Konsumentenvertrauen in Europa

Die Schweiz rückt in die Top 5 auf

Nielsen weiss, was für Investitionen die Schweizer Konsumenten in den nächsten zwölf Monaten planen.
© Fotolia
Nielsen weiss, was für Investitionen die Schweizer Konsumenten in den nächsten zwölf Monaten planen.
Die Einwohnenden der Schweiz belegen beim Konsumentenvertrauen den fünften Platz in Europa. Das zeigt der Nielsen Verbrauchervertrauensindex, der im ersten Quartal 2018 hierzulande bei 104 Indexpunkten liegt. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal legt die Konsumentenstimmung in der Schweiz damit um fünf Punkte zu und liegt mittlerweile 18 Punkte über dem europäischen Durchschnitt von 86 Punkten.
Die Schweiz ist damit von Platz zehn auf Platz fünf aufgerückt. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie zum Verbrauchervertrauen von The Conference Board® und Nielsen.


Der Verbrauchervertrauensindex bildet die Einschätzung der Verbraucher mit Internetzugang zu ihren Job-Aussichten, ihrer persönlichen finanziellen Situation und ihrer Bereitschaft ab, Geld auszugeben – immer mit Blick auf die kommenden zwölf Monate.  „Die Konsumentenstimmung der Schweizer befindet sich auf der Überholspur und ist unter die Top 5 in Europa geklettert. Der Abstand zum europäischen Durchschnitt wird dabei immer größer. Denn besonders ihre Job-Aussichten sehen die Schweizer deutlich positiver als der Rest Europas. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass die Kauflaune im Vergleich zum Quartal zuvorgestiegen ist. Das liegt vor allem am stetigen Wirtschaftsaufschwung und stabilen Preisentwicklungenhierzulande“, erklärt Pedro Lima, Geschäftsführer Nielsen Schweiz.Optimistischer als die Schweizersind nur die Dänen (114 Punkte), die Tschechen (108,5 Punkte), die Deutschen (108) und Israel (105 Punkte). Im Europa-Vergleich verzeichnen die Schweiz, Deutschlandfunk Serbien mit einem Plus von fünf Punkten das größte Wachstum beim Verbrauchervertrauen.
Über die Nielsen Global Survey

Die Conference Board® Global Consumer Confidence Survey über das Vertrauen der Konsumenten und ihre Einkaufsgewohnheiten wurde in Zusammenarbeit mit Nielsen zuletzt im Februar 2018 durchgeführt. Dabei wurden mehr als 32.000 regelmäßige Internetnutzer in 64 Ländern der Regionen Asien - Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0,6 Prozent. Diese Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung oder zehn Millionen Menschen Internetzugang haben. Der Verbrauchervertrauensindex für China wird in einer separaten Umfrage mit kombinierter Methodik unter 2.400 Befragten erhoben. Die Global Consumer ConfidenceSurvey wird seit 2005 kontinuierlich durchgeführt.

Nielsen ist ein globales Performance Management Unternehmen, das Informationen und Erkenntnisse zum Medien-und Konsumverhalten von Verbrauchern liefert.

Job-Optimismus über Europa-Niveau.

Während also der Job-Optimismus hierzulande ungebrochen ist und 69 Prozent der Schweizerihre Beschäftigungsaussicht für die kommenden 12 Monate mit sehr gut oder gut bewerten, sagen das nur 39 Prozent des europäischen Durchschnitts. „Das Vertrauen der Schweizerin den Arbeitsmarkt und ihre Beschäftigungslage erreicht mit diesen Zahlen Rekordniveau. Da die Konsumentenstimmung und die Job-Aussichten eng verknüpft sind, ist es kaum verwunderlich, dass die Schweiz auch hier im Europa-Ranking vorne mit dabei ist“, sagt Lima. Nur die Tschechen sehen ihre Beschäftigungslage noch positiver (71 Prozent), die Dänen (69 Prozent) kommen auf das gleiche Ergebnis wie die Schweizer und die Deutschen.

Schweizer spendierfreudiger als viele andere Europäer

Die Schweizerschauen aber nicht nur positiv auf ihre Beschäftigungslage, sondern auch auf ihre persönlichen Finanzen. Im ersten Quartal 2018 bewerten über die Hälfte (57 Prozent) der befragten Schweizer ihre eigene finanzielle Lage für die kommenden 12 Monate mit sehr gut oder gut. Auch diese positive Einschätzung ist im Quartals-Vergleich um zwei Prozent gestiegen und liegt klar über der durchschnittlichen europäischen Bewertung von 47 Prozent. Der optimistische Blick auf die eigenen Finanzen spiegelt sich allerdings nur teilweise in der Shopping-Laune der Schweizer wider. Denn weniger als die Hälfte (48 Prozent) sehen die nächsten Monate als guten Zeitpunkt, um Geld auszugeben und Anschaffungen zu tätigen. Im Europa-Schnitt sind es hier sogar nur 37 Prozent. „Der Blick auf die gesamteuropäischen Zahlen zeigt, dass die Schweizerihr Geld eher ausgeben als andere Europäer. Allerdings kommen die Schweizer nicht an die Kauflaune der Deutschen (54 Prozent), der Dänen (56 Prozent) oder der Tschechen (52 Prozent) heran“, sagt Lima.

Europa spart, Schweiz investiert in Urlaub, Gesundheit und neue Kleidung

Nachdem die Schweizer also ihre Lebenskosten gedeckt haben, denken sie bei ihren Ausgaben zuerst an Urlaub (48 Prozent). Wie auch in den vorangegangenen Quartalen liegen Gesundheitsvorsorge (41 Prozent) auf Platz zwei und neue Kleidung (35 Prozent) auf Platz drei. Ans Sparen denken nur 28 Prozent der Schweizer Konsumten, nachdem sie ihre Lebenskosten gedeckt haben. „Auch wenn der Gedanke an den Sparstrumpf bei den Schweizerndamit prozentual zwar um einen Prozent zulegt (Q4 2017: 27 Prozent), ist der europäische Durchschnitt deutlich stärker auf Sparkurs“, ordnet Pedro Limaein. Im Durchschnitt geben hier 40 Prozent an, ihr Geld vorrangig zu sparen. Erst danach gibt der Europa-Durchschnitt Geld für Urlaub und Reisen (37 Prozent) aus oder denkt an neue Kleidung (37 Prozent).
stats