Kulturwirtschaft Schweiz

15 Milliarden Schweizer Franken Wertschöpfung

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Mehr als 63 000 Unternehmen, insgesamt über 300 000 Kulturschaffende, die überdurchschnittlich gut ausgebildet und im Vergleich zur Gesamtwirtschaft weiblicher sind, und eine Wertschöpfung von 15 Milliarden Franken oder 2,1% des BIP: Dies sind die wichtigsten Ergebnisse aus der neuen Statistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zur Kulturwirtschaft in der Schweiz, die das BFS gemäss Vereinbarung mit dem Bundesamt für Kultur (BAK) erstellt hat.
Im Jahr 2018 umfasste der Kultursektor 63 639 Unternehmen und 66 122 Arbeitsstätten (Filialen oder Produktionsstandorte). Im Vergleich zur gesamten Volkswirtschaft (609 000 Unternehmen, 687 000 Arbeitsstätten) macht der Kultursektor einen Anteil von ca. 10,5% der Unternehmen bzw. 9,6% der Arbeitsstätten aus. Den grössten Kulturbereich repräsentieren die Bildenden Künste mit einem Anteil an allen Kulturunternehmen von rund 30%, gefolgt von der Architektur (21%) und den Darstellenden Künsten mit 16%.

Kultur macht 2,1% des BIP aus

Die Wertschöpfung des Businesssektors der Kultur (d.h. die Unternehmen ohne öffentliche Verwaltung und private Organisationen ohne Erwerbscharakter) betrug im Jahr 2018 insgesamt 15,2 Mrd. Franken zu laufenden Preisen. Dies entspricht 2,1% des Bruttoinlandprodukts (BIP). Den grössten Anteil der Wertschöpfung der Kultur machen dabei die Gruppen Buch und Presse, Audiovision und Multimedia sowie Kulturerbe und Architektur aus. Zum internationalen Vergleich: Die EU-Statistikbehörde Eurostat wies 2017 für die EU-27 Mitgliedstaaten einen Wert von 2,3% aus.

Insgesamt über 300 000 Kulturschaffende in der Schweiz

Im Jahr 2019 gab es in der Schweiz 312 000 Erwerbspersonen, die «Kulturschaffende» im breiteren Sinne sind. Damit gemeint sind alle Personen, die im Kultursektor arbeiten, egal ob sie einen kulturellen Beruf ausüben oder nicht, sowie solche, die einem Kulturberuf ausserhalb des Kultursektors nachgehen (vgl. Methodenhinweis weiter unten). Diese Zahl entspricht 6,3% der Erwerbspersonen in der Schweiz. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz damit am oberen Ende der Tabelle, zusammen mit Ländern wie Island, Malta, Estland, Luxemburg oder Finnland. Ein Drittel (32%) der Kulturschaffenden ist ausserhalb des Kultursektors tätig.

Starke Ungleichheiten zwischen Mann und Frau bei beruflicher Stellung und Lohn

Unter den Kulturschaffenden waren 2019 30% Mitglied der Direktion ihres Betriebs oder hatten eine Vorgesetztenfunktion inne, in der Gesamtwirtschaft waren es 33%. Hierbei gibt es etwa gleich grosse Geschlechterunterschiede wie in der Gesamtwirtschaft: 36% der männlichen Kulturschaffenden haben eine Direktions- oder Kaderfunktion, gegenüber 24% bei den Frauen. Diese Unterschiede sind besonders ausgeprägt in den Bereichen Kulturunterricht (Differenz: 20 Prozentpunkte), Architektur (Differenz: 19 Prozentpunkte) sowie Buch und Presse (Differenz: 17 Prozentpunkte).


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