Konsumentenbefragung

Schweizer halten "Corona Extra" die Treue

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Laut einer Online-Umfrage (n=79) wollen sich nur 4% der Befragten bei "Corona Extra" zurückhalten
© Stephan Feige
Laut einer Online-Umfrage (n=79) wollen sich nur 4% der Befragten bei "Corona Extra" zurückhalten
Hat sich das Verhältnis der Verbraucher zu Biermarke "Corona Extra" aufgrund der Corona-Pandemie verändert? Das wollte Stephan Feige, Leiter der Fachstelle für authentische Markenführung an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich, herausbekommen. Das Ergebnis seiner Kurzumfrage auf Linkedin ist überraschend.

Bei der Befragung haben nur wenige Personen angegeben, jetzt weniger oder kein Corona-Bier mehr trinken zu wollen. Mehr als drei Viertel der Umfrageteilnehmer sehen ihr Verhältnis zur Marke ungetrübt, und immerhin knapp 20 Prozent würden sogar mehr oder öfter Corona-Bier trinken.



Dies würde bedeuten, so Markenforscher Feige, dass die Aussage: "Auch schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten" auch für die Marke Corona gilt. Offenbar sei die Aufmerksamkeit mehr wert als der Anlass hierfür. Im Gegensatz etwa zu "Ayds" - einer Süssigkeit, die den Appetit zügeln sollte und aufgrund der Krankheit AIDS 1988 schliesslich umbenannt werden musste - sei bei Corona auch keine moralische Komponente im Spiel. Und ergänzend spiele in der Schweiz eventuell auch noch die grundsätzliche Sympathie für "Underdogs" und kleine und unschuldig in Not geratene Personen und Unternehmen eine positive Rolle.

Feige zieht den Schluss, dass die Marke "Corona Extra" unbeschadet davonkommen werde, wenn das Corona-Virus seinen Schrecken verliert wie Sars vor etwa zehn Jahren. Entwickele es sich dagegen zum Synonym für Krankheit und Elend wie "Pest" und "Cholera" werde auch der Marke kaum eine Alternative bleiben, sich wie "Ayds" oder der Schokoriegel "Raider" unter grossen Kosten umzubenennen.


Der Brauerei-Konzern Anheuser-Busch Inbev hat Meldungen zufolge im ersten Quartal dieses Jahres deutlich mehr "Corona Extra" in den Märkten Mexiko, Kolumbien, Südafrika, Argentinien und in Europa verkauft.

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