichen, sind Online-Medien besonders gut geeignet. Auffallend viele der Personen, die in den letzten 12 Monaten die Krankenkasse gewechselt haben, nutzen soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook oder Blogs, Apps oder Websites, um sich zum Thema Krankenkasse und Versicherungen zu informieren, ferner aber auch Plakatwerbung.
  12. Ausserdem lassen sie sich überdurchschnittlich oft selbst beraten, sei es von Familienmitgliedern, Bekannten, Freunden oder einer Fachperson.
  13. 57 % der Krankenkassenwechsler geben an, dass sie sich beim Abschluss einer neuen Versicherung für den günstigsten Anbieter entscheiden.
  14. Zusatzversicherte sind besserverdienend und gut informiert. Sie sind eine wichtige Einnahmequellen der Krankenkassen.
  15. Laut der MACH Consumer 2020 verfügen 2,2 Millionen Schweizerinnen und Schweizer über eine private oder halbprivate Spitalzusatzversicherung.
  16. Auffallend viele der Zusatzversicherten sind über 60 Jahre alt.
  17. Bei den Personen in der höchsten Einkommensgruppe (monatliches Haushaltseinkommen über CHF 15 000.−) hat fast die Hälfte eine Spitalzusatzversicherung
  18. Bei den tieferen Einkommensgruppen (bis CHF 4 000.− Haushaltseinkommen) hat nur etwa jeder Vierte eine Spitalzusatzversicherung.
  19. Zum Thema Krankenkassen informieren sich die Spitalzusatzversicherten im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt eher breit.
  20. Wichtige Informationsquellen sind für sie das Internet, persönliche Kontakte, Zeitungen und Zeitschriften sowie adressierte Werbesendungen.

Arbeiten Krankenkassen und ihre Agenturen mit diesen Insights?

Wenn man sich nun im Wissen um diese Insights die aktuell präsenten Krankenkassenwerbungen vor Augen führt, passt das? Die Kampagnen, die HORIZONT Swiss erhält, deuten auf Einheitskampagnen hin. Das heisst, es wird mit dem klassischen Werbeprinzip des grössten gemeinsamen Nenners geworben. Man könnte auch sagen, nach dem Giesskannenprinzip. Bei dieser Einschätzung bezieht sich die Redaktion auf  eben die Spots und Plakate, die ihr jeweils zugestellt werden. In wie fern in Medien, die ausgeklügelte Targeting- und Funnel-Modelle anbieten, die Kassen mit ihren Botschaften ganz gezielt auf individuelle Bedürfnisse und Befindlichkeiten eingehen, wäre spannend herauszufinden.










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