Bundesratsentscheid

Jetzt kommt der Werbeanruf-Filter für alle!

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Ab 2021 müssen alle Telekom-Anbieter ihren Kunden einen Werbeanruf-Filter anbieten, der unerwünschte Anrufe blockiert, bevor sie durchgestellt werden. Diese Regelung hat der Bundesrat mit den Änderungen der Verordnungen zum Fernmeldegesetz verabschiedet. Endlich ist Schluss mit den lästigen Werbenrufen!
Der Bundesrat verpflichtet in der Fernmeldeverordnung alle Telekomanbieter ihren Kunden «ein geeignetes Mittel gegen unlautere Werbeanrufe» anzubieten. Der derzeit effektivste Schutz sind Werbeanruf-Filter: Ähnlich wie bei einem E-Mail-Spam-Filter werden Anrufe, bei denen es sich vermutlich um illegale Werbeanrufe handelt, gar nicht mehr durchgestellt. Swisscom bietet bereits heute einen solchen Werbeanruf-Filter für das Festnetz und Mobilfunk-Abos (ohne Prepaid) an, Sunrise für alle Kunden. Ab 2021 werden alle Telekom-Kunden von der Blockierung von Werbeanrufen profitieren, auch solche, die heute noch nicht geschützt sind, wie zum Beispiel die Kunden von Salt, UPC oder die Prepaid-Kunden von Swisscom.


«Wir sind überzeugt, dass Werbeanruf-Filter die unerwünschten Telefonanrufe deutlich reduzieren und haben uns deshalb seit Jahren für ihren flächendeckenden Einsatz engagiert», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin beim Konsumentenschutz. Im Rahmen der Revision des Fernmeldegesetzes wurde auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geändert: Bisher machten sich Callcenter nur strafbar, wenn sie Telefonnummern mit Sterneintrag mit Werbeanrufen belästigten. Neu wird dieser Schutz auch auf Inhaber von Telefonnummern ausgedehnt, die keinen Eintrag im Telefonbuch haben. Zudem sollen nicht nur Callcenter, die den Sterneintrag missachten, bestraft werden können, sondern auch Unternehmen, die von solchen Anrufen profitieren: «Vor allem Versicherungen und Krankenkassen müssen nun genauer hinschauen, mit welchen Callcentern und Maklern sie zusammenarbeiten», meint Sara Stalder.

Über die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen
In der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen koordinieren drei Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen aus drei Sprachregionen ihre Arbeit für die Konsumentinnen und Konsumenten: die FRC (Fédération romande des consommateurs) aus der französischsprachigen Schweiz, die ACSI (Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana) aus dem Tessin und der Konsumentenschutz. Der Konsumentenschutz vertritt unabhängig, kompetent und engagiert die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten. Er ist in der Information und Beratung tätig, verhandelt mit Anbietern und Behörden und engagiert sich in der Politik vollkommen parteiunabhängig für die Konsumenteninteressen. Der Konsumentenschutz ist eine private, 1964 gegründete Stiftung. Seine Finanzierung ist breit abgestützt: 87% seiner Einnahmen stammen aus Gönnerbeiträgen und dem Ratgeberverkauf, 13% aus einem Bundesbeitrag. Er hat seinen Sitz in Bern. Präsidentin: Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo, Geschäftsleiterin: Sara Stalder.
 https://www.konsumentenschutz.ch/
Stiftung Konsumentenschutz Schweiz
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