Jelmoli

Im Wechselbad der Gefühle

   Artikel anhören
© Jelmoli/huerlimann
Am Samstag die Schliessung des Warenhauses, am Montag die Premiere vom neuen "Jelmoli Magazin" und am vergangenen Freitag die Ankündigung: "Wir sind wieder für Sie da." Gemeint ist die Wiedereröffnung des FOOD MARKET, jeweils von Montag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr. Wir haben bei Jelmoli nachgefragt.
Wie geht es Ihnen? Durchmischt. Die letzten Tage waren gezeichnet von Extremsituationen und allen macht der Ausnahmezustand zu schaffen. Es ist kein schönes Gefühl, so viele engagierte Mitarbeitende, die gerne arbeiten in die Kurzarbeit zu senden. Ich erlebe aber auch sehr viel Solidarität im Team und bin zuversichtlich, dass wir die Krise gemeinsam gut durchstehen. Eine solche Extremsituation verlangt eine enorme Agilität, das heisst aktuell jeden Tag so zu nehmen, wie er ist und vorausschauen.


Wie sehr trifft Sie die Situation. Können Sie Zahlen nennen? Wenn man ein so grosses Haus und einen erst gerade eröffneten Store im Airside mit zusammen 600 Mitarbeitenden von Hundert auf Null schliessen muss, kann man sich in etwa vorstellen, was das finanziell heisst. Für einen Grossteil der Belegschaft hat Jelmoli diese Woche Kurzarbeit beantragt. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Situation werden für alle spürbar sein.
„Für einen Grossteil der Belegschaft hat Jelmoli diese Woche Kurzarbeit beantragt. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Situation werden für alle spürbar sein.“
Erhard Schwendimann (CSO) und Holger Brader (CMO), Co-CEOs Ad Interim
Was geschieht mit den geplanten Marketingmassnahmen? Wir sind gerade dabei, unseren Online-Shop auf jelmoli.ch aufzustocken, um so geplante Themen wie Ostern, Muttertag oder Frühlingserwachsen trotzdem spielen zu können. Dies aber in sehr reduzierter und auch respektvoller Form, schliesslich liegt der Fokus der Menschen aktuell nicht auf Konsum. Im Moment steht die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle, dies gilt auch für Jelmoli und das Wohl all unserer Mitarbeitenden.
Aller Anfang ist leicht. Was im Leben nicht selbstverständlich ist, gelang Peter Jelmoli-Ciolina im Jahr 1833 auf erstaunliche Weise. Seine Idee: ein Warenhaus mit fixen Preisen, bei denen nicht mehr gefeilscht wird. Mit diesem damals revolutionären Konzept eröffnete er das Jelmoli Kaufhaus und läutete eine neue Einkaufsära ein.
© Jelmoli
Aller Anfang ist leicht. Was im Leben nicht selbstverständlich ist, gelang Peter Jelmoli-Ciolina im Jahr 1833 auf erstaunliche Weise. Seine Idee: ein Warenhaus mit fixen Preisen, bei denen nicht mehr gefeilscht wird. Mit diesem damals revolutionären Konzept eröffnete er das Jelmoli Kaufhaus und läutete eine neue Einkaufsära ein.
Jetzt haben Sie einen Online-Shop. Wie viel Umsatz machten Sie damit, bis vor dem Ausbruch – in Prozenten des Gesamtumsatzes? Unser Online-Shop auf jelmoli.ch führt aktuell nur eine kuratierte Auswahl an Produkten aus den Bereichen Beauty, Sport und Reisen. Der Relaunch mit einem massiv grösseren Sortiment ist für diesen Herbst geplant. Daher sind die Umsätze aktuell sehr klein. Wir sind gerade dabei, unseren Online-Shop auf jelmoli.ch aufzustocken, um so das Angebot zu erweitern. Auch unseren WhatsApp-Service bauen wir gerade aus, um auch Produkte liefern zu können, die es nicht im Online-Shop gibt.

Welche Steigerungsraten sind möglich und in welchem Zeitraum? Aufgrund der aktuellen Shop-Grösse (siehe Antwort vorhin) rechnen wir nach dem Relaunch mit einer deutlich höherern Nachfrage.


Liefern Sie nach Hause – und wie? Ja wir bieten Heimlieferungen an, dies auch bereits vor dem Lockdown. Bestellungen können über jelmoli.ch oder via WhatsApp, Telefon oder E-Mail gemacht werden. Kunden, die zuhause bleiben möchten, können bequem ihre Einkaufsliste per WhatsApp senden. Jelmoli möchte als Zürcher Traditionsunternehmen und Institution auch in dieser schwierigen und aussergewöhnlichen Zeit für seine Kunden da sein und sie mit ihrem Angebot und zuverlässigen Services überzeugen.
„Bestellungen können über jelmoli.ch oder via WhatsApp, Telefon oder E-Mail gemacht werden. Kunden, die zuhause bleiben möchten, können bequem ihre Einkaufsliste per WhatsApp senden.“
Erhard Schwendimann (CSO) und Holger Brader (CMO), Co-CEOs Ad Interim
Wie kommunizieren Sie jetzt, über welche Kanäle?
Die digitalen Kanäle sind wichtiger denn je. Wir kommunizieren dort auf allen Kanälen wie Newsletter, Instagram, Facebook aber auch Linkedin mit unseren Kunden. In solchen Zeiten muss jedes Wort bedacht gewählt werden, um der Situation angemessen und respektvoll zu begegnen.

Wie sehr wird diese Krise Jelmoli verändern? Diese Krise wird uns alle verändern. Wie und in welcher Form ist aktuell noch offen. Für Jelmoli bedeutet es in erster Linie, dass wir nach der Wiedereröffnung erneuert und innovativ aus dieser Krise kommen müssen. Grossanlässe wie FOOD ZURICH und der Zürich Marathon, bei der Jelmoli Partner ist werden vorerst auf die zweite Jahreshälfte verschoben, zudem eröffnen wir im September unsere zwei Brand Houses im Circle am Flughafen. Wir können uns gut vorstellen, dass sich die aktuelle Situation sehr positiv auf die Teamarbeit auswirken wird. Solidarität, Agilität und Vertrauen ist wichtiger denn je.
„Wir können uns gut vorstellen, dass sich die aktuelle Situation sehr positiv auf die Teamarbeit auswirken wird. Solidarität, Agilität und Vertrauen ist wichtiger denn je.“
Erhard Schwendimann (CSO) und Holger Brader (CMO), Co-CEOs Ad Interim

Wie lange reicht die Luft? Diese Frage können wir noch nicht beantworten. Als Tochterfirma der Swiss Prime Site haben wir eine starke Mutter im Rücken. Wir sind zuversichtlich, dass wir diese Krise gut überstehen werden, auch weil wir aktuell sehr agil vorgehen, Sofortmassnahmen einleiten und weiterhin für unsere Kunden da sind.

Was geschieht mit den Mitarbeitenden? Wir haben für einen Grossteil der Belegschaft Kurzarbeit beantragt. Die Mitarbeitenden im Back Office sind grösstenteils im Home Office.
„Wir bieten unseren Kunden an, gewünschte Produkte aus dem Magazin mit unserem WhatsApp-Service zu bestellen.“
Erhard Schwendimann (CSO) und Holger Brader (CMO), Co-CEOs Ad Interim

Wie waren die Reaktionen auf das neue Jelmoli Magazin? Sehr positiv. Wir haben diese Kompetenz erstmals in-house gebündelt und unter der Leitung von Oliver Burger und mit Anka Refghi als Chefredaktorin ein starkes Team am Start. Zudem wurde das Design im Rahmen des Relaunches des Corporate Design von Hubertus Design in Zürich überarbeitet.
© huerlimann
© huerlimann
Was wir bedauern ist das Timing, welches sich jetzt sehr unglücklich erweist. Die Magazine wurden am Montagvormittag vor der Lockdown-Verordnung verschickt, sodass diese jetzt bei den Kunden eintreffen. Wir bieten unseren Kunden an, gewünschte Produkte aus dem Magazin mit unserem WhatsApp-Service zu bestellen.

Über Jelmoli
Heute ist Jelmoli der grösste Premium Department Store in der Schweiz. Es begeistert mit 6 Stockwerken und einem Sortiment von rund 1 Million Artikeln der über 1000 angesagtesten Marken der Welt. Hinzu kommt ein grosses Angebot an Serviceleistungen, wie sie in Warenhäusern bislang einmalig sind. Über 1000 topqualifizierte Mitarbeiter sorgen für Wohlfühlatmosphäre, beste Beratung und ein unvergessliches Einkaufserlebnis. Auch die Zukunft von Jelmoli liegt in besten Händen. Aufgrund der Übernahme durch die Immobilien-Investmentgesellschaft Swiss Prime Site AG im Herbst 2009 kann sich das Warenhaus dauerhaft zum Leading Premium Departmentstore der Schweiz entwickeln. Der erste Schritt ist mit dem grosszügigen Umbau und dazugehöriger Eröffnungsfeier im Oktober 2010 getan. Ein glamourös


Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats