KS/CS

Sinkende Mitgliederzahlen machen dem Dachverband zu schaffen

KS-Präsident Filippo Lombardi (vorne mit roter Krawatte) an der 94. Mitgliederversammlung von KS/CS.
© zvg.
KS-Präsident Filippo Lombardi (vorne mit roter Krawatte) an der 94. Mitgliederversammlung von KS/CS.
Zwar schreibt KS/CS Kommunikation Schweiz, der Dachverband der Kommunikationsbranche, (noch) schwarze Zahlen, doch die Mitgliederzahlen gehen zurück. Eine interne Reorganisation, eine Generalsekretärin oder ein Generalsekretär und ein verstärktes Marketing in der Deutschschweiz soll hier Abhilfe schaffen.

Trotz der schwarzen Zahlen ist KS-Präsident Filippo Lombardi mit dem Verbandsjahr 2018 nicht nur zufrieden. An der 94. Mitgliederversammlung des Dachverbandes im Museum für Kommunikation in Bern wies er insbesondere auf die sinkenden Mitgliederzahlen hin. Zu schaffen machen dem Verband offenbar nicht nur Fusionen und Übernahmen in der Branche, sondern es scheint ihm bisher noch zu wenig gelungen zu sein, sich als Dachorganisation sauber von den Partikularverbänden der Kommunikationswirtschaft abzugrenzen. Anders gesagt: Er muss stärker erklären, wofür es ihn braucht.



Damit KS/CS in Zukunft noch verstärkt als massgebende Stimme wahrgenommen wird, so Lombardi, werde der Verband sich reorganisieren und zusätzlich eine/n Generalsekretär/in anstellen. Eine solche Person ist offenabr schon gefunden, stehe zurzeit aber noch in ungekündigtem Arbeitsverhältnis, weshlab er keinen Namen nennen könne. Er/sie werde aber "in den kommenden Monaten" die Arbeit aufnehmen und innert drei Monaten ein neues Leitbild entwickeln, mit dem sich Verband neu positionieren kann. Der administrative Bereich von Geschäftsführerin Ursula Gamper werde dadurch nicht tangiert.

Wahrnehmung in der Deutschschwiz verbessern

In Bern fand aber nicht nur die 94. Mitgliederversammlung des Dachverbandes statt, sondern auch die 4. der Sektion Deutschschweiz von KS/CS Kommunikation Schweiz. Sektonspräsident Christian Merk, der gleichzeitig als Executive Vice President der Dachorganisation amtet, erklärte, dass eine zentrale Herausforderung nach wie vor sei, die Wahrnehmung des Verbandes zu verbessern. Nach dem Beispiel der Section Romande, die in Sachen Veranstaltungen und Selbstvermarktung vorbildlich sei, soll künftig auch die Deutschschweizer Sektion aktiver vermarktet werden. Wie bei der Mitgliederversammlung des Dachverbandes wurden auch hier alle Traktanden angenommen und dem Vorstand Décharge erteilt.


In seiner Ansprache übte der langjähriger KS-Präsident, Ständerat Filippo Lombardi, Kritik an Google & Co. Sie seien mitverantwortlich dafür, dass die Verbandslandschaft im Zuge der Umbrüche in der Kommunikationswirtschaft in Mitleidenschaft würden. "Erschwert wurde die ungemütliche Lage dadurch, dass die sogenannten GAFAN (Google, Amazon, Facebook, Apple und Netflix) mehr und mehr vom Schwei­zer Werberahm abschöpfen. Umso weniger verständlich, dass sie sich vornehm zurückhalten, wenn es darum geht, die liberalen Rahmenbedingungen in unserem Land sicherzustellen." Er betonte in diesem Zusammenhang "die überaus wichtige Rolle des Dach­verbandes", der Kommunikationswirtschaft vorab in politischer und rechtlicher Hinsicht den Rücken freizuhalten. 2018 habe KS/CS insbesondere bei Themen wie Datenschutz, Urheberrechtsschutz, Teilrevision der Radio- und TV-Verordnung (RTVV) sowie No-Billag-Initiative ihr Gewicht in die Waagschale geworfen – mit Erfolg.

Lauterkeitskommission bereitet ebenfalls Sorgen

Die kommerzielle Kom­munikation profitierte auch 2018 viel von der Arbeit der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK), die sich nicht zuletzt in der verstärkten Wahrnehmung der Medien spiegelte. Der Bundesrat hat wieder­holt betont, dass er neue Gesetze weder als sinnvoll noch zielführend erachte, solange es eine Selbstregulierung gebe, die diese Funktion zufriedenstellend abdeckt. Damit sah Lombardi denBundesrat in guter Gesellschaft mit EU und OECD. Hinzu komme, dass es in der Schweiz keine andere staatliche oder private Organisation gibt, die über ein derart hohes branchenspezifisches Wissen verfügt wie die SLK. Umso mehr mache die Finanzierung der SLK Sorge, erklärte Lombardi. KS/CS sei der mit Abstand grösster Geldgeber. Der Verband werde deshalb in den nächsten Monaten Vorschläge unterbreiten, wie die SLK nachhaltiger finanziert werden kann; das bedeute allerdings nicht, dass sich Kommunikation Schweiz seiner Verantwortung entziehe.


stats