IGEM-Digimonitor zur digitalen Schweiz

13 Fakten zur Schweizer Mediennutzung

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Wohin die Reise geht steht fest, wenn es nach dem IGEM-Digimonitor 2021 geht. Die Frage ist, welche nächsten Plattformen sich links von Instagram und Spotify durchsetzen werden. Gaming ist sicher einer der grossen Trends.
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Wohin die Reise geht steht fest, wenn es nach dem IGEM-Digimonitor 2021 geht. Die Frage ist, welche nächsten Plattformen sich links von Instagram und Spotify durchsetzen werden. Gaming ist sicher einer der grossen Trends.
An der rasant wachsenden Vielfalt elektronischer Medienangebote lässt sich die Entwicklung der digitalen Schweiz am besten festmachen. Zwar bleiben die Klassiker TV und Radio als Gattungen unangefochtene Reichweiten-Champions. Dahinter aber tobt ein Kampf um Nutzerinnen- und Nutzerzeiten. Sie betrifft alle elektronischen Angebote. Der IGEM-Digimonitor 2021 verschafft einen umfassenden Überblick.

1. Banking wird mobil, Twint gewinnt

3.2 Millionen nutzen mindestens gelegentlich mobile Bezahldienste wie Twint und Apple- oder Google-Pay. Twint verbucht gegenüber dem Vorjahr über eine Million neue User. Mit 2.8 Millionen (42 Prozent) liegt Twint in allen Bevölkerungsgruppen vor Apple Pay mit 390’000 und Google Pay mit 215’000 Userinnen und User.

2. WhatsApp-Konkurrenz bleibt überschaubar

WhatsApp bleibt mit grossem Abstand der Marktführer unter den Messenger-Diensten in der Schweiz. 5.6 Millionen - das sind 84 Prozent der Bevölkerung - nutzen mindestens gelegentlich WhatsApp. Die Dienste der Konkurrenz gewinnen jedoch deutlich an Nutzerinnen und Nutzer dazu: Telegram kommt auf 940'000, Signal auf 860'000 und die Schweizer App Threema auf 710'000 mindestens gelegentliche Nutzerinnen und Nutzer. Insgesamt nutzen 2021 1.9 Millionen mindestens einen dieser alternativen Messenger. Aber WhatsApp bleibt selbst bei Personen, die eine Alternative runtergeladen haben, der Hauptmessenger.

3. Volle Social-Media-Abdeckung bei 15 bis 24-Jährigen

Total nutzen 4.8 Millionen Personen - das sind 71 Prozent der Bevölkerung - mindestens gelegentlich eine Social Media Plattform. Bei den 15- bis 24-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 99 Prozent.
IGEM Digitmonitor 2021: Entwicklung Social Media & Streaming_Junge 15-24 Jahre
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IGEM Digitmonitor 2021: Entwicklung Social Media & Streaming_Junge 15-24 Jahre

4. Facebook-Plattformen immer dominanter

Mit 3.0 Millionen (45 Prozent) nutzt etwas weniger als die Hälfte der Gesamtbevölkerung ab und zu Facebook. 2.5 Millionen (37 Prozent) sind gelegentlich auf Instagram. Bei Personen unter 25 Jahren ist Instagram (86 Prozent) beliebter als Facebook (30 Prozent). Das zeigt sich auch beim Altersdurchschnitt: Ein Instagram-User ist im Durchschnitt 32 Jahre alt, während ein Facebook-User mit 43 Jahren 11 Jahre älter ist. Bedenkt man, dass auch WhatsApp zur Familie gehört, ist die Dominanz der Facebook "Family of Apps" ziemlich beeindruckend.
Über die Studie IGEM-Digimonitor 2021

Die Studie Digimonitor erhebt seit 2014 jährlich die Nutzung von elektronischen Medien und Geräten in der Schweiz. Die Daten sind repräsentativ für die gesamte Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren (6.7 Millionen Personen), weil auch Offliner und Personen ohne Festnetzanschluss befragt werden. Die Telefon- und Onlinebefragung fand von Anfang April bis Ende Mai 2021 statt. Dank der Unterstützung durch das BAKOM Bundesamt für Kommunikation konnte die Studie 2021 erstmals auch die Medien- und Gerätenutzung in der italienisch-sprachigen Schweiz untersuchen. Im Auftrag der Interessengemeinschaft elektronische Medien IGEM und der WEMF befragte das Link Institut 1’980 Personen, davon 1’016 in der Deutschschweiz, 762 in der Romandie und 202 in der italienischen Schweiz. Das Vertrauensintervall liegt bei maximal +/- 2.2 Prozentpunkten. Die Resultate stehen IGEM-Mitgliedern kostenlos zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können die Studie für CHF 5000.- beziehen.

5. Nicht-Facebook-Plattformen bei Jugendlichen im Aufwind

Snapchat (65 Prozent), Pinterest (37 Prozent), TikTok (35 Prozent) und die Gamer-Plattform Discord (34 Prozent) werden von mehr jungen Schweizerinnen und Schweizern genutzt als das "blaue" Facebook (30 Prozent). Facebook hat zwar insgesamt deutlich mehr User (3.0 Millionen, 45 Prozent) als die total 700'000 (10.5 Prozent) von TikTok, verliert aber junge Nutzer. TikTok hat 310'000 User zwischen 15 und 24 Jahren, Facebook nur noch 260'000.

6. TikTok, Instagram und LinkedIn immer bedeutender

1.7 Millionen oder ein gutes Viertel der Bevölkerung nutzt mindestens gelegentlich die Business-Plattform LinkedIn. Davon sind 1.1 Millionen Männer und nur 600'000 Frauen. 840'000 Personen (12.6 Prozent) nutzen gelegentlich Twitter. Davon sind 570'000 Männer und nur 270'000 Frauen. Umgekehrt bei Pinterest (1.6 Millionen User, 23 Prozent): 1.2 Millionen Frauen und nur 400'000 Männer.

7. Snapchat, Discord und TikTok jüngsten Social-Media-Plattformen

Eine Million (15 Prozent) nutzt Snapchat in der Schweiz. 600'000 sind unter 25 Jahre alt. Snapchat, Discord und TikTok gehören zu den Social-Media-Plattformen mit den jüngsten Nutzern. Während TikTok ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis hat, sind die Discord-User hauptsächlich männlich (420'000 Männer gegenüber 140'000 Frauen). Kaum Nutzer hat die anfänglich gehypte Audio-Plattform Clubhouse (nur 30'000 Personen).

8. Gamer- und Gamerinnen-Anteil bei 50 Prozent angelangt

Die Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren (3.3 Mio.) spielt mindestens gelegentlich Computerspiele oder Games. Ein Sechstel der Bevölkerung gamt täglich. Insbesondere Männer, jüngere Personen und die Romandie spielen häufiger Computerspiele. Bei den jungen Männern zwischen 15 und 24 Jahren gehören 86 Prozent zu den gelegentlichen "Gamern". Gamerinnen spielen vor allem auf dem Smartphone, Tablet oder einer mobilen Konsole für unterwegs. Männliche Gamer spielen vor allem mit PC oder Laptop, TV-Gerät und stationären Heim-Konsolen.

9. Smartphone beliebtestes Spielgerät

Das Smartphone ist das meistgenutzte Spielgerät: 1.9 Millionen Personen spielen mindestens gelegentlich auf dem Handy. 910'000 Personen nutzen eine stationäre Heimkonsole. 840’000 Personen  spielen auf dem Tablet, 820'000 auf dem PC und 790'000 auf dem Laptop. 350'000 Personen nutzen eine mobile Konsole für unterwegs.

10. Im Zuschauer-Duell hat TV die Nase vorn

Trotz all der Streaming-Angebote ist klassisches Fernsehen in der Schweiz populär. Mit 6.3 Millionen - was 94 Prozent der Gesamtbevölkerung bedeutet - schaut die breite Masse fern. Und dies auch sehr häufig: 2 von 3 Personen in der Schweiz schalten täglich den Fernseher ein. Das sind 65 Prozent. Bei den 15- bis 24-Jährigen schaut fast ein Drittel täglich fern. Somit hat klassisches Fernsehen weit mehr als doppelt so viele Zuschauer wie Netflix (42 Prozent). Auch im Vergleich zu YouTube (68 Prozent) weist klassisches Fernsehen 1.7 Millionen mehr Zuschauer auf.
IGEM-Digimonitor 202: Nutzung elektronischer Medien 2021
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IGEM-Digimonitor 202: Nutzung elektronischer Medien 2021

11. Teletext mit 2.4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer

2.4 Millionen der Bevölkerung informieren sich mindestens gelegentlich über Teletext. 830‘000 nutzen den Teletext sogar täglich. Instagram (2.5 Millionen) hat 2021 erstmals mehr Nutzer als Teletext (2.4 Millionen). Teletext hat in der Deutschschweiz, bei Männern und bei Personen über 55 Jahren aber immer noch mehr Nutzer als Instagram.

12. Spotify wächst rasant und verzeichnet 1.4 Millionen Bezahlabos

Innert Jahresfrist hat der Musik-Streamingdienst Spotify 200'000 neue Userinnen und User hinzugewonnen. Jede dritte Person nutzt mindestens gelegentlich Spotify. Bei den Jüngeren zwischen 15 bis 24 Jahren ist der Anteil der Spotify-User mit 69 Prozent mehr als doppelt so gross. Von den 2.2 Millionen Spotify-Hörern bezahlen rund 1.4 Millionen für Spotify. Insbesondere jüngere Nutzer leisten sich die kostenpflichtige Version von Spotify. 

13. Im Zuhörer-Duell hat das Radio die Nase vorn

Trotz Musikstreaming ist Radio in der Schweiz beliebt. Mit 6.1 Millionen hören fast alle in der Schweiz Radio, 4.1 Millionen davon sogar täglich. Auch jüngere Personen hören weit verbreitet Radio: Mehr als 80 Prozent der unter 25-Jährigen hören Radio (82 Prozent), mehr als ein Drittel täglich. Mit seinen 6.1 Millionen hat Radio fast dreimal so viele Hörerinnen und Hörer wie Spotify (2.2 Mio., 33 Prozent). 2.0 Millionen (29 Prozent) hören mindestens gelegentlich Podcasts. Die Podcast-Nutzung ist insbesondere bei jüngeren Personen und bei Personen mit hoher Bildung verbreitet. Und wo wird Radio gehört? 5.5 Millionen der Bevölkerung) nutzen ein Radio-Gerät. 3.0 Millionen hören auch über andere Geräte Radio: 1.7 Millionen nutzen ein Smartphone, 1.5 Millionen ein TV-Gerät und 1.3 Millionen den PC/Laptop zum Radiohören.



 









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