Konsumentenschutz

Schleichwerbevorwürfe gegen Roger Federer, Michelle Hunziker und Co.

Roger Federer erreicht 6,2 Millionen Abonnenten auf Instagram
© Federer auf Instagram
Roger Federer erreicht 6,2 Millionen Abonnenten auf Instagram
Haben Roger Federer, Michelle Hunziker und Jolanda Neff Schleichwerbung betrieben? Der Konsumentenschutz hat gegen sie und andere Influencer Beschwerde eingereicht, weil sie ihre Beiträge auf der Socialmedia-Plattform Instagram nicht als Werbung gekennzeichnet haben. Nun müssen sie gegenüber der gegenüber der Lauterkeitskommission Stellung beziehen.

Bussen müssen die Prominenten allerdings nicht befürchten. Der Konsumentenschutz beklagt das: In umliegenden Ländern kenne man viel schärfere Bestimmungen gegen Online-Schleichwerbung, die auch für die Schweiz Gültigkeit haben sollten. Um die Notwendigkeit einer Kennzeichnung von Werbung seitens prominenter Influencer vor Augen zu führen, hat der Konsumentenschutz fünf Beispiele herausgepickt, bei denen mit grosser Wahrscheinlichkeit Werbung im Spiel war: Roger Federer zeigt in einem Video das Logo seiner Bekleidungsausstatter, der Snowboarder Iouri Podladtchikov lässt sich im Eingang eines Kleidergeschäfts ablichten, Moderatorin Michelle Hunziker bedankt sich bei verschiedenen Geschäften für die Unterstützung bei einem Modeshooting, die Radrennfahrerin Jolanda Neff verbreitet einen Beitrag einer Kreditkartenfirma und die Influencerin Xenia Tchoumitcheva wirbt für Schmuck. Bei allen Beiträgen fehle, so der Konsumentenschutz, ein Hinweis, dass es sich um Werbung handelt.

Der Konsumentenschutz habe explizit diese prominenten Beispiele gewählt, weil es sich um professionelle Influencer mit Werbeverträgen und teilweise einem Management handele. Bei ihnen sei klar, dass Werbe- oder Sponsorengelder fliessen. Zudem müssten diese berühmten Influencer über die rechtlichen Vorgaben bezüglich Kennzeichnung von Werbung bestens im Bild sein. „Prominente Sportlerinnen, Künstler oder Influencerinnen haben grossen Einfluss auf ihre zum Teil sehr jungen Follower“, betont Konsumentenschutz-Geschäftsleiterin Sara Stalder, „Umso wichtiger ist, dass sie offenlegen, dass sie ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht einfach so toll finden, sondern fürs Loben bezahlt werden.“ Der Konsumentenschutz muss nun abwarten, wie die Lauterkeitskommission diese Fälle beurteilen wird. Die Schweizer Regelung unterscheidet sich von denen umliegender Länder: Die Kommission wird erst auf Beschwerde hin aktiv, zudem kann sie fehlbare Influencer oder Firmen nicht mit Sanktionen oder Bussgeldern, sondern nur mit einer Ermahnung belangen.. Mit den Eingaben will der Konsumentenschutz erreichen, dass die Werbung auf den Plattformen der sozialen Medien besser gekennzeichnet wird und die Regeln auch von kleineren, weniger professionell agierenden Influencern befolgt werden.




stats