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eSports prägt die Schweizer Jugend stärker als Fussball

eSports-Event im Verkehrshaus Luzern
© Armon Ruetz/Red Bull Content Pool
eSports-Event im Verkehrshaus Luzern
Die These von Chief Consulting Officer Stefan Näf und Stratege Christian Omlin ist gewagt und erklärungsbedürftig. Die beiden eSports-Spezialisten von Jung von Matt/Limmat liefern denn auch fünf Gründe, wieso ihrer Meinung nach König Fussball um sein Jugendreich bangen muss.
Für Näf und Omlin ist klar, dass eSports viel mehr als ein Hype ist. Ihre Überzeugung: Das weltweite Phänomen wird zum integralen Bestandteil der Jugendkultur - auch in der Schweiz. Wie beeinflussen eSports die Gen Z? Hier die fünf prägendsten Faktoren:

1. eSports prägen die Jugendsprache

Begriffe wie "Noob" oder "Skill" halten Einzug in den täglichen Sprachgebrauch. Was früher der Slang von Nerds gewesen sein mag, ist heute tief in der Sprache der game-affinen Jugend verankert. Wer hier mitreden kann, schafft sich Zugang zur und Akzeptanz der Community. Vodafone Deutschland hat beispielsweise das «eSport-Wort der Woche» lanciert. Ein Format, das Spieler, Fans und alle anderen Kunden von Vodafone zusammenbringt und die Welt von eSports für alle zugänglicher macht.

2. eSports schaffen digitale Lagerfeuer

Offline verabredet sich die Gen Z am Bahnhof oder öffentlichen Plätzen, online trifft sie sich auf den Plattformen Twitch und Discord. In digitalen Räumen werden Geschichten erzählt, entstehen Lebenswelten. «Freundschaften, die online geknüpft werden, fliessen oft in die reale Welt über», sagt Oliver Lutz von esports.ch. Viele der eSportler in der Schweiz kennen sich persönlich und gut, sagt der Content Marketing-Experte weiter. Wer es als Brand schafft, in diese Kreise vorzudringen, gewinnt eine unvergleichlich eng verknüpfte Zielgruppe mit hohem Wort of Mouth -Potential.

3. eSports machen Träumen wieder möglich

Wer nicht früh in Kaderschmieden gefördert wird, hat im heutigen Profifussball kaum Chancen auf Erfolg. Anders bei eSports - hier kann fast jede und jeder eine erfolgreiche Gamerin oder ein erfolgreicher Gamer werden. Klar, um ganz an die Spitze vorzudringen, braucht es auch in eSports enorm viel Elan, Geschick und Zeit. Doch im Gegensatz zum Fussball sind die Karrieren der meisten eSports-Stars für die Fans vorstellbarer, schliesslich haben auch sie ihre Karriere vor nicht allzu langer Zeit vor dem PC oder am Smartphone gestartet. eSports bieten noch Raum zum Träumen: Jeder der spielt, kann seine Spiele live ins Netz übertragen und sich täglich mehr Ruhm und Ehre in der Community erkämpfen.

4. eSports schafft inklusiv-exklusive Communities

eSports bieten für fast jeden etwas. Für alle, die gerne selber spielen, die Möglichkeit, sich an Turnieren zu messen. Für alle, die gerne zuschauen, die Möglichkeit, auf Twitch ihre Stars zu verfolgen. Gleichzeitig bieten eSports der jüngeren Generation aber auch die Möglichkeit, wirklich unter sich zu sein, meint Yannick Blättler, Geschäftsführer der Consultingfirma Neoviso GmbH, die sich auf die Generation Z spezialisiert hat. «Die Community hat ihre ganz eigenen Codes, ihre eigene Sprache und ihre eigenen Stars. Wer diese kennt und versteht, ist aber gleichzeitig schnell Teil der Gruppe. Die Community ist inklusiv und exklusiv zur gleichen Zeit, sozusagen».

5. eSports fördern das friedliche Miteinander

Während Konflikte zwischen Fangruppen im Fussball ein Dauerthema sind, steht bei eSports-Events das friedliche Miteinander im Vordergrund. Oliver Lutz meint: «Dass eSports eine friedliche Community bilden, beweisen unter anderem die regelmässig stattfindenden LAN-Turniere in der Schweiz: Über 2000 Teilnehmer verbringen ein gesamtes Wochenende ohne Schlaf zusammen. Probleme gibt es nicht.» Wer miteinander zockt, bleibt friedlich - vor, während und nach den Turnieren.
eSports-Spezialisten von JvM/Limmat: Christian Omlin und Stefan Naef
© JvM/Limmat
eSports-Spezialisten von JvM/Limmat: Christian Omlin und Stefan Naef
Die Thesenmacher

Stefan Näf ist Chief Consulting Officer bei Jung von Matt/Limmat und war davor mehrere Jahre für Jung von Matt Hamburg als Strategist tätig. Zusammen mit seinem Team berät und unterstützt Stefan Naef die Kunden von Jung von Matt/Limmat in strategischen Fragen, unter anderem im Bereich eSports.

Christian Omlin ist Junior Strategist bei Jung von Matt/Limmat und hat einen Masterabschluss der Universität St. Gallen. Mit seinem breiten Wissen im Bereich eSports berät Christian Omlin die Kunden von Jung von Matt/Limmat hinsichtlich ihren Chancen im aufstrebenden Markt.







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