Jung von Matt/Limmat im Interview

"Wir können noch viel verbessern"

Die JvM/Limmat-Chefs Roman Hirsbrunner und Dennis Lück
© Jung von Matt
Die JvM/Limmat-Chefs Roman Hirsbrunner und Dennis Lück
Seit 2016 arbeiten Roman Hirsbrunner und Dennis Lück gemeinsam an der Spitze von Jung von Matt/Limmat. Seitdem bauen der CEO und der CCO gemeinsam an ihrer Vision einer modernen Kommunikationsagentur. Wie sie das machen, wo sie hinwollen und warum ihre sehr intensive Zusammenarbeit noch keine Ermüdungserscheinungen hat, erklären sie im HORIZONT-Interview.
Herr Hirsbrunner, Herr Lück – Sie beide sind in der Schweizer Kommunikationsbranche sehr präsent – viele dürften sich also ein Bild von Ihnen gemacht haben. Wie sehen Sie sich denn gegenseitig?


Dennis Lück: Komplementär.

Das heißt?

Lück: Dort drüben schlechter Musikgeschmack, hier guter Musikgeschmack.

Roman Hirsbrunner: Dort schlechter Autogeschmack, hier guter Autogeschmack.

Lück: Oder auch: Ordnung und Chaos.



Geht es genauer? Herr Hirsbrunner, worauf stehen Sie musikalisch?

Hirsbrunner: Auf das, was nicht sein Musikgeschmack ist.

Lück: Und ich auf alles ausser …

Hirsbrunner: … dem, was er hört.

Und beim Auto, Herr Lück, Sie habe ich schon mal fahren gesehen, Ihr Auto war gross, laut, schwarz und schnell, mehr erinnere ich nicht …

Lück: Ich würde sagen, eine Rennsemmel.

Hirsbrunner: Da sind wir uns ja sehr einig, auch ich fahre eine deutsche Marke.

Jetzt mal Spass bei Seite – es ist klar, Sie scheinen den gleichen Humor zu teilen und zugleich ziemlich unterschiedlich zu sein. Dennoch müssen Sie eine Agentur führen. Herr Hirsbrunner, was schätzen Sie an Ihrem Kollegen Dennis Lück im Job, womit strengt er Sie an?

Hirsbrunner: Ich schätze beispielsweise, dass er mit mir gemeinsam am Morgen einen Kaffee trinkt, egal, was bei ihm auf dem Programm steht. Es ist nämlich sonst keiner da so früh (beide lachen). Dieser Kaffee ist sehr wertvoll, weil wir uns in Ruhe austauschen und besprechen können.

Und was ist anstrengend an Dennis Lück?

Hirsbrunner: Was ist mühsam? Wenn ich ihm ein Excel-Dokument schicke, kommt es nicht so zurück, wie ich es mir wünschen würde.

Sondern?

Hirsbrunner: Es ist zerstört, also die Formeln.

Lück: Das kann ich gut.

Und umgekehrt?

Lück: Ich schätze, dass Roman kreativ ist. Das ist sicherlich nicht bei jedem CEO einer Agentur der Fall.

Naja, er ist ja für die Gesamtbilanz zuständig, also für die Zahlen.

Lück: Das auch. Aber es wäre für mich extrem schwierig gewesen, bei einer Agentur einzusteigen, bei der es einen gibt, der nur fürs Business zuständig ist, und einen, der nur für das Kreative zuständig ist, und unterscheiden müsste. Für uns als Team und die Agentur ist es entscheidend, dass wir ein gleiches Verständnis für das Thema Kreativität haben – und auch einen gleichen guten Geschmack. Sonst könnte Jung von Matt nicht funktionieren.

Und über das Business?

Lück: Da ist Roman weit vorne.

Hirsbrunner: Die Unterscheidung ist schon – und da sind wir wieder beim Schätzen –, dass wir uns für das interessieren, was der andere macht, es verstehen wollen und letztendlich anwenden beziehungsweise das einbauen, was wir tun. Dennis hört sich auch die Dinge an, die nicht in sein Gebiet gehören. Er weiss, und ich umgekehrt auch, dass das vielleicht für die Agentur relevant wird, wie etwa ein Dashboard für die Agentursteuerung. Diese Grundoffenheit finde ich wichtig.

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Viele Kollegen an der Spitze anderer Agenturen würden das sicherlich auch für sich reklamieren. Schliesslich funktioniert eine Agentur anders doch gar nicht – oder?

Hirsbrunner: Wir können nicht anders funktionieren. Aber es gibt schon Tendenzen, auch bei uns im Unternehmen, dass jeder nur auf sich und seinen Bereich schaut. Gerade Kreative haben oft die Tendenz, sich gegen Themen jenseits ihres Arbeitsgebiets abzugrenzen, um ungestört kreativ zu sein. Da ist Dennis anders – er interessiert sich selbst für Excel, wenn ich ihm dann zeige, wie die Formel läuft.

Lück: Leider ist Interessieren nicht gleich Können.

Hirsbrunner: Aber Interessieren ist die Voraussetzung von Können. Und es gibt auch Rückschlüsse für uns als Agentur: Wenn wir diskutieren statt abzublocken, entsteht oft etwas Neues. Und genau diese Symbiose – ich weiss, das ist ein großes Wort – vielleicht eher diese Auseinandersetzung mit einem Thema aus unterschiedlicher Perspektive, das bringt uns als Agentur weiter. Seit Dennis bei uns in der Agentur ist, läuft das viel besser.

Gilt das vor allem für Sie beide und den gemeinsamen morgendlichen Kaffee?

Hirsbrunner: Nein, das gilt für die ganze Agentur. Wir haben gute Leute in allen Bereichen. Es muss uns aber gelingen, die zueinander zu bringen, sie aneinander Interesse finden zu lassen. Und wenn wir das nicht vorleben könnten, wäre das natürlich schwierig. Aber bei Dennis und mir läuft dieser Austausch zum Glück, ohne dass wir es uns in den Terminkalender eintragen müssen, ganz natürlich.

Und so natürlich klappt das auch bei Ihren anderen Führungskräften und Mitarbeitern?

Hirsbrunner: Es gelingt nicht immer und nicht allen. Manchen ist das auch egal. Aber in der Tendenz hat es stark zugenommen, seit Dennis da ist.

Wie muss ich mir das im Arbeitsalltag bei Jung von Matt vorstellen?

Lück: Es gibt bei uns beispielsweise keine Abteilung "Kreation". Die Kreativen sind team- und kundenorientiert verteilt über die Agentur.

Hirsbrunner: Daran kann man die Denkweise, die Dennis verkörpert, gut erkennen.

Jetzt wissen wir, wie sehr Roman Hirsbrunner Dennis Lück schätzt. Noch mal zu dem, was anstrengend ist.

Hirsbrunner: Er redet so lange.

Lück: Ich finde den Begriff "anstrengend" gar nicht negativ. Jetzt tausche ich das Wort im positiven Sinne aus: Roman ist extrem fordernd. Ich trinke ja schon früh Kaffee – aber seit ich mit Roman zusammenarbeite, trinke ich noch früher Kaffee. Und inhaltlich haben die frühen Stunden und der tägliche Austausch mit ihm mich persönlich, uns als Agentur und unsere Kunden weitergebracht, weil er uns fordert. Anstrengend ist nur, wenn er über mein Auto lästert.

Hirsbrunner: Es gibt doch was, das an Dennis anstrengend ist: Er gibt nicht auf. Wenn er was im Kopf hat, stellt er es in der Geschäftsleitung oder im Gespräch mit mir zur Diskussion. Fällt das durch, steht er garantiert am nächsten Tag mit derselben Idee, nur ein bisschen anders, wieder da. Und dann ist es anstrengend: Weil der neue Aspekt Berechtigung hat und man sich noch mal anstrengen muss, um erneut zu diskutieren. Dieser Prozess dauert dann vielleicht eine Woche, bis wir das Thema durch haben. Aber mit dieser Hartnäckigkeit hält er uns von dem Reflex ab, etwas hinzuschmeissen, nur weil es Kraft kostet. Am Ende steht dann meist ein gutes Resultat, die Mühe lohnt sich.

Lück: Wir trinken wirklich viel Kaffee zusammen.

Für jeden Spass zu haben ...
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Für jeden Spass zu haben ...

Wie sind Sie denn als Chefs?

Hirsbrunner: Das kann ich schwer beantworten.

Lück: Wir sind keine Chefs.

Sondern?

Lück: Roman hat es eben gesagt: Wir versuchen symbiotisch zu arbeiten. Das gilt nicht nur für uns beide, sondern wir versuchen auch symbiotisch in den Teams mitzuwirken. Und da nehmen wir unseren Chefhut ab, arbeiten als Teammitglied. Das ist wirklich Teil des Deals, wie wir versuchen, den Laden hier zu führen.

Hirsbrunner: Aber natürlich ist das unsere Perspektive.

Wie definieren Sie Ihre Rolle als CEO und CCO?

Hirsbrunner: Auf dem Papier wäre unsere Rolle natürlich vor allem die, die Entwicklung der Agentur voranzutreiben. Wir wechseln aber immer mal wieder den Hut und arbeiten dann in einem Team mit, Dennis als Texter, ich als Projektleiter. Gleichzeitig haben wir viel Verantwortung in die Projektteams gegeben. Beispielsweise läuft die Rekrutierung über Personalverantwortliche statt über Human Resources. Theoretisch könnten wir beide uns verabschieden und das System würde so weiterlaufen. Wir haben nicht jede Minute im Alltag eine tragende Rolle.

Lück: Das bietet uns beiden die Möglichkeit, da zu arbeiten, wo unsere Leidenschaft ist, woran unser Herz hängt. So kann ich noch mein Texterdasein ausleben. Es ist auch so, dass wir beide auch schon als Kreativteam vor einem Pitch mitgewirkt haben, bei anderen Projekten sind wir aber gar nicht involviert. Die On-Off-Hierarchie funktioniert hier ganz gut.

Hirsbrunner: Und es wäre auch demotivierend für die Leute, wenn immer nur wir alles entscheiden.

Dennoch sind Sie die Chefs und damit für die wichtigen Entscheidungen zuständig.

Hirsbrunner: Das stimmt und betrifft vor allem die Entwicklung der Agentur, die wir zu sechst in der Geschäftsleitung vorantreiben. Dazu haben Dennis, Thomas Steiner, Stefan Naef, Cyrill Hauser, René Schwarz und ich in den vergangenen Jahren ein Change-Programm lanciert, das wir Schritt für Schritt umsetzen.

Mussten oder wollten Sie Jung von Matt ändern?

Hirsbrunner: Wir hatten kein Problem, es lief toll. Aber als unsere Geschäftsleitung 2016 mit Dennis’ Wechsel zu uns komplett war, haben wir uns ein paar Tage weit weg von der Agentur zusammengesetzt und für uns definiert, wie unser Bild der Agentur in der Zukunft aussehen soll. Wir wollten nicht warten, bis wir jammern müssen.

„Am Ende der Diskussion um Kreativität, Kreation und Inspiration stand schliesslich der Claim: 'Wir wollen Marken und Menschen inspirieren'.“
Roman Hirsbrunner

Sie hatten dann also einen Plan für die Zukunft. Wie ging es weiter?

Hirsbrunner: Seitdem haben wir zuerst mit der Geschäftsleitung jede Woche, heute alle zwei Wochen intensiv vier Stunden an dem Plan gearbeitet.

Lück: Immer draussen, weg vom Alltag in einem Atelier eines ehemaligen Eishockeyprofis. Wir haben uns damit ein Gefäss geschaffen, in dem wir frei denken und auch streiten können, das aber auch für ein gemeinsames Verständnis davon steht, wo wir hinwollen. Es funktioniert gut. Selbst wenn es laut wird, schaffen wir es, uns zu einigen.

Hirsbrunner: Nach einer Weile haben wir es ein klein wenig erweitert und die Kader ins Boot geholt, dann der ganzen Agentur den Plan vorgestellt und immer mehr davon realisiert. Heute sind wir vielleicht bei 80 Prozent Umsetzung des Plans, den wir immer weiter entwickelt haben.

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Was ist denn der Plan?

Hirsbrunner: Der sogenannte Masterplan hat acht Punkte wie Organisation, Prozesse, Kreation und Leadership, an denen wir seitdem arbeiten, immer ausserhalb der Agentur, um beispielsweise zu beantworten, an welches Führungsverständnis wir glauben, oder Themen wie Business-Intelligenz neu aufzubauen.

Was ist daran neu – Business oder Intelligenz?

Hirsbrunner: Das ist fies. Aber ernsthaft: Dabei geht es darum, das eigene Geschäftsmodell zu verstehen, zu messen und zu verbessern. Wir sind bei diesem Thema bei etwa 50 Prozent.

Und beim Thema Kreation?

Lück: Das Briefing war damals "Kreativität statt Kreation" – wir nennen es inzwischen auch Inspiration.

Hirsbrunner: Kreation ist werblich gebunden. Man braucht Kreativität, um werbliche Kreation zu erstellen, aber nicht nur. Und wir haben uns dann stark dieser Inspiration verschrieben. Am Ende der Diskussion um Kreativität, Kreation und Inspiration stand schliesslich der Claim: "Wir wollen Marken und Menschen inspirieren".

Lück: Als wir den Satz hatten, mussten wir natürlich noch Wege finden, wie wir das in der Agentur umsetzen, einheitlich gestalten und messbar machen. Dazu haben wir ein Tool entwickelt, das wir hier in der Agentur nutzen.

An der Spitze von Jung von Matt/Limmat
Roman Hirsbrunner, CEO, und Dennis Lück, CCO – Hirsbrunner hat 2013 das Ruder von Dominique von Matt übernommen und Lück 2016 an Bord geholt. Ihre Agentur führt das aktuelle Kreativranking der Schweiz an. Die 1993 gegründete Agentur beschäftigt ein Team von 120 Mitarbeitern, eigenen Angaben zufolge aus allen Marketing- und Kommunikationsdisziplinen. Jung von Matt/Limmat arbeitet für Kunden wie Migros, Mobiliar und Ovomaltine.

Nämlich?

Lück: Wir nennen es das Nabelschauraster, das NSR. In das NSR fliessen Punkte aus einem Bewertungssystem mit Kriterien wie Inspiration und Stolz, die die Mitarbeiter vergeben, sowie Kundenzufriedenheit ein, mit denen wir die Kreativität bewerten können und zugleich ein gemeinsames Verständnis für das, was wir tun, erzeugen.

Hirsbrunner: Dass wir alle Mitarbeiter daran beteiligen, gibt auch allen ein Gefühl der Sichtbarkeit und Relevanz. Das versuchen wir auch beim Onboarding zu vermitteln. Es spielt weniger eine Rolle, ob du zur vielfach ausgezeichneten Kreation kommst oder in die Buchhaltung. Mitarbeiter kommen in erster Linie zu Jung von Matt und erleben beim Onboarding in den ersten drei Monaten alle das Gleiche.

Was erleben sie denn?

Lück: Wer hier anfängt, muss kreativ werden und das unter Beweis stellen bei der Feuertaufe, die noch ziemlich neu ist. Wir geben allen neuen Mitarbeitern am ersten Tag die Aufgabe, eine zweiminütige Präsentation zu entwickeln, die sie am letzten Tag ihrer ersten Woche vor der ganzen Agentur halten sollen. Das Briefing dafür lautet: "Wie stellst du deiner Grossmutter Jung von Matt vor?"

Hirsbrunner: Die Idee ist, dass sie möglichst schnell "wir" sagen und nicht erst nach drei Monaten. Und es funktioniert erstaunlich gut.

„Die Reise, die uns noch bevorsteht, ist die Erweiterung des Spielfelds.“
Dennis Lück

Lück: Es ist Wahnsinn, wie kreativ die Leute sind: Es gab Montagsmaler, Rap Battles.

Hirsbrunner: Den Rap hat eine Beraterin gemacht. Das hat unsere CDs ziemlich beeindruckt. Sie wollten anschliessend unbedingt mit ihr zusammenarbeiten – das passiert in Agenturen auch nicht immer. Aber das ist genau der Effekt, den wir provozieren wollten. Die Mitarbeiter lernen sich schnell kennen und schätzen.

Und das macht jeder mit? Sie setzen manche damit ganz schön unter Druck.

Hirsbrunner: Das stimmt schon, sie müssen sich exponieren, das kann unangenehm sein. Aber es bringt viel. Ausserdem machen wir das immer Freitag um fünf. Da sind alle schon ein bisschen in Wochenendstimmung. Es ist ein guter Einstieg in die Agentur.

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Wie läuft dieser Einstieg denn?

Lück: Das ist eine dreimonatige Onboarding-Zeit. Neben der Einarbeitung und den ganzen Informationen, die dazugehören, gibt es für die Neuen auch die Aufgabe, in dieser Zeit eine oder mehrere Ideen zu entwickeln, wie wir als Agentur besser werden können. Um das hinzukriegen, müssen sich die Leute intensiv mit der Agentur beschäftigen – und ihre Ideen am Ende präsentieren.

Hirsbrunner: Daraus sind inzwischen 30 Ideen entstanden, die wir nun gewichten müssen.

Was wollen Sie noch besser machen?

Hirsbrunner: Es ist noch ganz viel möglich und eher schwierig zu entscheiden, wo wir anfangen wollen. Wir arbeiten beispielsweise auch an Themen wie Diversity, speziell in Bezug auf Führungspositionen. Und ich würde wahnsinnig gerne noch mehr Arbeiten machen, die unserer Vision näherkommen, die wirklich Menschen und Marken inspirieren – das schaffen wir nicht immer, Daily Business gehört auch dazu.

Lück: Nicht nur Tomatensuppe verkaufen ...

Hirsbrunner: … sondern etwas auslösen. Das ist uns zum Teil auch gelungen, aber einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, das könnte noch häufiger passieren. Ein grosses Ziel wäre es, eine Plattform zu bieten, für inspirierte Leute, die auch Lust haben, die Welt zu inspirieren zum Besseren – dann lohnt es sich für mich persönlich, auch um sechs Uhr in der Früh aufzustehen.

HORIZONT Report Schweiz
Das Interview mit Roman Hirsbrunner und Dennis Lück ist zuerst im HORIZONT Report Schweiz erschienen, der hier zum Download bereit steht. Die weiteren Themen des Reports: Swiss Effie Awards-Reform, Swiss Radioplayer, Werbewirkung-TV, Mediapulse/Reuchweitenmessung für TV und Online,Schweizer Top Influencer, Towa-CEO Florian Wassel im Interview, Bitsaboutme, CMO-Umfrage zur Transformation des Marketing, HORIZONT Swiss Leaders Dinner, D:Pulse, Webrepublic, HORIZONT Medien Award

Was heisst das denn konkret für Ihr Agenturgeschäft?

Hirsbrunner: Vieles. Wir arbeiten zum Beispiel fast nur national. Das ist ja kein Zwang. Und wir haben heute schon ganz viele Leads, die aber immer noch durch Werbung getrieben sind. Wir wachsen zwar stark in neue Gebiete wie Customer Experience, wo wir mit Kunden an Ideen arbeiten, die die Bindung des Endkunden an das Unternehmen verändern, also Sinn stiften. In diesen Bereichen ist unsere Reputation aber noch nicht so gut wie beim Thema Werbung. Ähnlich ist es mit Digitalthemen, wo wir inzwischen auch grosse Ausschreibungen gewinnen – wir können noch nicht alles, sind aber auf einem guten Weg.

Lück: Die Reise, die uns noch bevorsteht, ist die Erweiterung des Spielfelds. Dort, wo wir heute schon tätig sind, haben wir den Ruf, kreativ exzellent zu sein. Aber diese kreative Exzellenz in andere Gebiete hineinzutreiben, müssen wir noch schaffen.

Hirsbrunner. Excel kann Dennis übrigens inzwischen, das hat er schon geschafft.

Interview: Eva-Maria Schmidt

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